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Graf von Saint Germain



Der Graf von Saint Germain [sɛ̃ʒɛʀˈmɛ̃], (auch: Aymar de Betmar; Marquis de Betmar; Graf Welldone u. a.), (* unbekannt; † 27. Februar 1784 in Eckernförde) war ein Abenteurer, Geheimagent, Alchemist, Okkultist und Komponist, dessen historische Person fast ganz von seinen teilweise von ihm selbst geschaffenen Legenden verdeckt wird.

 

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Das größte Rätsel um Saint-Germain war stets die Frage seiner Herkunft und der Quellen seines Reichtums. Hier die wichtigsten Hypothesen:

  • Er selbst gab in seiner Zeit in Deutschland z. B. gegenüber dem Landgrafen von Hessen-Kassel an, der Sohn des transsylvanischen Fürsten Franz II. Rákóczi (1676-1735) zu sein [1], konnte dies aber nicht beweisen. Auch in der okkulten und Freimaurer-Literatur wird dies zum Teil behauptet. Die beiden Söhne von Rakoczy, der in Ungarn die Kuruzzenaufstände gegen den Kaiser anführte, aber später im Exil in Paris bzw. ab 1717 in der Türkei lebte, waren als eine Art Geisel am Wiener Hof aufgezogen worden. Nach dieser Herkunfts-Hypothese wäre ein weiterer Sohn (Leopold Georg, geb.1696, aber offiziell 1700 gestorben[2]) aber insgeheim beim letzten Medici-Herzog Gian Gastone de' Medici der Toskana aufgezogen worden. Es stellt sich dann allerdings die Frage, warum Rakoczy ihn nicht anerkannte bzw. warum Saint-Germain seine Abkunft nicht beweisen konnte.
  • Eine wahrscheinlichere Hypothese [3] nimmt an, dass er der Sohn der letzten spanischen Habsburgerkönigin Maria Anna von Pfalz-Neuburg (1667-1740) und eines jüdischen Bankiers in Madrid, Comte Adanero, den sie zu ihrem Finanzminister machte, war. Nachdem der König Karl II. 1700 kinderlos starb, was den Spanischen Erbfolgekrieg zur Folge hatte und den Bourbonen zum spanischen Thron verhalf, lebte sie in Bayonne im französischen Baskenland im Exil. Auch der französische Außenminister Herzog von Choiseul macht eine Andeutung in dieser Richtung als er mit der Frage konfrontiert wird, warum der französische Staat nichts über ihn wisse: „Er sei der Sohn eines portugiesischen Juden, der den Hof täuschte.“[4] Von Gleichen berichtet in seinen Memoiren, der Baron de Stosch [5] in Florenz hätte ihm gesagt, er hätte zur Zeit des Regenten, also 1715-1723, in Paris einen Marquis von Montferrat gekannt, Sohn der Witwe Karls II und eines Bankiers aus Madrid. Saint-Germain benutzt auch später diesen Decknamen in Italien. Auch ein Aufwachsen in Italien wäre mit der Pfalz-Neuburg Hypothese vereinbar, denn die Schwester des letzten Medici -Großherzogs der Toskana, Gian Gastone de' Medici, war mit dem Pfälzer Kurfürsten Johann Wilhelm, dem Bruder der Königin Maria Anna, verheiratet. Auch der Saint-Germain Forscher Charconac plädiert für die Pfalz-Neuburg Variante und gibt als Vater Jean Thomas Enriquez de Cabrera an, Herzog von Rioseco, elfter und letzter Amirante von Kastilien, mit umfangreichem Besitz in Sizilien.
  • Nach Ansicht der Madame de Pompadour war er ein Bastard des Königs von Portugal.[6]
  • Nach Casanova [7] war er ein italienischer Geigenspieler namens Catalani. Das Urteil des Venezianers, der selbst zeitweilig in einem Orchester Geige spielte, wiegt schwer: Saint Germain muss sicherlich in seinen jüngeren Jahren längere Zeit in Italien aufgewachsen sein.
  • Er wäre der Sohn eines Steuereinnehmers aus San Germano in Piemont namens Rotondo und um 1710 geboren (so der Minister des Markgrafen von Baden, von Gemmingen, der das in Italien erfahren haben will).

