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Sorivudin



Strukturformel
Keine Strukturformel vorhanden
Allgemeines
Freiname Sorivudin
Andere Namen
  • (E)-5-(2-Bromovinyl)uridin
  • (E)-5-(2-Bromovinyl)- 1β-D-arabinofuranosyluracil
  • 5-[(E)-2-Bromoethenyl]- 1-[(2R,3S,4S,5R)-3,4-dihydroxy- 5-(hydroxymethyl)oxolan-2-yl] pyrimidin-2,4-dion
Summenformel C11H13BrN2O6
CAS-Nummer 77181-69-2
Arzneistoffangaben
Wirkstoffgruppe

Virostatikum

ATC-Code AB15
Fertigpräparate

Usevir®

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse 349,13 g/mol
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung

R- und S-Sätze R: ?
S: ?
Bitte beachten Sie die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Sorivudin (Handelsname Usevir®) ist ein Virostatikum des japanischen Konzernes Nippon Shoji, das für die Behandlung von Herpes-Zoster-Infektionen (Gürtelrose), Herpes simplex Typ 1 und Epstein-Barr-Virus eingesetzt wird. Mehrere Todesfälle von gleichzeitig mit Sorivudin und Fluorouracil behandelten Patienten lösten 1994 in Japan einen Arzneimittelskandal aus.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Sorivudin ist ein Hemmstoff des Fluorouracil abbauenden Enzyms Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD), wodurch es zur letalen Kumulation von gleichzeitig appliziertem Fluorouracil kommen kann.[1]

Sorivudin wird im Körper genau wie auch Brivudin zu dem Metaboliten Bromvinyluracil (BVU) abgebaut.

Todesfälle

Der Tod von 16 mit Sorivudin behandelten Patienten führte 1994 in Japan zu einem Arzneimittelskandal. Bereits bei den klinischen Tests von Sorivudin waren drei Patienten gestorben. Da Sorivudin-Erfinder Nihon Shoji irreführende und ungenaue Daten an das japanische Ministry of Health and Welfare (MHW) übermittelt hatte, wurde Sorivudin zugelassen. Später wurde offenbar, dass Angestellte von Nihon Shoji ihre Aktienanteile abstießen, bevor der Zusammenhang zwischen Sorivudin und den Todesfällen in der Presse berichtet wurde.[2]

Einzelnachweise

  1. Helmut Schöfer, Falk Ochsendorf: 14. Varizella Zoster-Infektionen hiv.net
  2. Japan's Failure in Pharmaceuticals: Why Is the World Saying "No" to Japanese Drugs? Brian Woodall Georgia Institute of Technology and Aki Yoshikawa Stanford University, März 1997

Literatur

  • Sorivudine and 5-fluorouracil; a clinically significant drug-drug interaction due to inhibition of dihydropyrimidine dehydrogenase Br J Clin Pharmacol. 1998 Jul;46(1):1-4
  • 5-Fluorouracil- bzw. 5-Fluoropyrimidinderivat-haltige Arzneimittel zur systemischen Anwendung, Interaktion mit Brivudin und Phenytoin, Stufenplanverfahren Stufe II AMK, 17. April 2007

Siehe auch

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sorivudin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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