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Pinensine: Die ersten antimykotischen Lantibiotika

Abstract

Lantibiotika (Lanthionin enthaltende Antibiotika) aus Gram‐positiven Bakterien wirken üblicherweise antibakteriell auf Gram‐positive Keime. Wir beschreiben hier die Aktivität und Struktur der Pinensine A (1) und B (2), der ersten aus einem natürlichen, Gram‐negativen Produzenten (Chitinophaga pinensis) isolierten Lantibiotika. Erstaunlicherweise zeigten Pinensine eine hohe Aktivität gegen zahlreiche filamentöse Pilze und Hefen, jedoch nur eine geringe antibakterielle Aktivität. Fungizide Lantibiotika wurden nach unserem Wissen bisher nicht beschrieben. Eine eingehende, bioinformatische Analyse des zugehörigen Biosynthesegenclusters bestätigte den ribosomalen Ursprung und ermöglichte die Identifizierung von weiteren Kandidatengenen, die für alle notwendigen Funktionen zur posttranslationalen Modifikation kodieren. Zusätzliche kodierte Funktionen ermöglichten die Aufstellung einer ersten Hypothese zu Biosynthese, Export, Perzeption und letztlich Import dieses interessanten Lantibiotikums.

Jahrzehntelange Forschung über Lantibiotika hat zur Entdeckung zahlreicher antibakterieller Aktivitäten geführt. Hier werden die ersten antimykotischen Lantibiotika vorgestellt: Pinensine werden vom Gram‐negativen Chitinophaga pinensis produziert. Antimykotische Aktivität, Strukturaufklärung und Computer‐gestützte Analyse des Biosynthese‐Genclusters (siehe Bild) bilden eine Basis für vielversprechende künftige Forschungen zur Bekämpfung von Pilzinfektionen.

Autoren:   Kathrin I. Mohr, Carsten Volz, Rolf Jansen, Victor Wray, Judith Hoffmann, Steffen Bernecker, Joachim Wink, Klaus Gerth, Marc Stadler, Rolf Müller
Journal:   Angewandte Chemie
Jahrgang:   2015
Seiten:   n/a
DOI:   10.1002/ange.201500927
Erscheinungsdatum:   24.07.2015
Fakten, Hintergründe, Dossiers
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