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Carl Duisberg



Friedrich Carl Duisberg (* 29. September 1861 in Barmen; † 19. März 1935 in Leverkusen) war ein Chemiker und Industrieller.

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Er war mit Johanna Seebohm verheiratet. Seine Tochter Hildegard (* 19. Januar 1892 in Schönfließ, † 8. Oktober 1964 in Münster, Westfalen) heiratete den Anthroposophen und Reiseschriftsteller Hans Hasso von Veltheim (1885-1956).

Von 1879-1882 studierte Duisberg an den Universitäten Göttingen und Jena und schloss sein Studium mit einer Promotion ab. Nach dem Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger beim bayerischen Leibregiment in München begann er 1883 seine Arbeit bei den Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. mit Sitz in Elberfeld. Sein Arbeitsplatz war im ersten Jahr das Chemische Institut der Universität Straßburg. Im Auftrag von Bayer gelangen ihm mehrere Erfindungen auf dem Farbstoffsektor, u. a. die Synthese des Benzopurpurins, welche als Patente angemeldet wurde.

1888 wurde Duisberg Prokurist und Leiter der wissenschaftlichen Versuche bei Bayer. Er hatte maßgeblichen Anteil an dem Entwurf und der Realisierung des Umzugs der Firma nach Leverkusen. 1900 wurde er zum Direktor und Vorstandsmitglied berufen, 1912 zum Generaldirektor und Vorstandsvorsitzenden der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. ernannt. Angeregt durch Reisen in die USA, wo er das Modell des Zusammenschlusses von Aktiengesellschaften zu einem Trust wie z. B. bei Standard Oil als höchst profitabel kennenlernte, verfasste er 1904 die „Denkschrift über die Vereinigung der deutschen Farbenfabriken“. Als treibende Kraft und geistiger Vater gehörte er somit 1916 zu den Gründern der Interessengemeinschaft Farben.

Während des Ersten Weltkrieges wurde unter seinem Vorsitz Giftgase für den Kriegseinsatz produziert. Duisberg gehörte auch - zusammen mit Walther Rathenau und Hugo Stinnes - zu den führenden deutschen Schwerindustriellen, die während des Kriegs die Deportation belgischer Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland durchzusetzen versuchten - mit Erfolg.[1]

Bis 1926 war Duisberg bei den Bayer-Werken tätig, von 1925 bis 1935 war er Aufsichtsratsvorsitzender seines Lebenswerkes, der I.G. Farbenindustrie AG, in der die Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. aufgegangen waren.

1921 wurde eine Carl-Duisberg-Gesellschaft zur Förderung des Auslandsstudiums gegründet. Von 1925-1931 war er Vorsitzender des Reichsverbands der Deutschen Industrie. Duisberg war finanzieller Förderer des Alldeutschen Verbandes.

Am 14. Todestag von Carl Duisberg, dem 19. März 1949, wurde durch Bund und Länder die Carl-Duisberg-Gesellschaft zur Förderung von wissenschaftlichen Nachwuchskräften gegründet.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Jens Thiel: "Menschenbassin Belgien". Anwerbung, Deportation und Zwangsarbeit im ersten Weltkrieg. Essen 2007, S. 109-113.

Literatur

  • Carl Duisberg: Meine Lebenserinnerungen. Reclam, Leipzig 1933
  • Alfred Stock: Carl Duisberg : 29. 9. 1861 - 19. 3. 1935. Märkische Druckanstalt, Berlin 1935
  • Hans Joachim Flechtner: Carl Duisberg: eine Biographie. Econ-Verlag, Düsseldorf 1981. ISBN 3-430-12809-9
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Carl_Duisberg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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