Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Fette und Öle als nachwachsende Rohstoffe in der Chemie

Abstract

Pflanzliche und tierische Öle und Fette waren und sind die wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe der chemischen Industrie. In den vergangenen zehn Jahren hat eine beträchtliche Verlagerung der oleochemischen Produktion sowohl geographisch als auch hinsichtlich des Rohstoffs stattgefunden: von Nordamerika und Westeuropa nach Südostasien bzw. von Rindertalg zu Palmöl. Es wird in den kommenden Jahren von großer Bedeutung sein, neue Ölpflanzen mit gewünschten interessanten Eigenschaften für die chemische Nutzung einzuführen und anzubauen, was auch die agrokulturelle Biodiversität erhöhen könnte. Das Problem der industriellen Nutzung von Pflanzenölen, die vorzugsweise Nahrungsmittel sind, ist mit der Entwicklung der globalen Biodieselproduktion dringlicher geworden. Im Folgenden werden die bemerkenswerten Fortschritte diskutiert, die während des letzten Jahrzehnts mit Pflanzenölen und den daraus erhaltenen oleochemischen Basischemikalien in der organischen Synthese, der Katalyse und der Biotechnologie gemacht wurden. Diese in großem Maßstab als nachwachsende Kohlenstoffquelle zur Verfügung stehenden Rohstoffe können beispielsweise über eine ω‐Funktionalisierung von Fettsäuren mit inneren Doppelbindungen, die Anwendung der Olefinmetathese oder die De‐novo‐Synthese von Fettsäuren zu wichtigen Produkten der chemischen Industrie veredelt werden.

Die stoffliche Nutzung der Fette und Öle, der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe für die chemische Industrie, wurde in den letzten zehn Jahren durch beeindruckende Entwicklungen in der Chemie und der Biotechnologie erheblich vorangebracht. Der Fortschritt in der organischen Chemie, der Katalyse und der Biotechnologie von Fettsäurederivaten wird daher aufgezeigt und herausgestellt.

Autoren:   Biermann, Ursula; Bornscheuer, Uwe; Meier, Michael A. R.; Metzger, Jürgen O.; Schäfer, Hans J.
Journal:   Angewandte Chemie
Band:   123
Ausgabe:   17
Jahrgang:   2011
Seiten:   3938
DOI:   10.1002/ange.201002767
Erscheinungsdatum:   18.04.2011
Mehr über Angewandte Chemie
  • News

    Süßes oder saures Erdgas

    Erdgas, das größere Mengen an Schwefelwasserstoff (H2S) und Kohlendioxid (CO2) enthält, wird als Sauergas bezeichnet. Bevor es in die Pipeline darf, muss es „gesüßt“, d.h. die sauer reagierenden Verunreinigungen abgetrennt werden. Durch Abstimmung des Verhältnisses zweier molekularer Bauste ... mehr

    Besser als Cyclodextrine

    Zum Entzug von Giftstoffen, Medikamenten oder Geruchsstoffen aus der Umwelt werden behälterartige molekulare Substanzen verwendet, sogenannte Sequestriermittel. Wissenschaftler haben eine Gruppe solcher Substanzen entwickelt, die spezifisch Neurotransmitter-Medikamente sequestrieren. Die fa ... mehr

    Zweidimensionale Kohlenstoff-Netzwerke

    Lithiumionen-Akkus enthalten in der Regel eine Anode aus graphitischem Kohlenstoff. Wissenschaftler haben jetzt das Nano-Kohlenstoffgewebe Graphdiin, ein neuartiges zweidimensionales Kohlenstoffnetzwerk, auf seine Eignung für Batterien untersucht. Graphdiin ist genauso flach und dünn wie di ... mehr

Mehr über Wiley
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.