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Schlichte



Der Begriff Schlichte stammt ursprünglich aus dem Gebiet der Fertigungstechnik. Mit "schlichten" bezeichnet man das Glätten der Oberfläche von Werkstücken.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Im Bereich der Gießereitechnik sind Schlichten Überzugsstoffe, die auf Formen und Kerne aufgetragen werden, um die poröse Formteiloberfläche zu glätten. Dazu benutzt man fein gemahlene feuerfeste bis hochfeuerfeste Stoffe als Grundmaterial. Die Überzugsschicht isoliert den Untergrund und schützt vor thermischer Belastung durch die Metallschmelze.

Schlichte in der Textilindustrie

Die Schlichte ist eine Imprägnierflüssigkeit, welche auf textile Fäden durch z .B. Sprühen oder Tauchen vor der Weiterverarbeitung, z. B. Weben aufgebracht wird. Ein beschlichteter Faden ist geschmeidiger und widerstandsfähiger gegen mechanische Belastung. Ohne Beschlichtung kann am Schussfaden ein Kettfaden durch die ständige Reibung leicht brüchig werden und schließlich reißen.

Beschlichtet werden natürliche Fasern wie auch technische Fasern (Kunststofffasern, Kohlefaser, Glasfaser). Die Schlichte kann je nach Anwendungszweck stark unterschiedliche Rezepturen beinhalten.

Schlichte für Naturfasern

Stärkederivat in wässriger Lösung. Vor dem Auftragen kann der Faden befeuchtet werden, um seine Saugfähigkeit zu verringern, damit die Schlichte an der Oberfläche bleibt. Früher wurde Schlichte aus mit Wasser gemischtem Weizenmehl oder Leim hergestellt, in der modernen Webindustrie werden spezielle Chemikalien verwendet. Die Schlichte wird mit dem ersten Waschen eines Webstücks entfernt. Schlichtemittel wie PVA, CMC und PAC werden in modernen Textilbetrieben nach dem Waschen aus der Waschflotte recycelt und in den Produktionsprozess zurückgeführt.

Siehe auch

  • Entschlichten
 
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