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Jiffy



Der englische Begriff Jiffy (auch Jiffie) bezeichnet ein kurzes, häufig nicht näher spezifiziertes Zeitintervall. In der Wissenschaft und Computertechnik kann "Jiffy" verschiedene, jeweils für die Anwendung definierte Zeitspannen bzw. Zeiteinheiten angeben. Die häufigste Interpretation ist 1/100 Sekunde, was etwa die kleinste manuell noch messbare Zeitdauer darstellt. Jiffy beschreibt (bzw. entspricht) je nach Publikation oder Anwenderkreis:

  • im Betriebssystem-Bereich, die Periodendauer des Timer-Interrupts;
  • die Dauer eines "Ticks" des Taktes eines Computers, z.B. 0,5 Nanosekunden bei einem 2-Gigahertz-Mikroprozessor bzw. 0,33 Nanosekunden mit einem 3-Gigahertz-Mikroprozessor (je schneller der Prozessor, desto kürzer das Intervall bzw. ein Jiffy);
  • in manchen Publikationen die Zykluszeit des Wechselstroms: 1/60 Sekunde in den USA und Kanada, in den meisten anderen Ländern der Welt 1/50 Sekunde;
  • in der Physik die Zeit, die das Licht braucht, um im Vakuum die Strecke von 1 Fuß zurückzulegen (ca. eine Nanosekunde).

Es gibt noch weitere Interpretationen für den Begriff Jiffy, dessen genaue Herkunft nicht geklärt ist und im 18. Jahrhundert in England geprägt worden sein soll. Schon damals hat er eine kurze, jedoch unbestimmte Zeit bezeichnet. Das in der englischen Umgangssprache heute noch gebräuchliche "in a jiffy" ist vergleichbar mit dem deutschen "in einem Augenblick / Sekündchen", oder auch "im Nu".

  • Beim Gartenbau bezeichnet man einen Jiffy oder Jiffies als Torfquelltopf für die Aufzucht. Man benutzt die feuchten Jiffies für die Samenaufzucht, um ein Wurzelwerk zu bilden.

Verwendung im Bereich der Betriebssysteme

Ein Jiffy ist eine betriebssystem- und hardwareabhängige Maßeinheit für die Anzahl benötigter Zeitschlitze (engl. timeslices) die ein Prozess für einen bestimmten Vorgang benötigt.

Der Begriff ist insbesondere in der UNIX-Welt geläufig, wo ein Jiffy für die Periodendauer des Timer-Interrupts steht.

Auf Linux-Systemen existiert dazu eine globale Variable jiffies, welche vom Kernel bei jedem Auftreten des Timer-Interrupts um eins erhöht wird. Beim Systemstart wird diese Variable mit dem Wert -300000 initialisiert. Dies deshalb, damit der erste Overflow zu Testzwecken relativ bald (bei 1000 Hz Tickfrequenz nach 5 Minuten) stattfindet. Würde man die Variable mit 0 initialisieren, fände der erste Overflow erst viel später statt (bei 1000 Hz Tickfrequenz nach 50 Tagen). Die Häufigkeit der Erhöhung ist stark vom Prozessor sowie dem Gesamtsystem abhängig und darf bei Linux-Systemen zwischen 12 und 1535 Hz liegen, von denen aber nur wenige Werte aufgrund von Einschränkungen durch die Architektur und dem NTP empfehlenswert sind.

Literatur

  • Linux-Kernel-Handbuch, Robert Love, 2005, Addison-Wesley Verlag, ISBN 3-8273-2204-9
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jiffy aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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