Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Argentophile Wechselwirkungen

Abstract

Zwischen 1990 und 2000 wuchs in der Goldchemie das Interesse an aurophilen Wechselwirkungen, nachdem man festgestellt hatte, dass diese eine Vielzahl struktureller und anderer physikalischer Eigenschaften von Gold(I)‐Verbindungen nennenswert beeinflussen. Die Aufmerksamkeit, die man diesem kontraintuitiven inter‐ und intramolekularen Typ von Bindung zwischen Metallzentren mit scheinbar abgeschlossener Elektronenschale entgegenbrachte, hat sich schnell auch auf die Chemie des Silbers ausgeweitet. Hunderte von Untersuchungen widmeten sich seither dem Phänomen der Argentophilie. Dieser Aufsatz gibt einen Überblick über diese Entwicklung mit Hauptaugenmerk auf molekularen Systemen mit zwei oder mehr in engem Kontakt stehenden Silber(I)‐Zentren, was zu spezifischen strukturellen sowie zu einer Vielzahl neuartiger physikalischer Eigenschaften führt. Diese schließen vor allem stark veränderte Ligand→Metall‐Ladungstransferprozesse ein, aber auch eine überdimensionale thermische Kontraktion auf der einen und eine beispiellose negative lineare Kompressibilität von Kristallparametern auf der anderen Seite.

Silber mag Silber: In den letzten Jahren gab es eine Fülle von Hinweisen, dass zwischen Silber(I)‐Zentren mit scheinbar abgeschlossener Elektronenschale signifikante bindende Wechselwirkungen auftreten. Diese argentophile Bindung bestimmt offenbar viele Strukturdetails und wichtige physikalische Eigenschaften von Silber(I)‐Verbindungen in der gleichen Weise, wie auch die aurophile Bindung überall in der Goldchemie „am Werke ist”︁.

Autoren:   Hubert Schmidbaur, Annette Schier
Journal:   Angewandte Chemie
Jahrgang:   2014
Seiten:   n/a
DOI:   10.1002/ange.201405936
Erscheinungsdatum:   12.11.2014
Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Angewandte Chemie
  • News

    Kugelfischgift aus der Retorte

    In Japan gilt Kugelfisch als besondere Delikatesse, zum Gaumenkitzel kommt dabei ein Nervenkitzel, denn der Fugu enthält Tetrodoxin, ein starkes Nervengift. Niedrig dosiert erwies sich Tetrodotoxin in klinischen Tests als möglicher Opioid-Ersatz zur Linderung starker Schmerzen bei Krebspati ... mehr

    Nicht brennbarer Elektrolyt für Kalium-Hochleistungsbatterien

    Ein Team von australischen Wissenschaftlern hat einen nicht brennbaren Elektrolyten für Kalium- und Kaliumionen-Batterien entwickelt. Dieser Batterietyp wird als möglicher Ersatz für die Lithium-Speichertechnologien gehandelt. Wie die Autoren der in der Zeitschrift Angewandte Chemie bericht ... mehr

    Nanoprägung von Strukturfarben

    Strukturfarben entstehen, wenn das Licht an einer Oberflächenstruktur unterschiedlich gebrochen wird. Chinesische Wissenschaftler haben eine neuartige Lithographietechnik entwickelt, mit der solche Nanostrukturen bei Raumtemperatur in flexible Oberflächen geprägt werden können. Grundlage di ... mehr

Mehr über Wiley
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.