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Strahlenkegel (Gestein)



Als Strahlenkegel (auch Druckkegel oder englisch Shatter Cone - „Schmetterkegel“) bezeichnet man eine oft konisch geformte Bruchfläche im Gestein, auf deren Oberfläche feine, strahlenartige Streifen (Striae) zu sehen sind, die von der Spitze (Apex) ausgehen.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

  Strahlenkegel werden in Impaktkratern gefunden. Für ihre Bildung ist die beim Meteoriteneinschlag durch das Gestein laufende Schockwelle verantwortlich, der genaue Mechanismus ihrer Entstehung wird zurzeit noch erforscht (z.B. Sagy et al., 2002; Baratoux und Melosh, 2003). Strahlenkegel haben oft eine Länge von einigen Zentimetern, können aber auch eine Größe von bis zu mehreren Metern erreichen. Sofern sie in unveränderter Lage aufgefunden werden, zeigt die Achsrichtungen primärer Kegel immer in Richtung des Zentrums des Impakts. Daneben können jedoch auch sekundäre Kegel auftreten, die durch Brechung der Schockwelle an Inhomogenitäten im Gestein (Kristallkörner, fossile Einschlüsse, Klüfte) entstehen und quer zu den primären Kegeln verlaufen. Dies lässt sich besonders an Funden aus dem Steinheimer Becken beobachten.

  Strahlenkegel wurden um 1905 erstmals im Steinheimer Becken erkannt und beschrieben (Branco und Fraas, 1905), wo sie in feinkörnigem Kalkstein auftreten (Strahlenkalke) und daher besonders deutlich ausgeprägt sind. Ihre Entstehung konnte damals noch nicht erklärt werden. Heute sind sie auch aus zahlreichen anderen irdischen Kratern bekannt und gelten als eindeutige Indikatoren für einen Einschlag eines großen Meteoriten (z.B. Dietz, 1967; French, 1998). Auch in den Explosionskratern von Kernwaffentests konnte die Bildung von Strahlenkegeln beobachtet werden.  

Literatur

  • D. Baratoux, H. J. Melosh (2003): The formation of shatter cones by shock wave interference during impacting. Earth and Planetary Science Letters 216, S. 43-54.
  • W. Branco, E. Fraas (1905): Das kryptovulkanische Becken von Steinheim, in Abhandlungen der königl. preuß. Akademie der Wissenschaften, Berlin.
  • R. S. Dietz (1967): Shatter Cone Orientation at Gosses Bluff Astrobleme, Nature 216, S. 1082-1084.
  • B. M. French (1998): Traces of Catastrophe, LPI Contribution 954, 120 S. Houston, Texas, USA.
  • A. Sagy, Z. Reches, J. Fineberg (2002): Dynamic fracture by large extraterrestrial impacts as the origin of shatter cones. Nature 418, S. 310-313.
 
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