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Privilegierte Strukturen neu betrachtet

Abstract

Privilegierte Strukturen inspirieren den Entwurf von Substanzbibliotheken für die medizinische Chemie. Wir haben 1.4 Millionen bioaktive Substanzen hinsichtlich der Dominanz bestimmter chemischer Grundgerüste (“frameworks”) untersucht. Dabei diente die Shannon‐Entropie als ein quantitatives Maß für deren Promiskuität bezüglich der verschiedenen Targetfamilien. Diese Analyse offenbarte eine inverse Beziehung zwischen der Zahl an Wasserstoffbrückenakzeptoren und der beobachteten Promiskuität des Grundgerüsts. Des Weiteren scheinen sich strukturell einfache Gerüste besonders für Substanzbibliotheken mit unterschiedlichem Promiskuitätsgrad zu eignen, wohingegen sp3‐reiche heterozyklische Grundgerüste den Entwurf von Target‐fokussierten Bibliotheken ermöglichen. Die Resultate unserer Studie erlauben ein kritisches Hinterfragen von oft nur vermuteten besonderen Eigenschaften so genannter privilegierter Strukturen und weisen einen Weg zu deren systematischer Nutzung in der medizinischen Chemie.

Wirkstoffdesign: Eine Analyse von 1.4 Millionen biologisch aktiven Substanzen offenbarte eine inverse Beziehung zwischen der Zahl an sp3‐hybridisierten Atomen und der Zahl an Wasserstoffbrückenakzeptoren eines chemischen Grundgerüstes mit dessen Bindungsverhalten an vielen unterschiedlichen Zielproteinen.

Autoren:   Petra Schneider, Gisbert Schneider
Journal:   Angewandte Chemie
Jahrgang:   2017
Seiten:   n/a
DOI:   10.1002/ange.201702816
Erscheinungsdatum:   30.05.2017
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