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Eni



Eni
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 1953
Unternehmenssitz Rom, Italien

Unternehmensleitung

  • Roberto Poli (Chairman)
  • Paolo Scaroni (CEO)
Mitarbeiter 73.572 (2006)
Umsatz 86,105 Mrd. EUR (2006)
Branche Öl und Gas
Website http://www.eni.it

Eni S.p.A ist ein italienischer Erdöl- und Energiekonzern, der in den Bereichen Erdöl, Erdgas, Stromerzeugung, Petrochemie, Ingenieurwesen und Services auf Ölfeldern tätig ist.


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Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Eni ist das grösste Unternehmen Italiens und ist mit einem Jahresumsatz von € 86,1 Mrd. und einem Nettogewinn von € 9,2 Mia das achtgrösste Unternehmen Europas. Die Börsenkapitalisierung beträgt rund € 101 Mrd. Eni ist in 70 Länder tätig und beschäftigt über 73.000 Personen.

Das Tankstellennetz wird unter dem Markenname Agip geführt und umfasst in Italien 4.356 Servicestationen, mit der Eni einen Marktanteil von 29,3% hält und damit grösster Tankstellennetz-Betreiber des Landes ist. Im Rest Europas betreibt Agip weitere 1.938 Tankstellen und Shops, davon rund 240 in der Schweiz, 600 in Deutschland und 180 in Österreich.

Unternehmensdaten

(Zahlen in Mia €) 2004 2005 2006
Konzernumsatz 57,545 73,728 86,105
operativer Gewinn 12,399 16,827 19,327
Nettegewinn nach Steuern 7,059 8,788 9,217
Eigenkapital 35,540 39,217 41,199
Börsenkapitalisierung 69,4 87,3 93,8

Besitzverhältnisse

30,30 % Italienischer Staatdavon 20,31% direkt und 9,99% indirekt über die Cassa Depositi e Prestiti S.p.A.
8,11 % Eigene Aktien
61,59 % Streubesitz

Eni hatte Ende 2006 insgesamt 345.798 Aktionäre; 97,5% davon sind in Italien ansässig. Allerdings halten diese nur einen Aktienanteil von 62,4%, während die im Ausland ansässigen Aktionäre einen Aktienanteil von 37,6% besitzen.

Geschäftsfelder und Kerngeschäfte

Die Geschäftsfelder von Eni umfassen:


Diese sind in drei Kerngeschäfte aufgegliedert:

  • Exploration & Produktion
  • Gas & Energie
  • Raffination & Marketing


Exploration & Produktion

Eni betreibt Exploration und fördert Erdöl und Erdgas in Italien, nördlichen und westlichen Afrika, Nordsee, Golf von Mexiko und Australien sowie in Gebieten mit hohem Potenzial wie Kaspisches Meer, Naher und Ferner Osten, Indien und Alaska.

Die Produktion belief sich 2006 auf 1,77 Mio Barrel of Oil Equivalent (boe) pro Tag. Die gesicherten Reserven betragen per Ende 2006 rund 6,44 Mrd boe, was bei gleich bleibender Produktion und ohne Neuentdeckungen einer Lebenszeit von 10 Jahren entspricht.

Der Bereich Exploration & Produktion hat 2006 einen Umsatz von € 27,2 Mrd erwirtschaftet, was rund 32% des Gesamtumsatzes entspricht.

Gas & Energie

Als ehemaliger Staatsmonopolist ist Eni der grösste Gasversorger Italiens und im Bereich Lieferung, Transport, Vertrieb und Verkauf von Erdgas tätig. Im Gegensatz zu anderen grossen Erdölgesellschaften bildet dies das zweite starke Standbein von Eni, was es weit weniger Abhängig vom Erdölmarkt macht. Der Verkauf von Erdgas belief sich 2006 auf 97,48 Mrd Kubikmeter, 52% davon im italienischen Heimmarkt und 36% im restlichen Europa.

Ebenfalls ist Eni in der Produktion und Verkauf von Strom tätig, wo Eni in den letzten Jahren ein enormes Wachstum verzeichnet hat. Der Verkauf von Strom belief sich 2006 auf 24,82 Terawattstunde (TWh), was mittlerweile bereits rund einem Viertel der Produktion des ehemaligen Strommonopolisten und Konkurrenten Enel bzw. einem heimischen Marktanteil von 8% entspricht.

