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Haare im Fokus der forensischen Analytik

Zusammenfassung

Haare sind anatomisch betrachtet Hautanhangsgebilde. Jedes einzelne Haar, genauer der Haarschaft, ist im Haarfollikel in der Haut verankert und mit dem Blutkreislauf verbunden. Über die Haarwurzel, teilweise auch über Schweiß, Talg und externe Kontamination, gelangen Fremdstoffe in die Haarmatrix. Der zeitliche Verlauf dieser Aufnahme in den Körper wird entsprechend in den Haaren abgebildet. Haarproben erschließen ein breiteres retrospektives Zeitfenster und sind einfacher zu gewinnen als Blut‐ und Urinproben. In der Forensik werden Haarproben meist zur Überprüfung eines Konsums von Rauschgift und Arzneimittelwirkstoffen eingesetzt oder zur Überprüfung einer chronischen Vergiftung im Zusammenhang mit einer Straftat. Viele analytische Labore nutzen die chromatografische Trennung (GC, LC) kombiniert mit massenspektrometrischer Detektion (MS, MS/MS, TOF‐MS). Die nachweisbaren Mengen reichen bei einzelnen Analyten in den ppb‐Bereich (pg/mg Haare).

Summary

Hair anatomically is a skin appendage. Each single hair, more precisely the hair shaft, is anchored into the skin in the hair follicle and connected to the bloodstream. Via the hair root, partly also via sweat, sebum and external contamination, drugs are incorporated into the hair matrix. The time course of the ingestion into the body is reflected in hair. Hair samples cover a wide retrospective time frame and they are more easily to obtain compared to blood and urine samples. In forensic science hair samples are used to examine the consumption of drugs of abuse and pharmaceuticals or to verify chronic intoxication in a criminal offence. Many analytical laboratories are using chromatographic separation (GC, LC) combined with mass spectrometry detection (MS, MS/MS, TOF‐MS). For some analytes the limit of detection is in the range of ppb (pg/mg hair).

Die Frisur eines Menschen ist seit Jahrtausenden ein Mittel des Ausdrucks einer individuellen Persönlichkeit, einer gesellschaftlichen Stellung oder einer politischen Haltung. Doch Haare bergen weit mehr Informationen, als von außen sichtbar sind. Wirkstoffe, die in den Körper aufgenommen werden, bewusst oder unbewusst, gesund oder schädlich, lassen sich in den Haaren nachweisen. Zur Überprüfung auf das Vorliegen juristisch relevanter Fremdstoffe wie Gifte, Rauschgifte oder Medikamente werden forensische Haaranalysen durchgeführt. Sie dienen als Beweismittel in Fragen des Verwaltungs‐, Familien‐ und Strafrechts.

Autoren:   Frank Scheufler
Journal:   Chemie in unserer Zeit
Jahrgang:   2017
Seiten:   n/a
DOI:   10.1002/ciuz.201700760
Erscheinungsdatum:   07.09.2017
Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Haare
  • Wirkstoffe
  • Trennung
  • Matrix
  • Labore
  • Gifte
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