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Acyloin-Kondensation



Unter der Acyloin-Kondensation versteht man die Kondensation zweier Ester zu α-Hydroxycarbonylverbindungen (Acyloin). Die Reaktion erfolgt durch Umsetzung in der Wärme mit Natrium in Toluol oder Xylol.

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Zuerst reagiert der Ester mit Natrium zum Radikalanion, das daraufhin zum Dianion dimerisiert. Durch Abspaltung von zwei Alkoholat-Resten R'O- entsteht ein Diketon, welches mit überschüssigem Natrium weiter zum Dianion reduziert wird. Dieses Dianion wird dann bei wässriger Aufarbeitung zum α-Hydroxyketon hydrolysiert.


Auch die intramolekulare Variante ist aus Edukten mit zwei Estergruppen möglich. Über diese Methode sind aus entsprechenden Dicarbonsäure-diestern entsprechende Ringsysteme zugänglich - je nach Kettenlänge des Einsatzmaterials. Die Ausbeuten für die cyclische Variante variieren in Bezug auf die Kettenlänge - einige Systeme bilden sich leichter als andere. Von präparativer Bedeutung ist vor allen die Bildung von größeren Ringen (10- oder 12-gliedrige) unter Verwendung des Rüggli-Ziegler'schen Verdünnungsprizips. Die Gegenwart von Doppel- oder Dreifachbindungen im Kohlenstoffsystem stören die Reaktion im allgemeinen nicht.

Die Ausbeute der Reaktion kann durch die Gegenwart von Trimethylsilylchlorid drastisch verbessert werden, wobei zuerst ein Bistrimethylsilylenolether gebildet wird, welcher durch saure Hydrolyse zum α-Hydroxyketon hydrolysiert wird. Dies ist als Rühlmann-Variante bekannt.

Literatur

  • Hans Beyer, Wolfgang Walter: Lehrbuch der Organischen Chemie; S. Hirzel Verlag, Stuttgart - Leipzig 1998, 23. überarb. und aktualisierte Auflage; ISBN 3-7776-0808-4

Siehe auch: Namensreaktionen

 
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