Der Bereich Gas & Energie hat 2006 einen Umsatz von € 28,4 Mrd erwirtschaftet, was rund 33% des Gesamtumsatzes entspricht.

Refining & Marketing

Der Bereich Raffination und Vermarktung von Erdölprodukten beinhaltet die Raffinerien, die Lager und der Transport, sowie das Vertriebsnetz von Agip. Der Umsatz in diesem Bereich beläuft sich 2006 vor Bereinigung der Doppelzählungen aus den anderen beiden Bereichen auf 38,2 Mrd. €.


Geschichte

Die Ursprünge von Eni liegen in der 1926 gegründeten Agip (Agenzia Generale Italiana Petroli), mit der Italien seine Erdöl- und Gaspolitik lancierte und die Exploration von Kohlenwasserstoffen in Italien und die Zusammenarbeit mit Rumänien, Albanien und dem Irak einleitete. In den darauf folgenden Jahren wurde das Vertriebsnetz Agip eingerichtet, während die Exploration mit wenig Erfolg fortgesetzt wurde, sodass der zum Insolvenzverwalter bestellte Enrico Mattei 1945 beauftragt wurde, die Gesellschaft zu liquidieren. Kurz darauf wurden verschiedene grosse Erdgasvorkommen in der Poebene entdeckt und die Liquidation der Agip eingestellt.

1953 wurde ENI (Ente Nazionale Idrocarburi) gegründet und Enrico Mattei als erster Vorstandsvorsitzender eingesetzt, gleichzeitig wurde Agip in ENI integriert. Mattei kippte das Monopol der grössten Erdöl produzierenden Gesellschaften und führte eine neue Vertragsformel mit den produzierenden Ländern ein. Diese Formel, die zum ersten Mal Mitte der 50er Jahre in Ägypten und im Iran eingesetzt wurde, bot den örtlichen staatlichen Behörden eine 50-prozentige Beteiligung an und damit, am Profit aus der Entwicklung der Gas- und Erdölproduktion teilzuhaben.

In den 50er und 60er Jahren wurden bedeutende Erdgasvorkommnisse in der Adria entdeckt und in Tunesien "El Borma" eines der größten Erdölvorkommnisse Afrikas. Die Expansion erfolgte nebst in Italien v.a. in Afrika, wo in Libyen, Äthiopien und Somalia Tankstellennetze aufgebaut und im Golf von Sues und in Nigeria bedeutende Erdölvorkommnisse entdeckt wurden. In Marokko nahm Eni seine erste Raffinerie in Afrika in Betrieb. 1960 unterzeichnete ENI mit der Sowjetunion einen Vertrag über den Erdölimport nach Italien. Weitere grosse Erdölvorkommnisse wurden im Iran und im Persischen Golf entdeckt.

In den 70er Jahren erkennt Eni Erdgas als alternative Energiequelle, um der durch das erste Ölembargo ausgelösten Krise entgegenzutreten, und unterzeichnete Vereinbarungen über den Import von Gas aus der Sowjetunion und den Niederlanden. Von da an wurde Erdgas zum zweiten bedeutenden Standbein, was Eni von den anderen weltgrössten Mineralölunternehmen auch heute noch unterscheidet. So führte Eni in Italien innovative Tiefbohrungen durch und baute bedeutende internationale Gaspipelines nach Tunesien und Algerien, welche die Gaslieferungen nach Italien sicherten.

In den 90er Jahren wurden wichtige strategische Entscheidungen getroffen, die Eni den Weg ebneten, zu einem der bedeutendsten Energiekonzerne der Welt zu werden. 1992 wurde Eni von einer öffentlich-rechtlichen Anstalt in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und 1995 mit einer IPO die Teilprivatisierung eingeleitet. In vier Tranchen wurden in den Jahren 1995 bis 1998 gesamthaft 63% des Aktienkapitals am Markt platziert. Die internationale Tätigkeit wurde durch Zukäufe in Algerien, China, Angola, der Nordsee und Ägypten stark ausgebaut. Mit Kasachstan, Aserbaidschan, Nigeria und Angola wurden wichtige Vereinbarungen unterzeichnet. 1999 siegelte Eni mit Gazprom eine Vereinbarung über den Bau der 1'250 km langen Blue Stream Gaspipeline, die Russland über das Schwarze Meer mit der Türkei verbindet.

