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Seekreide



Seekreide ist ein Kreidemergel sehr ähnliches Sedimentgestein, welches sich mit bis zu neun Metern Mächtigkeit am Grund kalkhaltiger Seen, teils unterhalb von Schlamm- und Sandablagerungen, findet.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Die Entstehung geht auf Kalkalgen zurück (vergleiche beispielsweise: Armleuchteralgen), die aus kalkreichem Wasser Calciumcarbonat (CaCO3) ausfällen, das sich am Seeboden absetzt. An der Zusammensetzung haben auch Schalenfragmente von Mollusken einen Anteil. Verlandungsmoore werden häufig von solcher Seekreide unterteuft, was auf die Existenz eines offenen Gewässers vor der Moorbildung hinweist. Als Tiefseekreide wird der Absatz auf dem Grund der Weltmeere bezeichnet, der petrographisch den Mergeln beizuzählen ist.

Seekreide ist geotechnisch äußerst problematisch, da die Standfestigkeit bzw. Tragfähigkeit, bedingt durch den hohen Wassergehalt, sehr gering ist und dadurch als Rutschhorizont auftritt. Sofern auf solchen instabilen Schichten gebaut wird, kann der Untergrund seine Festigkeit verlieren. Beispiel einer Katastrophe, die auf die geotechnischen Eigenschaften der Seekreide zurückzuführen ist, ist die sogenannte „Vorstadtkatastrophe“ am 5. Juli 1887 in der Stadt Zug (Schweiz).

 
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