Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

1,5‐Di(nitramino)tetrazol – hochenergetisch und äußerst empfindlich

Abstract

Das hochenergetische 1,5‐Di(nitramino)tetrazol wurde zusammen mit seinen Salzen hergestellt. Die neutrale Verbindung ist sehr empfindlich und einer der stärksten bekannten nichtnuklearen Sprengstoffe. Einige stickstoffreiche Salze und das Dikaliumsalz wurden untersucht. Das Dikaliumsalz könnte als Zusatz in Primermischungen anstelle von Tetrazen Anwendung finden. Alle Verbindungen wurden mittels Tieftemperatur‐Einkristallröntgendiffraktometrie, IR‐, Raman‐ und NMR‐Spektroskopie sowie Elementaranalyse und DSC charakterisiert. Die Leistungsdaten wurden mithilfe des EXPLO5‐Computercodes auf Basis berechneter (CBS‐4M) Bildungswärmen und experimenteller Einkristalldichten bestimmt und belegen die hochenergetische Natur dieser Verbindungsklasse. Die Schlag‐ und Reibeempfindlichkeiten sowie die Empfindlichkeit gegenüber elektrostatischer Entladung wurden ebenfalls untersucht.

N+O=92.62 %: Das feste 1,5‐Di(nitramino)tetrazol besteht zu 92.62 % aus Stickstoff und Sauerstoff und ist einer der aktuell stärksten chemischen Sprengstoffe. Es ist wegen seiner großen Empfindlichkeit schwer zu bändigen, hat jedoch als Dikaliumsalz perfekte Eigenschaften als Sensibilisierungsmittel. Das Bild zeigt seine Molekülstruktur und seine thermisch induzierte Detonation auf einer heißen Kupferplatte im Hintergrund.

Autoren:   Dennis Fischer, Thomas M. Klapötke, Jörg Stierstorfer
Journal:   Angewandte Chemie
Band:   127
Ausgabe:   35
Jahrgang:   2015
Seiten:   10438
DOI:   10.1002/ange.201502919
Erscheinungsdatum:   23.06.2015
Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Angewandte Chemie
  • News

    Palladiumkatalysatoren schaffen das

    Schlüsselchemikalien werden in vielen Industriezweigen durch Palladiumkatalyse hergestellt. Die beiden wichtigen Reagenzientypen der Arylhalogenide und Alkyllithiumverbindungen ließen sich auf diese Weise jedoch noch nicht direkt miteinander verknüpfen. Jetzt hat ein Team von Wissenschaftle ... mehr

    Auf dem Weg zum Stromtransport der Zukunft

    Supraleitende Kabel könnten Strom verlustfrei transportieren. So müsste weniger Strom erzeugt, Kosten und Treibhausgase könnten eingespart werden. Eine aufwendige Kühlung steht dem entgegen, denn bisherige Supraleiter verlieren ihren elektrischen Widerstand erst bei extrem niedrigen Tempera ... mehr

    Kaskaden mit Kohlenstoffdioxid

    Kohlenstoffdioxid (CO2) ist nicht nur ein unerwünschtes Treibhausgas, sondern auch eine interessante Rohstoffquelle, deren Recycling wertvoll und nachhaltig sein könnte. Ein spanisches Forschungsteam stellt in der Zeitschrift Angewandte Chemie einen neuartigen katalytischen Ansatz zur Umwan ... mehr

Mehr über Wiley
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.