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Viroid



Ein Viroid ist ein infektiöses Molekül, das aus einer einzelsträngigen, zirkulären, relativ kurzen (150–400 Nukleotide) Ribonukleinsäure besteht.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Es handelt sich gewissermaßen um ein „minimales“ Virus.

Viroide gelten in der Natur als Krankheitserreger von Pflanzen (Pflanzenpathogen). Auf Tieren wurden Viroide bisher nicht entdeckt; die meisten sind bisher in Kulturpflanzen identifiziert worden. Ein gutes Beispiel ist das Kartoffelspindelknollen-Viroid Potato Spindle Tuber Viroid (Abk. PSTVd), welches Kartoffeln, Tomaten und viele andere Pflanzenarten befällt und großen wirtschaftlichen Schaden anrichtet.

Die RNA der Viroide enthält viele komplementäre Bereiche, wodurch sich doppelsträngige, lineare Strukturen ausbilden, die im Elektronenmikroskop als ca. 50 nm lange stäbchenförmige Strukturen beobachtet werden können.

Im Gegensatz zu Viren codieren Viroide keine Proteine. Deshalb sind sie bei ihrer Replikation und ihrem Transport ausschließlich auf Enzyme der Wirtspflanze angewiesen. Dies unterscheidet Viroide grundlegend von Satelliten-Viren, die bei ihrer Replikation auf Helferviren angewiesen sind. Der genaue Mechanismus, über den die Viroid-RNA bei den Pflanzen pathogen wirkt, ist bisher nicht bekannt. Es sind verschiedene Modelle vorgeschlagen worden (z.B. RNA silencing).

Systematik

Auch wenn sich Viroide untereinander stark unterscheiden, lassen sie sich doch in zwei Klassen einordnen:

  • Pospiviroidae (Pospi von Potatoe Spindle)
    • Replikation und Akkumulation im Kern (nucleus)
  • Avsunviroidae (von Avocado Sun Blotch Viroid)
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Viroid aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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