Saint Germain war sehr vielsprachig - er sprach perfekt italienisch, deutsch, spanisch, portugiesisch, französisch (mit Piemonter Akzent), englisch und las einige tote Sprachen. Geographisch deutet das sowohl zur Iberischen Halbinsel als auch ins italienische Piemont.

Über sein Geburtsdatum ist nichts bekannt. Zur Zeit seines Auftretens in Paris (ca. 1756) schätzt ihn Madame du Hausset auf um die 50.

Leben

Die erste gesicherte Nachricht von ihm als Graf von Saint-Germain stammt aus den Briefen Walpoles 1745 [8]. Darin wird gesagt, dass er sich schon 2 Jahre in London aufhält, eine ausgesuchte Sammlung von Juwelen besitzt, komponiert und als exzellenter Geigenspieler auftritt. In London lässt er u. a. eine italienische Liedsammlung und Violinsonaten drucken. Er wird auch vorübergehend verhaftet, im Rahmen des allgemeinen Misstrauens und der Feindseligkeiten gegen katholische Ausländer wegen des damaligen jakobitischen Aufstands in Schottland. Er erregt die Neugier des Prinzen von Wales und befreundet sich mit Philip Stanhope.

Danach scheint er sich in Deutschland aufgehalten zu haben. Er lernt in Wien den französischen Kriegsminister Marschall von Belle-Isle (1684-1761) kennen, den er u. a. mit Plänen einer Invasion Englands derart beeindruckt, dass er ihn nach Paris holt. Die Zeit dort von 1756-1760 ist der Höhepunkt seiner Laufbahn. Wie in Casanovas Memoiren anschaulich geschildert wird, unterhält er Abendgesellschaften damit, dass er vorgibt Zeuge wichtiger weit zurückliegender historischer Ereignisse gewesen zu sein, die er in genauen Einzelheiten schildert (er besitzt immense historische Kenntnisse). Dabei setzt er stets eine todernste Miene auf, isst und trinkt aber nichts. Selbst die Pompadour (1721-1764) unterhält er auf diese Weise, wie ihre Kammerfrau du Hausset berichtet[9]. Da sie stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten ist, den König Ludwig XV. zu unterhalten, stellt sie Saint Germain ihm vor mit vollen Erfolg: im Trianon Schlösschen in Versailles wird ein Alchemistenlabor errichtet, und 1758 stellt ihm Ludwig XV. auch Räume im Loireschloss Chambord zur Verfügung, wo er u. a. an neuen Methoden für die Textilfärberei experimentiert. Auch behauptet er, Fehler in Edelsteinen beseitigen und Diamanten zu größeren verschmelzen zu können. Er liefert dem König auch Proben ab, hütet sich aber in diesem Fall Tricksereien anzuwenden, wie er es denn auch kategorisch ablehnt, dem König irgendwelche Mittel zu verabreichen. Er ist nämlich auch in der Pharmazie bewandert und behauptet, ein Aqua benedetta zu besitzen, das bei Damen das Altern stoppt. Das trägt sehr zu seiner Beliebtheit bei, er macht aber in seiner Zeit in Paris kein Geschäft daraus.

Das enge Verhältnis zum König führt schließlich auch zu seinem Sturz in Paris. Ludwig XV. hatte nämlich die merkwürdige Angewohnheit, an seinem Außenminister Choiseul vorbei und ohne dessen Wissen diplomatische Aktivitäten zu entfalten („Secret du Roi“ genannt) [10]. Insbesondere war man 1760 am Hof der hauptsächlich von Choiseul eingefädelten Allianz mit den Österreichern im Siebenjährigen Krieg überdrüssig, der sich zu einem weltumspannenden Konflikt mit England ausgeweitet hatte. Man benutzte daher Saint Germain dazu, in Den Haag über einen möglichen Friedensschluss vorzufühlen. Der französische Botschafter d´ Affry bekam davon Wind und berichtete seinem Chef Choiseul, der sofort wütend die Verhaftung von Saint Germain befahl. Der König stellte sich unwissend, und Saint Germain sah sich gezwungen nach London zu flüchten.

