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Sorelzement



Sorelzement ist ein in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts vom Franzosen Stanislas Sorel entwickelter Säure-Base-Zement. Als Säure fungiert eine wässrige Magnesiumchloridlösung, als Base kaustisch gebrannter Magnesit (Magnesiumoxid, MgO). Je nach Reaktivität des verwendeten Magnesiumoxids kommt es innerhalb von Minuten oder aber auch erst nach Stunden zu einem Erhärten des Gemisches:

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

5 MgO + MgCl2 + 13 H2O -> 5Mg(OH)2.MgCl2.8H2O

Die entstehende Verbindung ist ein Magnesiumoxychlorid.

Sorelzement wird für die Herstellung von Industriefußböden und von Schleif- und Poliersteinen für die Marmorindustrie verwendet. Zu seinen Vorteilen zählen die sehr schnelle Festigkeitsentwicklung und die hohe Endfestigkeit, zu seinen Nachteilen die Auswaschbarkeit des Chlors aus dem abgebundenen Zement bei Wassereinwirkung.

Im Deutschen Sprachraum werden solche Bodenbeläge als Magnesia- oder Magnesitbeläge bezeichnet. Von Vorteil ist, u.a., dass sie - im Gegensatz zu zementgebundenen Estrichen - vollkommen fugenlos verlegt werden können. Eine Variante der Magnesitestriche sind als "Steinholz" bekannte Bodenbeläge. Sie wurden vor allem in der Nachkriegszeit viel im Wohnungsbau - aber auch für gering beanspruchte Böden im gewerblichen Bereich - verwendet. Diese Steinholzbeläge bestehen ebenfalls aus Magnesitbinder/Sorelzement und enthalten zusätzlich erhebliche Mengen an Holzmehl (Sägemehl) als Füllstoff. Steinholzböden sind fußwarm und angenehm zu begehen, sie besitzen eine gewisse Elastizität.

Ein erhebliche Nachteil aller Magnesitbeläge - nicht nur des Steinholzes - ist die geringe Wasserbeständigkeit. Bei Durchfeuchtung beginnt das Bindemittel zu quellen und kann sich dabei großflächig vom Untergrund lösen. Außerdem muss - wegen des in der Bindung enthaltenen Chlors - Kontakt mit gegen Korrosion empfindlichen Metallen unbedingt vermieden werden.

Literatur

  • A. D. Wilson, J. W. Nicholson: Acid-base cements Their biomedical and industrial applications. Cambridge: Cambridge University Press, 1993.
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sorelzement aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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