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Antisense-RNA



  Die Antisense-RNA (aRNA) ist eine einzelsträngige RNA, die komplementär zur Messenger-RNA (mRNA) ist.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Die mRNA wird vom nicht-kodierenden Strang (codogener Strang) der DNA transkribiert. Wird auch der komplementäre Strang transkribiert, entsteht eine zur mRNA komplementäre aRNA. Die aRNA inhibiert durch Basenpaarung mit der komplementären mRNA dessen Translation in der Zelle. Damit wird die Genexpression einzelner Gene reguliert.

Antisense-RNA stellt eine natürliche Möglichkeit der Genregulation der Proteinbiosynthese dar. Beim Menschen gibt es mindestens 1600 antisense-Gene, beispielsweise der Insulin-like growth factor 2 receptor (Igf2r). Bei diesem Gen kann, abhängig von genetischer Prägung, ein zweiter Promotor am 3'-Ende des Gens aktiv sein, über welchen antisense-RNA transkribiert wird. Diese verhindert in der Folge die Translation beider Allele dieses Gens. Der Phänotyp folgt also nicht der mendelschen Vererbungslehre.

Eingesetzt wird Antisense-RNA zum Beispiel in der Biotechnologie, beispielsweise bei der kommerziell wenig erfolgreichen Flavr Savr-Tomate. Hier wurde ein künstliches Gen in die Tomate eingebracht, das Antisense-RNA gegen ein am Reifungsprozess beteiligtes Gen, welches für das Enzym Polygalacturonase codiert, produziert. Hierdurch kann der Reifungsprozess der so genannten Flavr Savr Tomate verzögert werden.[1]

In der Molekular- und Zellbiologie wird in vitro erzeugte antisense-RNA für in-situ-Hybridisierungen eingesetzt.

Literatur

  1. Sanders, R.A. & Hiatt, W. (2005): Tomato transgene structure and silencing. In: Nat. Biotechnol. Bd. 23, S. 287-289. PMID 15765076

Siehe auch

 
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