Saint Germain mied nun eine Weile Frankreich und hielt sich hauptsächlich in den Niederlanden Deutschland auf, wo er zusätzlich gerne den Decknamen Welldone führt. 1762 scheint er eine Rolle beim Putsch von Katharina II. in St.Petersburg gespielt zu haben, genaueres ist aber nicht bekannt [11]. 1763 kauft er sich ein Gut bei Nimwegen und richtet ein Laboratorium ein. Er kann die reiche Brüsseler Geschäftsfrau Nettine und den Statthalter des Kaisers Graf Cobenzl für die Gründung von Manufakturen gewinnen und lässt sich große Geldsummen vorstrecken. Die Tests der Farb- und Textilproben durch den skeptischen kaiserlichen Minister Kaunitz in Wien fallen aber negativ aus. Im August verschwindet Saint-Germain aus den Niederlanden, einen Haufen Schulden hinterlassend. Über die nächsten 10 Jahre liegen wenig Quellenaussagen vor, er scheint sich aber in Russland und Italien aufgehalten zu haben. 1774 ist er am Hof des Markgrafen Karl Alexander von Ansbach, mit dem er in seinem Schloss Triersdorf mit Farbstoffen experimentiert und den er auch im nahen Nürnberg Alexei Orlow vorstellt, der ihn als seinen Freund bezeichnet und ihm größere Geldsummen übergibt. Er spielt auch in verschiedenen Freimaurerzirkeln, die damals im Deutschen Reich den Zugang zu einflussreichsten Kreisen ermöglichten, eine bedeutende Rolle und schuf sich so eine neue Legende. Cagliostro war sehr daran gelegen, als sein Schüler zu gelten. Saint Germain war angeblich auch Rosenkreuzer und vertrat eine okkulte Variante der Freimaurerei, was ihn bei Freimaurern umstritten machte: der Herzog von Braunschweig ließ ihn 1777 überprüfen und fand, dass er nicht in die „höheren Grade“ eingeweiht sei. [12]. So gelingt es ihm 1778 in Hamburg die Freundschaft des von Alchemie und Freimaurermythen begeisterten Karl von Hessen-Kassel, dem Statthalter des dänischen Königs in Schleswig, zu erringen. Auf seinem Sommerschloss in Louisenlund richtet er ihm ein Alchemistenlabor ein (der „Alchemistenturm“ ist heute abgetragen), und im nahen Eckenförde gründen beide eine Seidenfärberei. Das Klima bekommt Saint-Germain allerdings nicht, und er starb laut Kirchenbucheintrag am 27. Februar 1784 in Eckernförde.[13] Er wurde in St.Nikolai begraben - sein Grabstein fiel einer Sturmflut zum Opfer.

Trivia und Ergänzungen

Saint-Germain, bei dem das „Geheimnis“ seines eigenen scheinbaren Nicht-Alterns in seiner strengen Diät liegt, propagiert gerne einen Tee aus Senna Blättern, die damals aus Äthiopien/Arabien eingeführt wurden und eine abführende Wirkung haben. Der Tee ist noch im 19. Jahrhundert in Deutschland und Dänemark als „Saint-Germain Tee“ bekannt.

Die Bemerkung von Voltaire in einem Brief an Friedrich den Großen vom 15. April 1760, Saint-Germain sei „ein Mann der niemals stirbt und alles weiß“, ist ironisch gemeint. Saint-Germain irritiert zu dieser Zeit durch sein Auftreten in London Friedrich den Großen, welcher seinen eigenen Unterhändler Choiseul, da dieser Saint-Germain nicht fassen kann, in die Bastille werfen lässt um „die Österreicher zu beruhigen“. In einem Antwortbrief an Voltaire nennt Friedrich ihn denn auch einen „Graf zum Lachen“ (Comte pour rire) [14]

Die Legende des Nicht-Alterns von Saint-Germain wirkte so stark, das viele Memoirenschreiber ihn noch bis weit ins 19.Jahrhundert gesehen haben wollen (Comtesse de Genlis Memoirs 1825, u. a.). Anscheinend bestand auch eine Tendenz, seine Legende mit der des „Ewigen Juden“ zu verschmelzen.

