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Etiketten im Labor

Mit Hochleistungslabels langfristig kennzeichnen

Christina Behr

In kaum einem Bereich sind die Anforderungen an Etiketten so hoch, wie im Labor. Der Grund dafür ist naheliegend: Ist eine Probe nicht richtig gekennzeichnet, kann dies zu falschen Testergebnissen führen und die Auswertung der Proben stark verzögern. Werden falsche Etiketten verwendet, können die Labels verschmieren, zerkratzen oder sich ganz ablösen und Ihren Workflow so stark beeinträchtigen – Ein starkes Argument, denn die Fehlertoleranz im Laborbereich liegt bekanntlich bei 0 %.

Damit unleserliche oder fehlende Kennzeichnungen eine seltene Ausnahme bleiben, kommen in Laboren eine Reihe an unterschiedlichen Etiketten zum Einsatz, die sich für verschiedene Prozesse eignen und eine gut leserliche Kennzeichnung garantieren.

Warum ist Kennzeichnung in Laboren so wichtig?
Ist eine Probe oder ein Präparat nicht richtig gekennzeichnet, kann es zu schwerwiegenden Verwechslungen kommen. Wird zum Beispiel eine Blutprobe vertauscht oder kann sie nicht zugeordnet werden, kann dies in der behandelnden Klinik zu falschen Diagnosen führen oder die Behandlung unnötig verzögern. Doch nicht nur im Gesundheitswesen ist die korrekte Kennzeichnung essentiell – auch in freien Laboren oder anderen Branchen unterstützt die Beschriftung der Präparate einen reibungslosen Workflow und verhindert Verzögerungen bei der Auswertung der Ergebnisse.

Was müssen Laboretiketten können?
Je nach Einsatzbereich müssen Etiketten unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Sie sollten sich also immer im Klaren darüber sein, wofür Sie Ihre Labels einsetzen wollen. Hier gibt es keine All-in-One-Lösung, sondern mehrere Spezialetiketten, die sich je nach Anforderungen für Ihre Anwendung eignen.

Kryogene Etiketten
Ein Kryogen ist eine Substanz, deren Siedepunkt weit unter dem Gefrierpunkt liegt. Das meistgenutzte Kryogen ist Flüssigstickstoff, das oftmals für die Lagerung organischer Proben und als Zusatz für die Verkleinerung von Feststoffen verwendet wird. Zu lagernde Präparate werden in Flüssigstickstoff auf -196 °C heruntergekühlt, bis jede biologische Aktivität abgestoppt wird. Nur so lassen sich die Proben auch über einen längeren Zeitraum lagern, ohne dass Gewebe mit der Zeit verloren geht.

Um eine langlebige Kennzeichnung bei kryogenen Temperaturen garantieren zu können, müssen passende Etiketten die Schlüsseltemperatur von -196 °C aushalten. Das Geheimnis der Unempfindlichkeit gegenüber diesen extrem niedrigen Temperaturen liegt dabei im Klebstoff: Während der Kleber herkömmlicher Tiefkühletiketten nur bis zu -40 °C haftet, besitzen kryogene Etiketten einen Klebstoff, der speziell für kryogene Temperaturen entwickelt wurde. So haftet das Etikett sicher und ermöglicht auch nach längerer Lagerung eine schnelle Identifikation der Laborprobe.

Hochtemperaturetiketten
Während für die Lagerung organischer Proben extrem niedrige Temperaturen benötigt werden, verlangt die Sterilisation das genaue Gegenteil: Bei der thermischen Sterilisation werden die Substrate erhitzt, damit sämtliche enthaltene Mikroorganismen absterben. Welche Temperatur dabei genau verwendet wird und wie lange der Stoff erhitzt wird, hängt eng mit der Absterbe-Kinetik der Mikroorganismen zusammen. Etiketten, die während einer Sterilisation verwendet werden, müssen hohen Temperaturen also auch dauerhaft standhalten können.

Hochtemperaturetiketten besitzen keinen speziellen Klebstoff, sondern ein temperaturbeständiges Obermaterial, das Temperaturen von bis zu 400 °C aushält. Einfacher Kunststoff reicht hier bei Weitem nicht aus, dieser würde sofort schmelzen und damit alle enthaltenen Informationen des Etiketts verschwinden lassen. Hier kommen spezielle Polymid-Folien zum Einsatz, die auch extrem hohen Temperaturen standhalten, ohne Schaden zu nehmen. Einmal verklebt, sorgen die Etiketten dann für eine dauerhafte Kennzeichnung, die auch nach der Sterilisation gut lesbar bleibt.

