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Kleister



  Kleister ist ein Klebstoff, der meist aus Methylzellulose oder Stärke besteht. Im Handel wird er hauptsächlich in Pulverform unter den folgenden Handelsmarken angeboten:

  • SYCOFIX und Methylan ist Methylcellulose mit Zusätzen, die die Zubereitung des Kleisters beschleunigen.
  • Zell-Leim ist reine Methylcellulose, sollte am Vortag angesetzt werden, ist dafür lagerstabiler und ergiebiger, wird aber deutlich seltener als Fertigkleister angeboten.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Um Kleister aus reiner Stärke herzustellen, muss zuerst die Stärke mit kaltem Wasser angerührt und dann - je nach Stärkesorte - mit kochendem Wasser überbrüht oder durchgekocht werden. Zellulosekleister braucht nur in kaltem Wasser angerührt zu werden.

Anwendungsgebiete

Tapetenkleister wird zum Ankleben von Tapeten genutzt, wobei hier oft den Grundstoffen Methylzellulose und Kunstharz chemische Bestandteile beigemischt werden, um die Klebeeigenschaften den Bedürfnissen anzupassen (z. B. Weichmacher) und einen Schutz vor Pilzbefall einzubauen.

In der Buchbinderei verwendet man neben Leim auch Kleister als Klebstoff.

Stärkekleister, Hauptsächlich aus Kartoffelstärke wird in großem Maße in der Wellpappeproduktion eingesetzt.

Auch zur Herstellung von Pappmaché wird Kleister als Bindemittel verwendet.

Meyers Konversations-Lexikon

Kleister (Buchbinderkleister), Klebmittel für Buchbinderarbeiten, wird aus Weizenstärke erhalten, indem man dieselbe mit etwas kaltem Wasser zu einem Brei anrührt und diesen unter starkem Umrühren in dünnem Strahl in heißes Wasser gießt, bis dasselbe die gehörige Konsistenz angenommen hat. Kochen darf man den K. nicht, weil er dann nach dem Trocknen leicht abspringt. Der reine K. wird kalt verarbeitet oder, wenn man ihn, um seine Klebkraft zu erhöhen, mit etwas Leimwasser vermischt, lauwarm. Für gröbere Arbeiten bereitet man K. aus Roggenmehl, und wenn man den noch heißen K. mit dem halben Gewicht der angewandten Stärke oder des Mehls Terpentin gut mischt, so haftet der K. besser, widersteht der Nässe und eignet sich besonders zum Aufkleben von neuen Tapeten auf alte. Um den K. haltbarer zu machen, löst man in dem Wasser, mit welchem man die Stärke brüht, den 16. Teil vom Gewicht der letztern Alaun auf oder vermischt den fertigen, kalten K. mit etwas Kreosot oder Benzin. Um Insekten von den mit K. gearbeiteten Sachen abzuhalten, kocht man das Wasser mit etwas Aloe, Wermut oder Koloquinten.

 
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