Die „Souvenirs de Marie Antoinette“ der Comtesse d Adhemar, in denen behauptet wird, das Saint-Germain Marie Antoinette vor einer blutigen Revolution der „Enzyklopädisten“ gewarnt hätte, sind eine Fälschung und stammen nicht von der Vertrauten der Königin, sondern von einem gewissen Lamothe-Langon. Von hier stammt die Legende, Saint Germain hätte auch die Zukunft vorhergesagt.

Der Arzt Franz Anton Mesmer, der die Lehre vom Animalischen Magnetismus (Bio-Energie) formuliert hat, soll angeblich ein Schüler des Grafen gewesen sein.

Die Spiritistin und gelehrte Begründerin der „Theosophie“ Madame Blavatsky hielt Saint Germain für einen der „geheimen tibetanischen Weisen“. Ihre amerikanische Schülerin Isabel Cooper-Oakley versuchte das zu untermauern und betrieb intensive Archiv-Studien, die sie in ihrem Buch publizierte. Von hier stammt die Legende, Saint Germain wäre bis nach Persien und Indien gereist und hätte die Weisheitsbücher des Ostens im Sanskrit Original studiert.

Napoleon III. ließ ein umfangreiches Dossier über Saint-Germain zusammentragen, dass aber in der Zeit der Pariser Kommune in der Präfektur den Flammen zum Opfer fiel.

Das einzig erhaltene Bild von Saint-Germain stammt aus dem Nachlass der Marquis d´Urfe (danach der oben abgebildete Stich von N.Thomas). Casanova und Saint-Germain stehen in Paris in Konkurrenz zueinander darum, Einfluss auf die reiche Witwe zu gewinnen- Casanova ihres Geldes wegen, was er offen zugibt, die Motive von Saint Germain hingegen sind Casanova ein Rätsel.

Nach von Gleichen soll Saint Germain auch ein guter Maler gewesen sein. In seiner Gemäldesammlung befand sich eine (echte?) Heilige Familie von Bartolomé Esteban Murillo. Aufmerksamkeit erregte Saint-Germain durch neuartige Farbmisch-Techniken, die Maler wie Maurice Quentin de La Tour und Charles André van Loo bewunderten.

Zu den zahlreichen chemischen Entdeckungen, die er vermarkten will, zählt auch ein goldähnliches Metall (er nannte es Similor, also simil or- ähnlich Gold), auch als Carlsgold bzw. Neu-Platinum bekannt. Sein Glanz scheint allerdings nach Berichten von Zeitgenossen von Dauer gewesen zu sein und die daraus gegossenen Gegenstände sogar schwarz angelaufen zu sein. Der Landgraf von Hessen-Kassel ließ daraus in Ludwigsburg (Schleswig-Holstein) Medaillen u. a. gießen.

Dem Grafen von Saint Germain wird im Roman von Georges Langelaan, „Les robots pensants“ von der jungen Heldin Penny Vanderwood das Handwerk gelegt (verfilmt 1975 als Schach dem Roboter mit Claude Jade als Penny und André Reybaz als Comte de Saint Germain)

Nach älteren Ausgaben von „Groves Dictionary of Music“ (3.Aufl. 1938) ist derjenige, der ca. 1745 in London Musik unter dem Namen St.Germain veröffentlichte, der italienische Komponist und Violinist Giovannini, bekannt als Autor von „Willst du dein Herz mir schenken“ im Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach. Er lebte seit 1740 in Berlin und starb 1782. Dies scheint auf einer Verwechslung zu beruhen, die zuerst in einem Künstler-Lexikon von Gerber 1812 unterlaufen war[15]. In London trug Saint-Germain u. a. einige Arien für die mäßig erfolgreiche Oper L incostanza delusa des italienischen Opernkomponisten Brivio bei (arrangiert von Geminiani), die die Samstage vom 9. Februar bis 20. April 1745 im Haymarket Theater aufgeführt wurde. Er studierte dabei auch einige Lieder mit der Sängerin Giulia Frasi ein. Bei einigen Privatkonzerten sang Saint Germain auch selbst. Lady Jemima Grey ist von seinem Stil, der Emotionen sehr plastisch zum Ausdruck bringt, und seiner schwachen Stimme nicht sehr erbaut: His manner is beyond any description.

