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Wade-Regel



Die Wade-Regel – ein Begriff aus der Chemie – wurde 1971 von K. Wade, R.E. Williams und R.W. Rudolph gefunden. Mit ihr lässt sich leicht die Struktur einer Boranverbindung aus ihrer Summenformel erkennen. Die Geometrie des Gerüsts von Boranen, Boran-Anionen und Carbaboranen ist durch das Verhältnis der Anzahl der Gerüstelektronen zur Anzahl der Gerüstatome n bestimmt.

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# Gerüstelektronen  #   Gerüstelektronenpaare   #     Struktur     #
#------------------------------------------------------------------#
#    2n             #           n               #      hypercloso  #
#    2n + 2         #           n + 1           #      closo       #
#    2n + 4         #           n + 2           #      nido        #
#    2n + 6         #           n + 3           #      arachno     #
#    2n + 8         #           n + 4           #      hypho       #
#------------------------------------------------------------------#
  • closo von lat. clausus, geschlossen
  • nido von lat. nidus, Nest
  • arachno von grie. arachnion, Spinnennetz

Dabei sitzen die Bor-Atome eines closo-Boran auf den Ecken eines Polyeders, der nur von Dreiecksflächen begrenzt wird (Deltaeder). Typische bekannte Deltaeder sind zum Beispiel: die trigonale Bipyramide (5-Ecken), das Oktaeder (6 Ecken) und das Ikosaeder (12 Ecken). Die Wasserstoffatome des Borans sind kovalent an das jeweilige Boratom gebunden und zeigen radial nach außen weg. closo-Borane kennt man aber bislang nur in Form von Dianionen (zweifach negativ geladene Moleküle). Als Beispiel sei der stabilste Vertreter das closo-Dodekaboranat B12H122- genannt. Die Strukturen von arachno, nido- und hypho-Boranen ergeben sich aus den Strukturen der closo-Borane, in dem eine, zwei bzw. drei benachbarte Ecken des closo-Poleders nicht mit Bor-Atomen besetzt werden. Die entstehende Körper besitzen also zunehmend "offenere" Strukturen. Die Wasserstoffatome dieser Borane besetzen einerseits wieder alle radial außen liegenden Positionen an den Boratomen und zusätzliche Plätze an den geöffneten Teilen der Polyeder.
Beispiel: Das Pentaboran B5H9 ist nach den Wade-Regeln ein nido-Boran. Im Vergleich zum geschlossenen closo-Körper fehlt ihm eine Ecke. Seine Struktur leitet sich demnach von einem closo-Körper ab, der um eine Ecke reicher ist, das heißt von einem Oktaeder. Dabei geht eine Ecke des Oktaeders verloren – man erhält eine tetragonale (vierseitige) Pyramide. 5 H-Atome sitzen an den Ecken dieser Pyramide und zeigen radial nach außen weg, während die verbleibenden 4-H-Atome in die offene Vierecksseite weisen.

hypercloso-Verbindungen findet man bei den einfachen Hydrido-Boranen nicht. Man erwartet für sie ein ähnliches Gerüst wie für closo-Verbindungen. Allerdings sind die theoretischen Arbeiten hierzu nicht abgeschlossen. Beispiele hierfür sind halogensubstituierte Borane wie B6Cl6.


Die Anzahl der Gerüstelektronen lässt sich nun folgendermaßen bestimmen:


Anzahl der Gerüstelektronen = Summe der Valenzelektronen der (Bor-)Gerüstatome + Valenzelektronen der H-Atome + Anzahl der Elektronenladungen - zwei Elektronen pro Hauptgruppen-Gerüstatom.


Beispiele

B5H11

n = 5 (5 Gerüstatome)

Gerüstelektronen = 3×5 + 11 + 0 - 2×5 = 16

16 ist 2n + 6 also ergibt sich die arachno-Struktur.


Alternative:

#    Summenformel #     Struktur     #
#------------------------------------#
#    BnHn         #      hypercloso  #
#    BnHn+2       #      closo       #
#    BnHn+4       #      nido        #
#    BnHn+6       #      arachno     #
#    BnHn+8       #      hypho       #
#------------------------------------#
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wade-Regel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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