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Ernst von Bibra



  Ernst Freiherr von Bibra (* 9. Juni 1806 in Schwebheim; † 5. Juni 1878 in Nürnberg) war ein deutscher Naturforscher und Schriftsteller.

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Inhaltsverzeichnis

Leben

Ernst von Bibra studierte in Würzburg zunächst Rechtswissenschaften und schloss sich dem Corps Franconia an. Später sattelte er zu den Naturwissenschaften um und wandte sich besonders der Chemie zu.

1849 reiste er nach Brasilien und um das Kap Hoorn nach Chile, das er in allen Richtungen durchwanderte. Einen Bericht über diese Reise gab er in seinen Reisen in Südamerika. Nach seiner Rückkehr lebte er meist in Nürnberg, wo er auch seine reichen naturhistorischen und ethnografischen Sammlungen ausstellte. Mit novellistisch gehaltenen Reiseskizzen und kulturhistorischen Schilderungen beginnend, beschäftigte sich von Bibra in den letzten Jahren vorzugsweise mit belletristischen Arbeiten.

Heute ist von Bibra vor allem für sein Buch "Die narkotischen Genussmittel und der Mensch" bekannt. Es gilt als Wegbereiter der Ethnopsychopharmakologie und gibt einen für seine Zeit einzigartig umfassenden Überblick über verschiedene Rausch- und Genussdrogen in aller Welt.

Werke

  • Chemische Untersuchungen verschiedener Eiterarten. Berlin 1842
  • Chemische Untersuchungen über die Knochen und Zähne des Menschen und der Wirbeltiere. Schweinfurt 1844
  • Hilfstabellen zur Erkennung zoochemischer Substanzen. Erlangen 1846
  • Untersuchungen über die Krankheiten der Arbeiter in den Phosphorzündholzfabriken. Erlangen 1847
  • Emil Harless, Ernst von Bibra: Die Ergebnisse der Versuche über die Wirkung des Schwefeläthers. Erlangen 1847
  • Chemische Fragmente über die Leber und die Galle. Braunschweig 1849
  • Reisen in Südamerika. 2 Bände, Mannheim 1854
  • Vergleichende Untersuchungen über das Gehirn des Menschen und der Wirbeltiere. Mannheim 1854
  • Die narkotischen Genussmittel und der Mensch. Nürnberg 1855
  • Die Getreidearten und das Brot. Nürnberg 1860
  • Der Kaffee und seine Surrogate. Sitzungsberichte der Akademie derWissenschaften in München 1858
  • Die Bronze- und Kupferlegierungen der alten und ältesten Völker. Erlangen 1869
  • Über alte Eisen- und Silberfunde. Nürnberg 1873
  • Erinnerungen aus Südamerika. 3 Bände, Leipzig 1861
  • Aus Chile, Peru und Brasilien. 3 Bände, Leipzig 1862

Einige seiner Werke, die sich besonders durch gelungene Charakterzeichnung und schöne landschaftliche Schilderungen auszeichnen, sind:

  • Ein Juwel. Leipzig 1863
  • Ein edles Frauenherz. 2. Ausgabe, Jena 1869
  • Abenteuer eines jungen Peruaners in Deutschland. Jena 1870
  • Die Kinder des Gauners. Nürnberg 1872
  • Die neun Stationen des Herrn v. Scherenberg. Jena 1880
  • Wackere Frauen. Jena 1876

Literatur

  • Rudolf Beissel: Ernst Freiherr von Bibra. Ein Naturforscher mit schöngeistigen Neigungen. In: Augustin, Siegfried - Mittelstadt, Axel (Hrsg.): Vom Lederstrumpf zum Winnetou. München 1981.
  • U. v. Hintzenstern, H. Petermann, W. Schwarz: Frühe Erlanger Beiträge zur Theorie und Praxis der äther- und Chloroformnarkose: Die tierexperimentellen Untersuchungen von Ernst von Bibra und Emil Harless. In: Der Anaesthesist Berlin u.a. (2001). 869-880.
  • Rüdiger Kutz: Zum Leben des Naturforschers Ernst von Bibra I, Franconiae Würzburg. In: Frankenzeitung, Würzburg, 1999 (118), S. 56-60.
  • Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II/2, Zürcher Ausgabe 1977, Kap. 15. Ueber Religion, § 177. Ueber das Christenthum, S. 412/413.
  • Matthias Witzmann: Eigenes und Fremdes. Hispanoamerika in Bestsellern der deutschen Abenteuer- und Reiseliteratur (1850-1914). Verl. Dr. Hut, München 2006. ISBN 3-89963-321-0

Siehe auch

  • Bibra (Adelsgeschlecht)
 
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