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Räuchereiche




Räuchereiche ist im Farbton modifiziertes Eichenholz. Hierbei verfärbt sich die Eiche zu einem braunen, bis dunkelbraunen oder schwarzen Holzton. Natürliche Farbvarianzen bleiben erhalten, da der Farbton nicht von der Menge des Ammoniaks abhängt, sondern von der Menge der im Holz vorhandenen Gerbsäure. Beim Räuchern wird das Eichenholz mit Ammoniak oder Salmiak (Ammoniakwasser) begast, es gibt verschiedene Verfahren:

Das älteste und einfachste Verfahren ist die Baustellenräucherung. Hierzu wird das Eichenholz fertig eingebaut. Anschließend werden die zu räuchernden Teile mit einer Kunststofffolie abgedeckt und unter die Folie mehrere Salmiakschälchen gestellt. Das Ammoniak aus den Schälchen entweicht und reagiert mit dem Eichenholz. Hierbei entsteht eine Verfärbung an der Oberfläche. Diese ist allerdings nur mehrere Millimeter tief. Wichtig bei diesem Verfahren ist natürlich, dass das Eichenholz noch keine Oberfläche besitzt (Lack, Öle, oä.)

Dies ist die handwerkliche Art zu Räuchern, alle anderen Verfahren haben gemeinsam, dass sie in industriellem Umfang betrieben werden und erst dann wirtschaftlich sind. Bei diesen Verfahren unterscheidet man zwischen den Verfahren unter Normaldruck und denen die mit Hilfe von Vakuum durchgeführt werden. Beim industriellen Räuchern geht es um die Kernräucherung. Kerngeräuchert bedeutet, dass das Eicheholz durch und durch den gleichen Farbton besitzt. Sollte man also die Räuchereiche aufschneiden oder Schleifen bleibt der Farbton gleich.

Generell kann man sagen, dass die Verfahren unter Normaldruck mehr Zeit benötigen und der Endfarbton heller ist, als der der mit Hilfe von Vakuum entsteht. Details über die Verschiedenen Verfahren lassen sich natürlich hier nicht pauschal wiedergeben, da jeder Betreiber seine eigene Philosophie hat. Die Verfahren unterscheiden sich in folgenden Punkten, wie Höhe des Vakuums, Menge des Ammoniaks, Dauer des Prozesses, diskontinuierliches oder kontinuierliches Verfahren.

Nachdem Räuchern wird das fertige Schnittholz abgelüftet. Danach sollte das Schnittholz soweit abgelüftet sein, dass die nicht gebundenen Anteile des Ammoniaks aus dem Holz entfernt sind. Der restliche Anteil ist im Holz gebunden. Dieser verbleibende Anteil ist für die anhaltende Verfärbung zuständig, da er mit bestimmten Gerbsäuren im Holz reagiert.

Beim Verleimen von Räuchereiche ist darauf zu achten, dass das Holz richtig abgelüftet ist, da herkömmliche Weißleime nicht richtig Aushärten sollten noch Anteile vorhanden sein von ungebundenem Ammoniak. Nach einer ordentlich durchgeführten Ablüftung treten allerdings keine Probleme auf. Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Verfahren. Einmal in herkömmlichen Trockner mit Hilfe von erhöhter Temperatur oder einfach im Freien.

Geräuchert werden kann nicht nur die Eiche sondern alle Holzarten die Gerbsäure enthalten. Der Splintanteil bei Eiche verfärbt sich durch Ammoniak nicht. Bei vielen Produzenten wird er deshalb aussortiert. Dies hängt allerdings von den Sortierwünschen der Kunden ab.

Der dunkle Farbton bei Räuchereiche ist stabiler gegen UV-Licht als zum Beispiel bei natürlichem Holz oder Thermoholz.

Als Alternative um den Räucherfarbton zu erzeugen, gibt es Räucherbeizen oder Räucheranstriche. Allerdings sind dies nur Oberflächenanwendungen und erzeugen keinen Farbton, der wie bei der Kernräucherung durch das komplette Holz hindurch geht.

Literaturhinweise gibt es hierzu nicht. Zum Thema gibt es allerdings entsprechende Unterlagen bei Fachhochschulen die Holztechnik lehren.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Räuchereiche aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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