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Sotalol



Steckbrief
Name (INN) Sotalol
Wirkungsgruppe

Antiarrhythmikum

Handelsnamen

Sotalex®, Darob® u.a.

Klassifikation
ATC-Code AA07
CAS-Nummer 3930-20-9
Verschreibungspflichtig: JA


Fachinformation (Sotalol)
Chemische Eigenschaften

IUPAC-Name: N-[4-(1-Hydroxy-2-isopropylamino-
ethyl)phenyl]methansulfonamid
Summenformel C12H20N2O3S1
Molare Masse 272.362 g/mol

Sotalol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Betablocker, das Besondere dieses Medikamentes liegt in der Möglichkeit der Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmikum).

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Inhaltsverzeichnis

Pharmakologie

Sotalol gehört zu der Gruppe der nichtselektiven Betablockern, da es nicht spezifisch an den β1-Rezeptoren bindet. Es weist im Gegensatz zu den Betablockern Acebutolol und Oxprenolol keine intrinsische sympatomimetische Aktivität (ISA) auf. Sotalol liegt als Racemat vor, beide Formen blockieren Kaliumkanäle. Die L-Form des Sotalol wirkt zusätzlich als Betablocker. Die relative Wirkstärke des Sotalol im Vergleich zum Propranolol beträgt 0,5.

Sotalol als Antiarrhythmikum

Amiodaron und Sotalol gehören beide zu der Klasse III der Antiarrhythmika. Durch elektrophysiologische Messungen von isolierten Herzmuskelzellen konnte eine Verlängerung des Aktionspotentials gezeigt werden. Durch die Verlängerung des Aktionspotentials kommt es ebenfalls dann zu einer Verlängerung der Refraktärzeit der Herzmuskelzelle. Die Verlängerung des Aktionspotentials der Herzmuskelzelle wird durch eine Blockade der Kaliumkanäle erklärt.

Pharmakokinetik

Das Sotalol weißt eine Bioverfügbarkeit von fast 100 % auf. Eine Plasmaproteinbindung des Sotalol konnte nicht nachgewiesen werden. Sotalol ist schlecht steuerbar, da die Plasmahalbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des verabreichten Sotalols auszuscheiden, etwa 15 Stunden beträgt. Die Ausscheidung findet über die Nieren statt, daher sollte die Dosis bei Niereninsuffizienz angepasst werden. Ebenfalls kann das Sotalol bei stillenden Frauen in die Muttermilch übergehen. Daher ist es bei ihnen nicht angezeigt.

Nebenwirkungen

Durch seine antiaarhythmische Eigenschaften weist das Sotalol einige Besonderheiten auf, da es zu weiteren Herzrhythmusstörungen führen kann. Besonders gefürchtet ist das Auftreten der Torsade de pointes-Tachykardie, da diese Kammerflimmern entwickeln können. Diese Herzrhythmusstörungen können vor allem bei hohen Dosen, Niereninsuffizienz, Elektrolytstörungen und dem QT-Syndrom auftreten. Deshalb ist bei langer QT-Zeit Sotalol kontraindiziert.

SWORD-Studie

Bei der SWORD-Studie (Survival With Oral D-Sotalol) wurde bei Patienten mit einer eingeschränkten Ventrikelfunktion (EF < 40 %) nach Herzinfarkt Sotalol versus eine Placebogruppe getestet. Bei einer statistisch signifikanten höheren Sterblichkeit der Verumgruppe wurde die Studie abgebrochen.

Literatur

  • T. Karow / R. Lang-Roth: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 2003 S. 62 - S. 66
  • G. Herold: Innere Medizin 2004
  • Waldo AL et al: Effect of d-sotalol on mortality in patients with left ventricular dysfunction after recent and remote myocardial infarction. The SWORD Investigators. Survival With Oral d-Sotalol. Lancet. 1996 Jul 6;348(9019):7-12. Erratum in: Lancet 1996 Aug 10;348(9024):416. PMID 8691967
  • Pratt CM et al: Mortality in the Survival With ORal D-sotalol (SWORD) trial: why did patients die? Am J Cardiol. 1998 Apr 1;81(7):869-76. PMID 9555777
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