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Neue DIN-Norm zum Messen von Formaldehyd im Innenraum
Normentwurf E DIN ISO 16000 Teil 3: Innenraumluftverunreinigungen - Messen von Formaldehyd und anderen Carbonylverbindungen - Probenahme mit einer Pumpe
24.03.2010: Formaldehyd und bestimmte andere Aldehyde und Ketone (Carbonylverbindungen) haben ein hohes toxisches Potential. Es wird in der Produktion von Harnstoff-Formaldehyd-Harzen, Klebern und Isolierschäumen eingesetzt. Emissionen aus Spanplatten und Wandisolierungen sind die Hauptquellen für Formaldehyd in der Innenraumluft. Der Teil 3 der DIN ISO 16000 legt ein Verfahren zum Bestimmen von Formaldehyd (HCHO) und anderen Carbonylverbindungen in der Luft fest. Das Verfahren ist für Formaldehyd spezifisch, aber mit Modifikationen können auch andere Carbonylverbindungen analysiert werden.
Dieser Teil der DIN ISO 16000 ist ein Prüfnorm-Entwurf für den Umweltschutzbereich und dazu gedacht, die Innenraumluft im Hinblick auf Formaldehyd und weitere höhere Aldehyde und Ketone zu charakterisieren. Das standardisierte Messverfahren ist wichtig, um die gesundheitliche Schadstoffbelastung im Innenraum zu erkennen. Es kann von besonderer Tragweite sein, da das Untersuchungsergebnis erhebliche Konsequenzen haben kann, so zum Beispiel hinsichtlich eines Sanierungsbedarfs oder des Erfolges einer Sanierung. Als Innenraum im Sinne dieses Normentwurfs werden neben dem privaten häuslichen Bereich unter anderem auch Büros, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Veranstaltungsräume (wie Theater, Kinos) sowie die Fahrgastzellen von Kraftfahrzeugen verstanden. Das Dokument richtet sich an Vertreter der Aufsichtsbehörden, der Prüfstellen, der Berufsgenossenschaften, der Planungsbüros, der Möbelindustrie, Farbindustrie, Klebstoffindustrie, der Innenraumausstatter und der Automobilindustrie.
Formaldehyd beziehungsweise die Carbonylverbindungen werden gesammelt, indem Probenluft durch Kartuschen gesaugt wird, die mit 2,4-Dinitrophenylhydrazin (DNPH) als Reagenz, das auf einem Trägermaterial (Kieselgel) aufgetragen ist, gefüllt sind. Das Prinzip des Verfahrens basiert auf der spezifischen Reaktion von Carbonylverbindungen mit DNPH im sauren Medium. Dabei bilden sich nach der Reaktionsgleichung stabile Derivate (Hydrazone) mit geringerem Dampfdruck, die besser zurückgehalten werden können und einfach zu analysieren sind. Die Hydrazone können mit hoher Empfindlichkeit nach der Extraktion bei der nachfolgenden Analyse mithilfe der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und UV-Absorptionsdetektor oder Diodenarraydetektor getrennt, identifiziert und quantifiziert werden.
Das Verfahren wurde exemplarisch für folgende 13 Aldehyde und Ketone getestet: Formaldehyd, Acetaldehyd, Aceton, Benzaldehyd, Butyraldehyd, Isovaleraldehyd, 2,5-Dimethylbenzaldehyd, Hexanal, Propionaldehyd, m-Tolualdehyd, o-Tolualdehyd, p-Tolualdehyd und Valeraldehyd. Andere Carbonylverbindungen, die aus Lösungsmitteln, Klebstoffen, Kosmetika und anderen Quellen in die Luft emittiert werden können, sind ebenfalls mit diesem Teil der DIN ISO 16000 bestimmbar. Das Verfahren ist geeignet zur Bestimmung von Formaldehyd und anderen Carbonylverbindungen im Konzentrationsbereich von ungefähr 1 µg/m3 bis 1 mg/m3. Mit dem Probenahmeverfahren wird ein zeitlich gemittelter Messwert bestimmt. Es kann für die Langzeit- (1 h bis 24 h) oder die Kurzzeitprobenahme (5 min bis 60 min) von Luft für die Formaldehydbestimmung eingesetzt werden.
Herausgeber des Normentwurfs DIN ISO 16000 Teil 3 ist die Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN - Normenausschuss KRdL.
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