Saint-Germain sollte nicht mit seinen Zeitgenossen dem französischen General und Minister Claude Louis de Saint-Germain oder dem Okkultisten Robert-Francois Quesnay de Saint-Germain verwechselt werden.

Zitate

Casanova, Memoiren[16]:

„Er gab sich in jeder Hinsicht als Wunderknabe. Er wollte verblüffen und verblüffte auch tatsächlich. Er hatte eine entschiedene Art zu sprechen, die jedoch nicht missfiel, denn er war gelehrt, sprach fließend alle Sprachen, war sehr musikalisch, ein großer Kenner der Chemie, besaß angenehme Züge und verstand es, sich bei allen Frauen beliebt zu machen.“

Der preußische Botschafter in Dresden Graf Alvensleben 1777[17]:

„Er ist ein hochbegabter Mann mit hellwachem Verstand, doch ohne jede Urteilskraft. Er hat seinen einzigartigen Ruf nur durch erniedrigendste und gemeinste Schmeichelei erworben, deren ein Mensch fähig ist, und durch seine außerordentliche Eloquenz, mit der er sich, insbesondere wenn man sich von dem Eifer und Enthusiasmus mitreißen läßt, artikulieren kann.. Die Triebfeder seines Handelns ist seine bodenlose Eitelkeit.. Er ist anregend und unterhaltend in Gesellschaft, so lange er nur erzählt. Doch sobald er versucht, eigene Gedanken zu entwickeln, kommt seine ganze Schwäche zum Vorschein... Doch wehe dem, der ihm widerspricht.“

Literatur

Quellen

  • Madame du Hausset Memoirs, Paris 1824 (Kammerfrau der Pompadour), online bei [1]
  • von Gleichen Souvenirs, Leipzig 1847, Paris 1868 (der dänische Gesandte in Paris war mit Saint Germain befreundet)
  • Alfred von Arneth: Graf Philipp Cobenzl und seine Memoiren. Gerold, Wien 1885 (Saint Germain richtete für den kaiserlichen Statthalter in den habsburgischen Niederlanden eine Tuchfärberei ein, zerstritt sich aber mit ihm)
  • Karl von Hessen-Kassel: Memoires de mon temps, Kopenhagen 1861
  • Grosley Memoirs in Oeuvre inedits Bd.3, 1813 (Grosley ist vor allem als Reiseschriftsteller bekannt)
  • Casanova, Memoiren, Propyläen Ausgabe
  • Casanova Soliloque d un penseur, Correspondance inedit 1773-1783, Paris 1926, Jean Fort (Hrsg.), 148 Seiten

