Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Descloizit



Descloizit
Descloizit aus Grootfontein, Namibia
Chemismus Pb(Zn,Cu)[OH|VO4]
Mineralklasse Phosphate, Arsenate, Vanadate - wasserfreie Phosphate mit fremden Anionen
VII/B.27-20 (nach Strunz)
41.5.2.1 (nach Dana)
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse orthorhombisch-dipyramidal 2/m\ 2/m\ 2/m
Farbe hell- bis dunkelbraun, olivgrün, grau bis schwarz, schwarzgrün; mit steigendem Kupfergehalt auch gelb bis orange
Strichfarbe gelb, hellbraun, hellgrün
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm³) 5,6 bis 6,2
Glanz Fettglanz, Diamantglanz
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch muschelig, spröde
Spaltbarkeit keine
Habitus prismatische, säulige, tafelige Kristalle; radialstrahlige, traubige Aggregate; Krusten
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl &alpa;=2,185 β=2,265 γ=2,350
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Δ=0,165 ; zweiachsig negativ
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ 85° bis 90°
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten in Säure löslich
Ähnliche Minerale
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen leicht schmelzbar

Descloizit ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der wasserfreien Phosphate mit fremden Anionen. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb(Zn,Cu)[OH|VO4] [1] und entwickelt überwiegend prismatische, säulige oder tafelige Kristalle, aber auch radialstrahlige oder traubige Aggregate, sowie krustige Überzüge.

Descloizit bildet mit Mottramit eine lückenlose Mischreihe. In jedem Mischungsverhältnis bilden sich orthorhombische Kristalle mit ähnlichen kristallographischen und physikalischen Eigenschaften. Allerdings ändert sich die Farbe immer mehr in ein bräunliches, fast schwarzes Rot je höher der Zinkanteil wird. Beim kupferreichen Mottramit ist die Farbe dagegen grün bis schwarzgrün. [2]

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Descloizit wurde 1854 erstmals beschrieben und erhielt seinen Namen zu Ehren des französischen Mineralogen Alfred Des Cloizeaux.

Bildung und Fundorte

Descloizit ist ein typisches Sekundärmineral und findet sich in der Oxidationszone von Erzgängen, insbesondere mancher Blei-Zink-Kupfererz-Lagerstätten.

Fundorte sind unter anderem Namibia (Tsumeb, Abenab und Bergaukas), aber auch in Kärnten (Kappel bei Klagenfurt), Zimbabwe, Katanga, Algerien, Argentinien (Sierra de Cordoba) und USA (New Mexico, Phoenixville in Pennsylvania sowie Arizona).

Verwendung

Descloizit ist ein seltenes, jedoch wichtiges Vanadiumerz.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN 3-921656-17-6
  2. J. Ladurner, F. Purtscheller: Das große Mineralienbuch. 2. Auflage. Pinguin Verlag, Innsbruck/Tirol, 1970, S. 108

Literatur

  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Descloizit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.