Gibt es sonst noch Anforderungen?
Neben anspruchsvollen Prozessen, die jedes Etikett an seine Grenzen bringt, können auch schon ganz banale Aspekte eine Herausforderung darstellen. So hält zum Beispiel nicht jedes Etikett dem Einfluss von Chemikalien stand, wie sie in Putzmitteln zu finden sind. Auch wisch- und kratzfest ist nicht jedes Etikett. Selbst, wenn das Etikett keinen extremen Ansprüchen ausgesetzt wird, muss es gewisse Eigenschaften aufweisen, um sich für den Einsatz im Labor zu eignen. Sie sollten also in jedem Fall auf günstige Papier-Etiketten verzichten und stattdessen Polyester-Labels verwenden, die eine gewisse Chemikalienbeständigkeit aufweisen.

Einfache Beschriftung: Ein Barcode auf Ihren Proben ermöglicht eine einfache und platzsparende Informationsübertragung

Beschriftung von Laboretiketten – ein wichtiger Prozess an sich
Um den Anforderungen einer fehlerfreien Kennzeichnung gerecht zu werden, lohnt es sich, für die Beschriftung der Etiketten einen technischen Prozess einzurichten und Barcodes auf den Etiketten zu verwenden. Mit der richtigen Hardware können die gespeicherten Informationen so jederzeit abgerufen werden und eine Verwechslung einzelner Präparate ist fast ausgeschlossen. Von der Beschriftung per Hand sollte dabei unter allen Umständen abgesehen werden! Ein gedrucktes Etikett ist um einiges haltbarer und weniger fehleranfällig als die Beschriftung per Hand.

Am besten realisieren Sie den Druck der Etiketten mit einem automatisierten Prozess im Hintergrund. Ein festgelegtes Layout mit Barcode, in das variable Daten jederzeit eingetragen werden können, ist dabei die beste Wahl. So können alle wichtigen Informationen auf das Etikett gedruckt werden, ohne dass jedes Mal ein neues Layout angelegt werden muss.

Welche Hardware Sie für die Kennzeichnung Ihrer Proben verwenden, liegt dabei ganz in Ihrem Ermessen. Drucker und Barcodescanner gibt es bereits für kleines Geld und auch günstige Modelle eignen für einen verlässlichen Kennzeichnungsprozess.

Etiketten einfach selbst drucken: Mit Thermotransferetiketten bleiben Ihre Daten dauerhaft lesbar

Wie bedruckt man Laboretiketten richtig?
Für die Beschriftung von Laboretiketten sollte das Thermotransferverfahren genutzt werden. Der Thermotransferdruck arbeitet mit einer Farbfolie, die zusammen mit dem Etikettenmaterial unter dem Druckkopf vorbeigezogen wird. Der Druckkopf erzeugt dabei Wärme, mit der die Farbe von der Folie geschmolzen und so aufs Etikettenmaterial gebracht wird. Die Beschaffenheit der Farbfolie (Wachs-, Misch- oder Harzband) und die verwendete Wärme sind dabei ausschlaggebend für die Haltbarkeit des Druckbilds.

Für eine langlebige Kennzeichnung sollten Sie Ihre Etiketten immer mit einem beständigen Harz-Farbband bedrucken. Einmal gedruckt, ist der Aufdruck so besonders langlebig und kann auch für die Lagerung von Proben genutzt werden, ohne dass Sie sich Sorgen um die Lesbarkeit des Etiketts machen müssen. Beachten sollten Sie allerdings, dass Harz nur auf glatten Oberflächen haftet und somit für Papier-Etiketten nicht geeignet ist. Auf kryogenen und Hochtemperaturetiketten ist das Druckbild aber optimal.

Verwechslung ausgeschlossen: Etiketten minimieren Ihr Fehlerrisiko und wirken der Verwechslung einzelner Proben entgegen

Fazit
Laboretiketten besitzen spezielle Eigenschaften und sollten keinesfalls mit herkömmlichen Labels verwechselt werden. Zusammen mit einem verlässlichen Kennzeichnungsprozess stellen Sie einen reibungslosen Workflow und gleichbleibende Ergebnisse sicher, was ihnen eine wichtige Rolle im Laboralltag zukommen lässt.

Achten Sie auf die Verwendung der richtigen Etikettenmaterialien und richten Sie einen festen Prozess für die Beschriftung Ihrer Labels ein – so erfüllen Ihre Etiketten auch auf lange Zeit die strengen Anforderungen der Branche.

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