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Vogelleim



Vogelleim ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Mistel. Der Name stammt aus der Römerzeit, als Vogelfänger Ruten mit einer klebrigen Flüssigkeit, die aus den Früchten der Mistel hergestellt wurden, einstrichen. Um den Leim noch klebriger zu machen und gegen Austrocknung zu schützen, wurden auch eingedickter Birnen- und Pflaumensaft sowie Honig zugesetzt. Dies wurde bis ins 19. Jahrhundert in ganz Europa praktiziert. Man streicht dabei den Leim auf Birkenästchen, die man auf einen in den Boden geschlagenen Stock steckt. Neben diesen Stock wird ein Käfig mit einem Lockvogel aufgestellt. So wurden bevorzugt Fichtenkreuzschnäbel und andere Finkenvögel gefangen, um im Winter eine Unterhaltung zu haben, da diese Vögel schön singen. Im Winter wurde mit Leimruten, die auf Büschen platziert wurden, Drosseln zum Verzehr nachgestellt.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Heute ist in den meisten Teilen der EU jedoch der Vogelfang verboten - Leimruten (inzwischen in der Regel mit synthetischem Leim) werden dennoch entgegen den Vorschriften der EU-Vogelschutzrichtlinie als Vogelfallen in Norditalien, auf Zypern und in Katalonien weiterhin verwendet. Die katalanischen Vogelfänger haben sich ihr Hobby von der Regionalregierung genehmigen lassen - in Italien und auf Zypern ist der Einsatz von Vogelleim illegal.

 
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