Sachbücher

  • Friedrich Bülau: Geheime Geschichten und rätselhafte Menschen. Reclam, Leipzig 1892 ff
    • 3. Cagliostro, Der Graf von Saint-Germain u. a. 1893, französische Ausgabe online bei [2], dort Bd.1
  • Andrew Lang Historical mysteries, 1904, Kapitel Saint Germain the deathless, online bei [3]
  • Charles Mackay Extraordinary popular delusions and the madness of crowds, London 1841, mehrfach nachgedruckt, online in Bd.3 bei [4]
  • Paul Chacornac: Le Comte de Saint Germain. Editions Traditionnelles, Paris 1989 (Repr. d. Ausg. Paris 1947) (Standardwerk)
  • Lhermier: Le mysterieux comte de Saint Germain, Paris 1943
  • Gustav Berthold Volz (Hrsg.) Der Graf von Saint Germain - das Leben eines Alchemisten nach großenteils unveröffentlichten Urkunden, Dresden, Paul Aretz Verlag 1923, 1925 (Standardwerk, Abdruck fast aller bekannten Dokumente und Memoirenausschnitte)
  • Jean Overton Fuller The Comte de Saint-Germain, London 1988
  • Isabel Cooper-Oakley: The Comte de Saint Germain. The secret kings. The Theosophical Publishing House, London 1985, ISBN 07229-5146-9 (Repr. d. Ausg. Mailand 1930) (Abdruck vieler Dokumente, teilweise aber unzuverlässige Quellen)
  • Christiane Feuerstack: Graf Saint Germain. Im Spiegel der Widerspüche. Borbyer Werkstatt Verlag, Eckernförde 2004, ISBN 3-924964-22-X
  • Manly P. Hall: The most holy trinosophia of the Comte de St. Germain. The Philosophical Research Society, Los Angeles, Calif. 1962 (mit Kommentar und Biografie) (Zuschreibung dieses Buches an Saint-Germain unsicher)
  • Maurice Heim: Le vrai visage du Comte de Saint Germain. Gallimard, Paris 1957
  • Willers Jessen: Der Graf Saint-Germain 1907, reprint Jahrbuch Heimatgemeinschaft Eckernförde Heft 5, Eckernförde 2004
  • L. A. Langeveld: Der Graf von Saint Germain. Der abenteuerliche Fürstenerzieher des 18. Jahrhunderts. Starczewski, Höhr-Grenzhausen 1993, ISBN 3-925612-22-X (Repr. d. Ausg. Berlin 1930) (unzuverlässige Quellen)
  • Jean Moura, Paul Louvet: Saint Germain, le Rose-Croix immortel. Editions J'ai Lu, Paris 1973 (Repr. d. Ausg. Paris 1934)
  • Irene Tetzlaff: Unter den Flügeln des Phönix. Der Graf von Saint Germain; Aussagen, Meinungen, Überlieferungen. Mellinger Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-88069-289-0. (teilweise unzuverlässige Quellen)
  • Hartmut Verfürden: Der Graf von St. Germain - Skizzen eines Lebensweges, in: Landgraf Carl von Hessen, Vorträge zu einer Ausstellung, hrsg. von Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig 1997, Seite 139 ff
  • Hartmut Verfürden: Der Graf von Saint-Germain und Eckernförde, in: Wer war "Graf Saint-Germain" : eine historisch-kritische Bestandsaufnahme, Jahrbuch der Heimatgemeinschaft Eckernförde e.V. : Beihefte "Materialien und Forschungen aus der Region" ; 5, Eckernförde 2004
  • Colin Wilson: Das Okkulte, März Verlag 1982, reprint Fourier 1995 (engl.Original 1971), S.449 ff
  • Rives Childs: Casanova, Blanvalet 1977, reprint Büchergilde Gutenberg 1978, S.100 ff

Belletristik

  • Eduard Maria Oettinger: Der Graf von Saint-Germain, 1844, 1846
  • Karl May: Das Zauberwasser und andere Erzählungen (Gesammelte Werke; 48). Karl-May-Verlag, Bamberg 2000, ISBN 3-7802-0048-1
  • Irene Tetzlaff: Der Graf von Saint Germain. Licht der Finsternis. Mellinger Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-88069-020-0
  • Peter Krassa: Der Wiedergänger. Das zeitlose Leben des Grafen St. Germain. Herbig, München 1998, ISBN 3-7766-2062-5
  • Alexandre Dumas: Die Halsbandaffaire, (Cagliostro, der der Dubarry eine düstere Zukunft vorhersagt, trägt deutliche Züge von Saint-Germain)

Als Nebenfigur taucht Saint-Germain u. a. in folgenden Büchern auf:

  • Puschkin Pique Dame 1834, online in [5]
  • Thackeray The notch and the axe, in Rounabout papers, 1862, online in [6]
  • Rilke Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, Kapitel 44 als Marquis Bellmare, 1910, online bei [7]
  • George Sand La Comtesse de Rudolstadt 1843
  • Bulwer-Lytton The haunted and the haunters, 1857, online in [8]
  • Umberto Eco Das Foucaultsche Pendel 1988
  • Horst Wolfram Geissler Der Puppenspieler, München 1929
  • Alexander Lernet-Holenia Der Graf von Saint-Germain, Zürich 1947 (nur eine Prophezeiung von Saint Germain spielt in dem Roman eine Rolle)
  • Kai Meyer: Die Unsterbliche, Wilhelm Heyne Verlag 2001
  • Raymon Khoury: Sanctuary, Orion Books 2007

