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Andreas Libavius



  Andreas Libavius (* 1555 in Halle an der Saale; † 25. Juli 1616 in Coburg) wurde als Andreas Libau und Sohn des Leinewebers Johann Liebau geboren. Er war als Philosoph, Arzt und Chemiker ein Universalgelehrter seiner Zeit und gilt als Mitbegründer der modernen Chemie.

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Leben

Libavius besuchte in Halle das Gymnasium und studierte zuerst 1576 in Wittenberg und ab 1577 in Jena die Fächer Philosophie und Geschichte, worin er auch promovierte. Zusätzlich hörte er in Jena Vorlesungen über Medizin. Danach war Libavius als Lehrer tätig, zuerst ab 1581 in Ilmenau und danach ab 1586 in Coburg. 1588 ging er nach Basel und promovierte an der dortigen Universität in der Medizin. Am Ende des gleichen Jahres begann er an der Universität in Jena Vorlesungen über Geschichte und Philosophie zu halten. Daneben leitete er medizinische Disputationen.

Stadtphysikus wurde er 1591 in Rothenburg ob der Tauber und ein Jahr später Schulinspektor. 1606 erhielt er von Herzog Johann Casimir das Angebot als Rektor das neu gegründete Gymnasium Casimirianum in Coburg zu leiten, wo er dann von 1607 bis zu seinem Tod 1616 als „Director und Professor primarius“ tätig war.

Werke

Die theologischen Veröffentlichungen Libavius wanden sich gegen den Jesuiten Jakob Gretser. Dies sind „Analysis dialectica colloqui Ratisbonensis“ von 1603 und „Gretserus triumphans“ von 1604, welche unter dem Namen Basilius de Varna, eine Buchstabenumsetzung aus Andreas Libavius, erschienen sind.

1597 wurde die „Alchemia“, seine bekannteste Abhandlung, herausgegeben, worin er unter anderem die Möglichkeit der Transmutation beschreibt. Es war das erste systematische Buch der Chemie. So zeigte er bei den Kupfersalzlösungen - hergestellt z. B. aus Scheidewasser und Bronze –, dass diese sich mit Hilfe von Ammoniak („Salmiakgeist“) durch eine tiefblaue Färbung nachweisen lassen (Kationentrenngang). Weitere Werke waren unter anderem das vierteilige Buch „Singularia“ von 1599, das eine Sammlung von Beschreibungen und Diskussionen über medizinisch naturwissenschaftliche Phänomene enthält. 1610 erschien von Libavius die Brunnenschrift „Tractatus Medicus Physicus und Historia des fürtrefflichen Casimirianischen SawerBrunnen/ unter Libenstein/ nicht fern von Schmalkalden gelegen", eine der ersten Brunnenschriften Deutschlands. In „Syntagmatis alchamiae arcanorum“ von 1615 erwähnte er die 1605 entdeckte Herstellung des Zinnchlorids, welches daher auch nach ihm als Spiritus fumans Libavii bezeichnet wird.

Libavius befürwortete die Lehren von Paracelsus, jedoch ohne die astrologischen und spirituellen Auslegungen und trat insbesondere für dessen chemische Arzneimittel ein. Der Bruderschaft des Rosenkreuzes widersprach er in seiner Abhandlung „Bedenken von der fama und confession von der Bruderschaft des Rosencreutzes“.

Literatur

  • Herbert Kühnert: Das Gold-Rubin-Glas im Lichte der „Alchemia“ des Andreas Libavius. Sonderdruck aus Jahrbuch der Coburger Landesstiftung 1968.
  • Wolf-Dieter Müller-Jahncke: Andreas Libavius im Lichte der Geschichte der Chemie. Jahrbuch der Coburger Landesstiftung 1972.
  • Friedemann Rex: Alchmie des Andreas Libavius. Verlag Chemie, Weinheim 1964, ISBN 3-527-25004-2
 
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