Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Apomorphin



Steckbrief
Name (INN) Apomorphin
Wirkungsgruppe

Emetika

Handelsnamen

APO-go®

Klassifikation
ATC-Code BE07,BC07
CAS-Nummer 41372-20-7
Verschreibungspflichtig:


Fachinformation (Apomorphin)
Chemische Eigenschaften

IUPAC-Name: 5,6,6a,7-Tetrahydro-6-methyl-4H- dibenzo[de,g]quinolin-10,11-diol
Summenformel C17H17NO2
Molare Masse 267,322 g/mol

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Apomorphin, ein Derivat des Morphins, ist ein Dopamin-D2-Rezeptor-Agonist und wurde als starkes Emetikum bei Vergiftungen eingesetzt und muss im Notfalldepot jeder Apotheke vorhanden sein. Apomorphin wird außerdem in der Diagnose und Behandlung der Parkinson-Krankheit verwendet. Aufgrund seiner starken Anti-Parkinson-Wirkung wird Apomorphin hauptsächlich bei Patienten in der Spätphase als subkutane Injektion oder Dauerinfusion eingesetzt. Es wird unter dem Handelsnamen APO-go® vertrieben.

Außerdem wird Apomorphin gelegentlich begleitend bei einem Drogenentzug in Verbindung mit dem Dopaminantagonisten Metoclopramid gegeben; Apomorphin verliert bei seiner Herstellung die meisten Eigenschaften des Morphins, die emetische sowie die stoffwechselregulierende Wirkung bleiben jedoch erhalten. Aus diesem Grund ist bei einem Heroinentzug das Entzugssyndrom oft nach 48 Stunden symptomarm beendet. Die zusätzliche Gabe von Metoclopramid unterdrückt dabei die emetische Wirkung des Apomorphins, da Metoclopramid das Brechzentrum im Gehirn betäubt. Diese Entzugsmethode ist jedoch kaum verbreitet und weitgehend unbekannt. Die Erfolgschancen dabei sind nur dann ausreichend groß, wenn nach dem Entzug eine eingehende psychotherapeutische Behandlung erfolgt. Ansonsten ist das Rückfallrisiko – wie bei allen Entzugsmethonden – relativ hoch, da die Ursachen der Suchterkrankung nicht erörtert wurden.

Apomorphin weist überdies bei geringerer Dosierung eine erektionsstimulierende Wirkung auf. Dies wurde durch Zufall bei der Behandlung von Parkinson-Patienten entdeckt. Apomorphin entfaltet die potenzsteigernde Wirkung insbesondere bei Aufnahme über die Mundschleimhaut. Der Wirkungsmechanismus unterscheidet sich von dem des Viagra: Apomorphin wirkt stimulierend auf die für die Erektion verantwortlichen Regionen des zentralen Nervensystems. Apomorphin war seit Juni 2001 in Deutschland als verschreibungspflichtiges Präparat zur Behandlung von erektiler Dysfunktion (ED) zugelassen. Es wurde als Lutschtablette unter den Handelsnamen Ixense® und Uprima® vertrieben. Die Tablette wurde unter die Zunge gelegt, wo sie sich in ca. 10 Minuten vollständig auflöste; die gewünschte potenzsteigernde Wirkung trat nach etwa 20 Minuten ein. Ixense® und Uprima® wurden jedoch Ende 2004 bzw. Anfang 2005 wegen zu geringer Verkaufszahlen wieder vom Markt genommen. Es wird aber weiterhin mit Apomorphin bei ED geforscht. So hat sich in Studien die Inhalation als der sublingualen Gabe überlegen gezeigt.

In der Veterinärmedizin ist Apomorphin nach wie vor das Medikament der ersten Wahl zur Auslösung eines Brechreizes.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Apomorphin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.