Einzelnachweise

  1. Das war auch ein Grund, warum sich die Wege von Saint Germain und des Markgrafen von Ansbach trennten, denn dieser stellte Nachforschungen an und bezweifelte die Abkunft von Rakoczy (Colin Wilson S.453).
  2. Ein im Genealogischen Archivarius von 1736 veröffentlichtes Testament von Rakoczy erwähnt aber einen dritten Sohn, den er den Testamentsvollstreckern wie dem Herzog von Maine und dem Grafen von Toulouse anvertraut.
  3. Grosley, Memoiren, er will dies in Holland gehört haben.
  4. von Gleichen, Memoiren.
  5. ein bekannter deutscher Kunstsammler in Florenz, zeitweise Doppel-Agent der Engländer bei den Jakobiten in Rom.
  6. Memoiren ihrer Kammerfrau du Hausset.
  7. Soliloque d un penseur, Prag 1784, nach Fußnote in Propyläen Ausgabe von Casanovas Memoiren, Bd. 5, S. 326. In seinem Buch geht er auf einer einzigen Seite auf Saint Germain ein und lässt nochmals seine Bewunderung durchblicken (Rives Childs, „Casanova“ S.101).
  8. Brief an Horace Mann vom 9. Dezember 1745, zitiert bei Andrew Lang Historical mysteries.
  9. Gegenüber von Gleichen äußert er sich allerdings so: „diese Pariser Idioten (ces betes de parisien) glauben dass ich 500 jahre alt bin, und ich bestätige sie in dieser Auffassung, da ich sehe das es ihnen Vergnügen bereitet- was nicht heißen soll das ich nicht sehr viel älter bin als ich erscheine“. Es gab aber bald sehr begabte Imitatoren, wie einen gewissen „Milord Gowers“, die seine Legende ausbauten.
  10. vgl. Janusz Piekalkiewicz Weltgeschichte der Spionage, Weltbild Verlag 1988, S.168ff, wo er ausführlich auf die Agenten des Secret du Roi eingeht (Casanova, d´Eon), aber Saint Germain übersehen hat.
  11. Im Wesentlichen beruht die Vermutung auf Bemerkungen der Orlow-Brüder, die Saint Germain ihre Dankbarkeit bekunden. Alexej Orlow übergibt ihm in Nürnberg 1775 auch eine größere Summe Geld. Zur Finanzierung des Putsches benötigte Katharina eine hohe Anleihe. Offiziell weigerte sich der französische Botschafter de Breteuil, kurz darauf erhielt sie aber 100.000 Rubel von einem englischen Kaufmann namens „Weldten“ (Gina Kaus Katharina II., Bechtle Verlag, S. 226). Das klingt sehr nach Saint-Germain unter seinem Decknamen Welldone. Andererseits geht aus Erinnerungen von Hardenbroek, abgedruckt bei Volz, hervor, das er März bis August 1762 in Holland war. Der Putsch war Ende Juni.
  12. entsprechende Briefe bei Volz, S. 324ff.
  13. Dies wird von Casanova in seinen Memoiren bestätigt. Er schildert ihre letzte Begegnung in Tournai, wo er 1763 mit Unterstützung des Graf Cobenzl eine Färberei einrichtete. Saint-Germain versucht den skeptischen „Kollegen“ Casanova durch alchemistische Taschenspielertricks zu beeindrucken. Casanova gibt dann an, das Saint-Germain zur Zeit der Abfassung seiner Memoiren (um 1790) schon 7-8 Jahre tot sei und in Schleswig - das er falsch schreibt- verstarb.
  14. Voltaire, Werke, Beugnot ed., Bd.58, Briefe Nr. 2892, 2996
  15. John Hendrik Calmeyer The Count of Saint Germain and Giovannini- a case of mistaken identity, Music and letters Bd.48, 1967, S.4 sowie in New Grove´s Dictionary of Music und Thesis University North Carolina 1964. Zu Saint-Germain und seiner Musik siehe auch Johan Franco The Count of Saint Germain, The Musical Quarterly, Bd.36, 1950, S.540
  16. Propyläen Ausgabe Bd.5, S.143
  17. Brief an Friedrich d.Großen 25.6.1777, zitiert bei Colin Wilson, S.454. Gegenüber dem Original in Volz S.310 etwas gerafft.
 
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