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Phytansäure

Zusammenfassung

Als verzweigtkettige Fettsäure ist die Phytansäure für die tierischen Zellen eine Energiequelle. Die Phytyl‐Kette der Phytansäure ist aber auch ein essentieller Baustein der Membranlipide von extremophilen Bakterien. Phytansäure wird beim Chlorophyllabbau im Wiederkäuermagen gebildet und vom Menschen überwiegend als deren Milch‐ und Fleischprodukte aufgenommen. Der oxidative Abbau der Phytansäure erfolgt durch Peroxisomen und Mitochondrien. Bei erhöhter Gewebekonzentration ist die Phytansäure ein Störfaktor des zellulären Energiestoffwechsels. Phytansäure kann aber auch Auskunft über die Essgewohnheiten der Antike geben.

Summary

The branched‐chain fatty acid phytanic acid is an energetic fuel for the animal cell. The phytyl‐chain of phytanic acid is a component of the membrane lipids of extremophilic bacteria. Phytanic is formed during the degradation of chlorophyll in the digestive tract of ruminants. Humans consume phytanic acid mainly as dairy products made from ruminants. Cellular degradation of phytanic acids is handled by peroxisomes and mitochondria. At elevated tissue concentrations, phytanic acid exerts harmful activity on the cellular energy metabolism. Phytanic acid is also a useful tool for understanding eating habits in ancient life.

Vor 70 Jahren waren ein unbekanntes Nervenleiden, die Entdeckung von H2O2‐bildenden Zellorganellen und die Gaschromatographie, Anlass für die Aufdeckung der Chemie einer ungewöhnlichen Fettsäure, der Phytansäure. Sie wird im Wiederkäuermagen aus Chlorophyll gebildet und gelangt vorwiegend über die Nahrungskette Pflanze‐Tier‐Mensch in unseren Körper. Phytansäure ist ein zellulärer Brennstoff mit einem komplexen oxidativen Abbau. Diese Säure kann aber auch zu einem Gift mit schleichender Wirkung werden, welches insbesondere das Nervensystem schädigt. Ihre verzweigte Phytylkette ist als Membranbaustein für das bakterielle Leben in unwirtlicher Umgebung essenziell. Die Chemie der Phytansäure ist auch ein Hilfsmittel zur Erforschung der Essgewohnheiten unserer Vorfahren in der Antike.

Autoren:   Peter Schönfeld, Georg Reiser
Journal:   Chemie in unserer Zeit
Jahrgang:   2017
Seiten:   n/a
DOI:   10.1002/ciuz.201700780
Erscheinungsdatum:   07.09.2017
Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Degradation
  • Chlorophyll
  • Zellen
  • Mitochondrien
  • Milch
  • Membranlipide
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