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London-Kraft



Unter London-Kräften versteht man bei der quantenmechanischen Beschreibung der chemischen Bindung die schwachen Anziehungskräfte zwischen ungeladenen, unpolarisierten Atomen und Molekülen. Sie sind benannt nach dem Physiker Fritz London (1900–1954).

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Die London-Kräfte haben eine besondere Bedeutung im flüssigen und festen Aggregatzustand, weil sie dort wesentlich dazu beitragen, dass ungeladene, unpolarisierte Teilchen zusammengehalten werden, insbesondere wenn keine anderen intermolekularen Wechselwirkungen (zum Beispiel Wasserstoffbrückenbindungen) vorhanden sind. Im Gegensatz zur Ionenbindung, kovalenten Bindung und Wasserstoffbrückenbindung beschreiben die London-Kräfte keine elektrostatische Anziehung. Die London-Kräfte sind sehr viel schwächer als die anderen Bindungsarten. In der Computerchemie sind sie nur schwierig zu beschreiben und zu parametrisieren.

Beispiel: Wenn sich zwei ungeladene, unpolare Heliumatome annähern, dann tritt bei gemittelt 55 Å eine anziehende Wechselwirkung auf, wie durch Schwingungsspektroskopie nachgewiesen wurde. Durch Korrelation der Elektronenbewegung in beiden Atomen tritt eine spontane Dipolbildung auf, die die Atome bindet.

In der Literatur werden die Begriffe „London-Kraft“, „Dispersion“ und „anziehende Van-der-Waals-Bindung“ meist synonym gebraucht.

 
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