Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Alcotest



  Alcotest ist der Name einer Gerätefamilie der Firma Dräger Safety zur Messung von Atemalkohol, ein Alkotester. Ein Alkotester wird von der Polizei bei Anfangsverdacht zu einer ersten Kontrolle des Blutalkoholspiegels eingesetzt. Da die angezeigten Werte recht ungenau sind, kommt es bei einer Bestätigung des Anfangsverdachtes stets zu einer Blutentnahme oder zu einer Validierung mit einem vergleichenden Test.

Das erste Alcotest-Gerät wurde im Jahre 1953 von der Firma Dräger entwickelt und fand früh breite Anwendung in der Polizeipraxis. Die ersten Geräte waren Blasröhrchen, welche den Gehalt an Alkohol in der durchgeblasenen Atemluft durch Farbänderung in Folge einer chemischen Reaktion anzeigten. Heute werden diese Röhrchen hauptsächlich für den privaten Gebrauch zur Selbstkontrolle produziert und vertrieben. Moderne Geräte arbeiten mit elektrochemischen und physikalischen Verfahren.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Alcotest-Röhrchen und Alco-Check

Die ursprüngliche Funktionsweise des Alcotest, wie er 1953 entwickelt wurde, findet sich heute im Alco-Check-Teströhrchen wieder. Aber auch das traditionelle Design wird unter dem Namen Alcotest-Röhrchen noch heute vertrieben. Der ungefähre Gehalt an Alkohol in der Atemluft wird mittels einer Reaktion des Ethanols mit den im Röhrchen enthaltenen Chemikalien durch Farbumschlag angezeigt. Die Röhrchen enthalten Kieselgel und eine Mischung aus Kaliumdichromat und Schwefelsäure. Tritt Ethanol ein, so wird das gelbe Kaliumdichromat zu grünem Chrom(III) reduziert, während das Ethanol zu Ethanal (Acetaldehyd) oxidiert wird. Die Schwefelsäure bindet das Wasser, damit der Acetaldehyd nicht zur Essigsäure weiter oxidiert wird. Der Gehalt an Ethanol wird durch die Länge der Verfärbung angezeigt. Eine Linie dient dazu, eine Überschreitung des Grenzwerts erkenntlich zu machen. Die Röhrchen sind nur einmal verwendbar. Die Reaktion läuft wie folgt ab:

3 CH3CH2OH + K2Cr2O7 + 4 H2SO4 --> 3 CH3CHO + Cr2(SO4)3 + 7 H2O + K2SO4

Es handelt sich um Einmaltests mit einem vordefinierten Gasvolumen (Beutel).  

Alcotest Handmessgeräte

Die Weiterentwicklung der „Pusteröhrchen“ ist die Reihe der so genannten Vortestgeräte Alcotest 7410. Diese Handmessgeräte, vor allem das Gerät Alcotest 7410 Plus, befinden sich heutzutage im Einsatz bei der Polizei. Bei diesen Geräten findet die Messung nicht mehr durch eine chemische Reaktion statt, sondern auf elektrochemischem Weg. Hierbei ändert sich das Potential zwischen zwei Elektroden entsprechend dem Ethanol-Gehalt. Der Fehler der Messung ist relativ gering (+/- 5 %) und die Geräte sind mehrfach benutzbar. Aber im Gegensatz zu den Pusteröhrchen ist bei den Handmessgeräten der 7410-Reihe eine Kalibrierung nötig und möglich. Mit der Gerätereihe Alcotest 6xxx (derzeit 6510 und 6810) wurde im Jahr 2006 eine weitere Generation von Alkoholtestprodukten am Markt positioniert, die nach dem elektrochemischen Meßprinzip (Abweichung +/- 5 %) arbeitet. Eine Kalibrierung wird weiterhin in regelmäßigen Abständen benötigt.

Alcotest 7110 "Evidential"

Die neueste Generation der Atemalkohol-Messgeräte stellt die Alcotest 7110er-Reihe dar. Die Messung erfolgt bei diesen stationären Geräten sowohl auf elektrochemischen Weg wie bei der 7410-Reihe, als auch auf physikalischem Weg mittels Infrarot-Messung. Bei korrekter Bedienung (z.B. Einhalten einer Mindestzeit zwischen letztem Alkohol-Konsum und Messung) ist der Wert bis zu 0,54 mg/l vor Gericht beweiskräftig.

Mitbewerber

Als Mitbewerber sind die beiden Hersteller Lion Laboratories (England) und Envitec (Deutschland) zu nennen. Lion bietet beweissichere und Vortestgeräte, Envitec nur Alkoholvortestgeräte an. Die Firma ACE (Deutschland) bietet die Produkte aller 3 Hersteller an.

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Rechtsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Alcotest aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.