Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Carbonitrieren



Das Carbonitrieren ist eine besondere Art des Einsatzhärtens. Es wird meist bei geringen bis mittleren Einhärtungstiefen (Eht, zukünftig CHD: Case Hardened Depth) angewandt. Neben Kohlenstoff wird gleichzeitig in geringeren Mengen Stickstoff in die Randschicht eindiffundiert. Der Stickstoff wirkt bei diesem Verfahren meist als Legierungselement in den Randbereichen des Werkstückes. Dadurch wird die Randhärtbarkeit verbessert und es ist daher möglich, billigere Stähle (z. B. unlegierte oder niedrig legierte Stähle, Automatenstähle und Tiefziehstähle) für eine Härtung zu verwenden. Bei Automatenstählen und Tiefziehstählen besteht jedoch aufgrund des höheren Mangangehaltes die Gefahr der Bildung von Restaustenit.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Das Carbonitrieren findet meist bei Temperaturen zwischen 750°C - 930°C statt. Die dabei erzeugten Karbonitriertiefen liegen meist zwischen 0,06 - 0,60 mm Tiefe; diese hängt von der gewählten Temperatur ab: im oberen Bereich ist die Stickstoffaufnahme geringer als im unteren. Die Temperatur wird deshalb entsprechend der gewünschten Eigenschaft gewählt. Im oberen Bereich carbonitriert man, wenn man vor allem auf die Härte der Randschicht viel Wert legt, im unteren, wenn man bezüglich der Gebrauchseigenschaften eine hohe Anreicherung der Randschicht mit Stickstoff erzielen möchte. Es ist üblich, carbonitrierte Teile nach dem Abschrecken anzulassen. Dies geschieht bei unlegierten Stählen in der Regel bei 150°C bis 180°C und bei legierten Stählen bei 160°C bis 200°C.

Der Reibverschleisswiderstand und die Notlaufeigenschaften der mit Stickstoff angereicherten Randschicht ist besser und die Anlassbeständigkeit ist höher, als dies mit Einsatzhärten erreicht wird. Je höher der Stickstoffgehalt der Einsatzschicht ist, um so höher kann die Anlasstemperatur gewählt werden.

Nach DIN 8580 zählt Nitrieren zu den Fertigungsverfahren durch Stoffeigenschaftändern. Das Verfahren des Carbonitrierens zählt allerdings nicht zu den Nitrier- sondern zu den Härteverfahren. Der Grund hierfür liegt darin, dass nur geringe Mengen N (=Stickstoff) in das Gefüge eindiffundiert und es dadurch keine Verbindungsschicht bildende Wärmebehandlung ist.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Carbonitrieren aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.