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Diaminoxidase



Diaminoxidase
Synonyme

Histaminase

EC-Nummer

1.4.3.6

CAS-Nummer

9001-53-0

Kategorie Oxidoreduktase
Substrate RCH2NH2 + H2O + O2
Produkte RCHO + NH3 + H2O2


Diaminoxidase (DAO / Histaminase) (engl. diamine oxidase) ist ein kupferhaltiges Enzym, das Histamin abbauen kann. Es wird von Zellen der Darmschleimhaut, den Enterozyten, produziert.

Diaminoxidase findet sich in Darm, Leber, Niere und weißen Blutzellen und enthält Kupfer. Eine zu geringe Diaminoxidase-Aktivität führt zu einem Mißverhältnis zwischen Histaminaufnahme mit der Nahrung und dem Histaminabbau. Der so entstehende Histaminüberschuß kann zu Krankheitssymptomen wie Kopfschmerzen, Migräne, Nasenschleimhautschwellung, Schwindel, Durchfall, Blähungen, Erbrechen und Herzrasen führen und z. B. zu Seekrankheit.

Ein chronischer Mangel an DAO verursacht das diffuse Krankheitsbild der Histaminose, auch Histaminintoleranz oder kurz HIT genannt.

Diaminoxidase wird durch Alkohol und einige Medikamente gehemmt, was ebenfalls zu einem Histaminüberschuss führen kann.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Normalwerte im Blutserum

Durch nuklearmedizinische Analyse des Blutserums kann seit 2003 [1]der DAO-Wert bestimmt werden. Der Normalwert ist dabei gößer als 10 Units/ml. Bei DAO-Werten unter 10 Units/ml besteht der Verdacht auf Histamin-Intoleranz. Schwangere haben einen 500 bis 1000 mal höheren Blutdiaminoxidasespiegel als Nicht-Schwangere. Die klassische Konstellation bei Histamin-Intoleranz besteht aus einem erhöhten Histamin-Spiegel sowie einem erniedrigten DAO- bzw. Vitamin B6-Spiegel.

Therapie zu niedriger DAO-Werte bzw. zu hoher Histaminspiegel

Bis heute [2] ist kein Medikament bekannt, welches die Diaminoxidaseaktivität deutlich erhöht. Das Medikament PelLind®[1] enthält Diaminoxidase zur Substitution von DAO. Die Ergebnisse von Studien[2] im Jahr 2006 zur Wirksamkeit gegen Symptome der Histamin-Intoleranz müssen noch abgewartet werden.

Vitamin B6

Dem Vitamin B6 wird eine Coenzym-Funktion für Diaminoxidase zugesprochen. Bei nachgewiesenem Vitamin-B6-Mangel ist eine Substitution (1/2 mg pro Tag und kg Körpergewicht) als therapeutische Maßnahme bei Histamin-Intoleranz und auch bei Neurodermitis sinnvoll. Bei eiweißreicher Ernährung wird eine höhere Vitamin B6-Aufnahme empfohlen[3], da zum Abbau von Proteinen Vitamin B6 gebraucht wird. Auf einen hohen Quotienten Vitamin B6 / Eiweiß in der Nahrung ist daher mehr zu achten als auf den Vitamin B6 – Gehalt selbst.

Vitamin C

Vitamin C[4] in Dosierungen zwischen 1 und 3 Gramm täglich ist in der Lage, die Histaminspiegel bei Patienten mit Seekrankheit oder Mastozytose deutlich zu senken.

Cromoglicinsäure

Cromoglicinsäure (DNCG) bewirkt eine Reduktion der Gewebehistaminspiegel und der Histaminfreisetzung[5]. Dabei sind besonders Bauchschmerzen, Blähungen, Flatulenz, Migräne und atopische Dermatitis therapeutisch zu beeinflussen.

Siehe auch

Antihistaminikum

Quellen

  1. Reinhart Jarisch (2004): Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme, ISBN 3-13-105382-8 Kap.3.3: S.8
  2. Reinhart Jarisch (2004): Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme, ISBN 3-13-105382-8 Kap.3.2: S.7
  3. Reinhart Jarisch (2004): Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme, ISBN 3-13-105382-8 Kap.8: S.140
  4. Reinhart Jarisch (2004): Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme, ISBN 3-13-105382-8 Kap.11: S.168/169
  5. Reinhart Jarisch (2004): Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme, ISBN 3-13-105382-8 Kap.4.5: S.96
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Diaminoxidase aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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