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Kratom



Kratom
 
Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Gattung: Mitragyna
Art: Kratom
Wissenschaftlicher Name
Mitragyna speciosa
(Korth.) Havil.

Kratom (Mitragyna speciosa), auch Roter Sentolbaum genannt (volkstümlich auch: Biak, Gra-tom, Biak-Biak, Katawn, Krton, Mabog, Mambog oder Mitragyne), ist eine aus Thailand stammende Pflanze, die eine Reihe von Indolalkaloiden enthält. Das Hauptalkaloid ist das psychoaktive Mitragynin. Der Baum wird etwa 3 bis 12 m hoch, hat grüne, ovale Blätter und gelbe Blüten. Die Blätter der Pflanze werden gekaut, geraucht oder getrocknet als Tee getrunken. In Thailand ist der Besitz und Konsum von Kratom verboten [1].

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Zur Geschichte des Kratoms wurde berichtet, dass es bereits im 19. Jahrhundert Verwendung als Opiatsubstitut (Malaysia) fand und zur Heilung von Opiatsucht diente. Die phytochemische Erforschung der Pflanze begann 1920.

Vorkommen

In Thailand sowie von der nördlichen Malaischen Halbinsel bis Borneo und Neuguinea findet man den Kratom-Baum (Mitragyna speciosa). Er wächst in sumpfigen Gebieten. Von der Gattung Mitragyna gibt es mehrere Arten. Die Art M. speciosa ist die einzige, die in Thailand auf Grund ihrer Wirkung 1943 verboten wurde.

Wirkung

Kratom ist ein sehr wirksames Mittel gegen Durchfallerkrankungen. Die "Tuk-Tuk"-Fahrer in Thailand konsumieren dieses Kraut, um ihren harten Arbeitstag zu überstehen. In kleinen Dosen wirkt es ähnlich wie Kaffee. In sehr hohen Dosierungen kann man die Wirkung mit der des Opium vergleichen. Als Droge werden die Blätter verwendet. Sie werden geraucht, gekaut oder zu einem Extrakt verarbeitet. Man kann das Pulver auch mit heißem Wasser aufbrühen und dann als Tee trinken. Mitragynin ist der Hauptwirkstoff und ist offensichtlich gut verträglich und zeigt auch bei sehr hohen Dosen von bis zu 920 mg/kg Körpergewicht keinerlei toxischen Wirkungen. In den Blättern des Kratoms findet man mehrere Indolalkaloide: Mitragynin, Ajmalicin, Corynanthedin, Isomitraphyllin, Mitraphyllin, Mitraversin, Paynanthein, Speciogynin, Speciofolin, Speciophyllin, Stipolatin, Rhynchophyllin, Mitragynalin, Corynantheidinalin, Mitragynalinsäure und Corynantheidinalinsäure. Mitragynin ist der Hauptwirkstoff und beträgt bis zu 66% der Gesamtalkaloidmenge. Die Wirkung setzt beim Kauen von Kratom schon nach 5-10 Minuten ein. Es kommt zu einer Steigerung der Erregbarkeit des kranio-sakralen und des sympathischen Teiles des autonomen Nervensystems, außerdem zu einer Steigerung der Erregbarkeit der Medulla oblongata und der motorischen Zentren des ZNS. Daher ist die Wirkung durchaus paradox, da es einerseits stimulierend wie Coca, andererseits dämpfend wie Opium ist. Allerdings besteht bei regelmäßiger Einnahme die Gefahr, dass es zu einer psychischen Abhängigkeit kommt.

Kultivierung

Über die Kultivierung von Kratom ist nur wenig bekannt. Es existieren kaum botanische Anleitungen, da diese infolge von Eindämmungspolitik in Südostasien vernichtet bzw. verboten wurden. Im Westen hingegen wurden in den letzten Jahren botanische Erfahrungen mit der Spezies gesammelt. So wurde herausgefunden, dass die Kratom-Sämlinge höchstens 4 Wochen nach Abwurf von der Mutterpflanze keimfähig sind. Und auch innerhalb dieses Zeitraums liegt die Keimrate nur bei ca. 50%. Wichtig für die Keimfähigkeit ist, dass die Samen möglichst warm und feucht gehalten werden (z.B. mit einer Plastiktüte die über das Gefäß gestülpt wird). Nach ca. 3-4 Wochen treiben für gewöhnlich die ersten Samen aus und die größte Schwierigkeit der Kultivierung ist überstanden. Die Keimlinge sollten keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, da diese relativ stark „Sonnenbrand“-gefährdet sind. Erst wenn aus den Keimlingen Stecklinge (ca. 10 cm groß) geworden sind, kann mit der behutsamen Besonnung begonnen werden. Es empfiehlt sich, die Sonnzeit auf ca. eine Stunde pro Tag zu begrenzen. Den Rest des Tages sollte die Pflanze an einen schattigen Platz verbringen. Nach ca. 2 Monaten ist die Pflanze dann reif genug, 2-3 Sonnenstunden zu überstehen. Ab diesem Punkt ist die maximale Sonnenverträglichkeit ausgeschöpft, so sollte auch in den folgenden Monaten (und Jahren) eine Besonnungszeit von 2-3 Stunden pro Tag eingehalten werden.

Die Potenz der Pflanze hängt vom Zeitpunkt der Ernte ab und ist bis heute nicht genau geklärt.

Quellen

  1. http://www.pattayablatt.com/001/Rechtspraxis.shtml
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kratom aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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