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Autoglas



Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die ersten Automobile wurden noch offen gebaut. Der Fahrer und die Mitfahrer saßen offen auf den Fahrzeugen. Später montierte man nur eine Windschutzscheibe an die Vorderfront der Autos, um dem Fahrer und die Mitfahrer vor den, mit dem Luftstrom fliegenden Käfern und Partikeln zu schützen. Man verwendete einfaches flachesGlas, das im Fall eines Bruchs ernsthafte Verletzungen verursachen konnte. Mit dem Übergang zu den geschlossenen Kabinen (zuerst nur für Fahrgäste) erschienen dann auch die Seitenfenster. Der Rumpler-Tropfenwagen (1921-25) war das erste Automobil, daß gewölbte Glasscheiben hatte.

Herstellung

Entwicklungsstufen bei der Fahrzeugglasherstellung. Bis 1900: Wurde klar durchsichtiges, feuerblankes Fensterglas ausschließlich im Mundblasverfahren hergestellt. 1905: Gelang es dem Belgier Fourcault zum ersten Mal, eine Glastafel unmittelbar aus der Glasschmelze zu ziehen. 1917: Der Amerikaner Colburn entwickelt mit Unterstützung der Libbey-Owens-Gesellschaft ein anderes Ziehverfahren. 1928: Die Firma Pittsburgh-Plate-Glass-Company entwickelt und vereinigt die Vorteile des Fourcault-Verfahrens mit denen des Libbey-Owens-Verfahrens.

Es folgte die Entwicklung von kontinuierlichen Schleifprozessen großflächiger Glastafeln.

Ende der 50er Jahre war es die geniale Idee des Engländers Pilkington, die die Glasherstellung zu ökonomischen Bedingungen möglich machte. Das flüssige Glasband wird über eine idealplane Oberfläche, nämlich ein Metallbad geleitet. Das Glas schwimmt als endloses Band auf einem Gasfilm zwischen Metallbad und Glasfläche und wird in der Erstarrungsphase auf einem Rollenband durch einen endlos langen Kühlkanal geleitet.

Leistung einer modernen Floatglasanlage: bis zu 3000 m2/Std. und bis zu 800 t am Tag.

Bauformen

  • Einteilige gerade Scheiben
  • Gerade, in der Mitte geteilte Scheiben
  • Gebogene Scheiben.

Einbauformen

Bis in die 1980er Jahre wurden die Front- und Heckscheiben mit Gummis eingezogen. Seit dieser Zeit wurden zuerst die teureren Automobile, später alle mit verklebten Scheiben ausgestattet.

Sicherheitsglas

Einscheibensicherheitsglas (ESG)

Als erstes, richtiges Sicherheitsglas kamen bei der Herstellung gehärtete und dabei vorgespannte Scheiben auf den Markt. Diese zerfallen bei Bruch in hunderte kleine Stücke. Die Kanten der Glassplitter sind zwar weiterhin scharf, jedoch sind die Bruchstücke so klein, dass sie keine tiefen Verletzungen mehr verursachen können. Heute werden sie überwiegend für Seiten- und Heckscheiben benutzt.

Verbundsicherheitsglas (VSG)

Später erschienen dann das Verbundsicherheitsglas, dessen zwei Glasschichten durch eine Folie verbunden sind. Das Verbundsicherheitsglas ist zum überwiegenden Teil für Windschutzscheiben verwandt und kann über die folgenden Eigenschaften verfügen:

  • Farbe: weiß, blau, Bronze oder grün, mit blauen, grünen oder grauen Sonnenschutzstreifen
  • Mit Tönungsfolie versehen: verringert die UV-Strahlung im Innenraum des Autos, verringert die Menge der Wärmeeinstrahlung über die Windschutzscheibe.
  • Beheizbar
  • Mit Sensoren versehen: reagieren bei Regen, Licht und Luftfeuchtigkeit
  • Selbstreinigend
  • HUD [Head Up Display]: Projiziert Fahrinformationen wie Geschwindigkeit, Navigationshinweise und Kontrollanzeigen auf die Frontscheibe
  • Wasserabweisend

Funktionen

Die Windschutzscheibe ist heutzutage nicht nur eine nützliche Ergänzung am Auto, sondern ist zu einem bedeutenden Designelement geworden. Eine andere wichtige Rolle der Verklebten Windschutzscheibe ist, dass die Windschutzscheibe zur Steifigkeit der Karosserie beiträgt. Der Airbag auf der Beifahrerseite stützt sich beim Öffnen auch von innen gegen die Windschutzscheibe ab, diese muss also auch die so entstehende Belastung tragen.

Steinschläge

Steinschläge im Verbundglas lassen sich oft auch reparieren. In vielen modernen Autoglas-Werkstätten wird die Reparatur - die meist nur 45 Min. dauert - mit einem hochtransparenten Kunstharz durchgeführt, welches die Schadstelle ausfüllt und anschließend mit UV-Licht ausgehärtet wird. Die Festigkeit der Scheibe wird dadurch nahezu wiederhergestellt, und die Scheibe braucht nicht kostenaufwendig ausgetauscht zu werden. Technische Voraussetzungen dazu sind: Größe im Durchmesser inkl. Risse nicht mehr als 3 cm, Größe der beschädigten Oberfläche nicht mehr als 5 mm, es darf weder Schmutz noch Feuchtigkeit in die Schadstelle gelangt sein, und die Risse dürfen nicht am Scheibenrand enden. Weitere Voraussetzung lt. StVZO: Steinschläge im „Fernsichtfeld des Fahrers“ dürfen nicht repariert werden, da die Optik nicht zu 100 % wiederhergestellt werden kann. Das „Fernsichtfeld des Fahrers“ beschreibt der Gesetzgeber folgendermaßen: Mittig über dem Lenkrad 29 cm breit, nach oben und unten soweit das Wischerblatt reicht.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Autoglas aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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