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Argentophile Wechselwirkungen

Abstract

Zwischen 1990 und 2000 wuchs in der Goldchemie das Interesse an aurophilen Wechselwirkungen, nachdem man festgestellt hatte, dass diese eine Vielzahl struktureller und anderer physikalischer Eigenschaften von Gold(I)‐Verbindungen nennenswert beeinflussen. Die Aufmerksamkeit, die man diesem kontraintuitiven inter‐ und intramolekularen Typ von Bindung zwischen Metallzentren mit scheinbar abgeschlossener Elektronenschale entgegenbrachte, hat sich schnell auch auf die Chemie des Silbers ausgeweitet. Hunderte von Untersuchungen widmeten sich seither dem Phänomen der Argentophilie. Dieser Aufsatz gibt einen Überblick über diese Entwicklung mit Hauptaugenmerk auf molekularen Systemen mit zwei oder mehr in engem Kontakt stehenden Silber(I)‐Zentren, was zu spezifischen strukturellen sowie zu einer Vielzahl neuartiger physikalischer Eigenschaften führt. Diese schließen vor allem stark veränderte Ligand→Metall‐Ladungstransferprozesse ein, aber auch eine überdimensionale thermische Kontraktion auf der einen und eine beispiellose negative lineare Kompressibilität von Kristallparametern auf der anderen Seite.

Silber mag Silber: In den letzten Jahren gab es eine Fülle von Hinweisen, dass zwischen Silber(I)‐Zentren mit scheinbar abgeschlossener Elektronenschale signifikante bindende Wechselwirkungen auftreten. Diese argentophile Bindung bestimmt offenbar viele Strukturdetails und wichtige physikalische Eigenschaften von Silber(I)‐Verbindungen in der gleichen Weise, wie auch die aurophile Bindung überall in der Goldchemie „am Werke ist”︁.

Autoren:   Hubert Schmidbaur, Annette Schier
Journal:   Angewandte Chemie
Jahrgang:   2014
Seiten:   n/a
DOI:   10.1002/ange.201405936
Erscheinungsdatum:   12.11.2014
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