Enis Expansion hat sich nach der Jahrtausendwende mit den Zukäufen der im Bereich Exploration und Produktion tätigen British Borneo und Lasmo weiter beschleunigt. Ebenfalls wurde die Konzernstruktur reorganisiert. Mit einer ganzen Reihe von bedeutenden Projekten wurden die Aktivitäten weiter ausgebaut, so durch die Wiederaufnahme der Exploration und Produktion in Saudi Arabien, der Förderung aus dem kürzlich entdeckten gigantischen Vorkommens Kashagan und dem Start des Western Libya Gas Project, das erste grosse Projekt zur Valorisierung von in Libyen produziertem Erdgas mit Export und Vermarktung in Europa. Weiter hat sich Eni wichtige Explorations-Lizenzen in Nord Alaska und Indien gesichert. 2006 hat Eni mit Gazprom ein Abkommen unterzeichnet, das Eni die Gaslieferung aus Russland bis 2035 garantiert und Gazprom den Eintritt in den italienischen Markt erlaubt.


Lob und Kritik

Innovation, Wachstum und Profitabilität

Eni hat sich für seine eindrückliche Wandlung in den letzten Jahren sehr viel Anerkennung verdient. Aus einer noch anfangs der 90er Jahre defizitären und als träge geltenden öffentlich-rechtlichen Anstalt ist aus Eni ein technisch sehr innovativer, effizienter und hochprofitabler Weltkonzern geworden. Der Umsatz konnte kontinuierlich von Jahr zu Jahr gesteigert werden und hat sich von 1997 bis 2006 von € 31,3 Mrd auf € 86,1 Mrd fast verdreifacht, womit Eni in die Top-20 der umsatzstärksten Weltkonzernen aufgestiegen ist. Der Nettogewinn hat sich im gleichen Zeitraum von € 2,6 Mrd auf € 9,2 Mrd mehr als verdreifacht. Trotz einer immer noch rund 30-prozentigen Staatsbeteiligung ist Eni damit eines der profitabelsten Unternehmen der Welt. Ein an den Aktienmärkten wohl einmaliges Kuriosum ist, dass die Aktien von Eni seit dem Börsengang Ende 1995 unter Berücksichtigung der ausgeschütteten Dividenden noch kein einziges Jahr im Minus geschlossen haben und sich der Wert der Aktien inklusive der bisher ausgeschütteten Dividenden seither versechsfacht hat. Nebst dem wirtschaftlichen Erfolg hat Eni auch auf technischer Seite sehr grosse Innovationskraft bewiesen und investiert stark auch in alternative Energien. Neben Erdöl und Erdgas wächst die Sparte Energiegewinnung zum dritten starken Standbein von Eni.

Umweltverschmutzung in Drittweltländern

Wie alle in Drittweltländern tätigen Erdölkonzerne ist auch Eni mit Vorwürfen konfrontiert, bei der Förderung von Erdöl nur einen geringen Wert auf den Umweltschutz und den Lebensraum der lokalen Bevölkerung zu legen. So kam es v.a. in Nigeria, dem grössten Öllieferanten Afrikas, immer wieder zu Auseinandersetzungen und Entführungen von Mitarbeitern verschiedener westlicher Erdölkonzerne, weil die dort lebenden Menschen durch die Ölförderung und die damit verbundene Umweltverschmutzung ihre Lebensgrundlage bedroht sehen. Laut Angaben von Eni sind in Nigeria 67% der Ölverschmutzung durch Ölverluste auf Sabotage, Diebstahl und Terrorismus zurückzuführen.

Preispolitik an den Tankstellen

In Italien werfen Konsumentenschutzverbände den Erdölgesellschaften oft vor, eine besonders gewinnorientierte Preispolitik zu betreiben, bei der Preiserhöhungen sofort, Preissenkungen hingegen nur zögerlich weitergegeben werden. Diesbezüglich fand im August 2007 einmal mehr eine Sitzung zwischen den führenden Erdölgesellschaften und der Regierung statt, bei der über die Preisunterschiede der Treibstoffe in Italien gegenüber den anderen EU-Ländern diskutiert wurde. Dies, nachdem die Preisdifferenz in Italien zu den anderen EU-Ländern gerade vor Beginn der Sommerferien Höchstwerte erreicht hat und so Vermutungen einer systematischen Preisabsprache unter den Tankstellennetz-Betreibern laut geworden sind. Diverse Studien zeigen, dass, unter Ausschluss der Treibstoffsteuern, die Treibstoff-Preise in Italien v.a. aus strukturellen Gründen höher sind als im europäischen Ausland. So ist das italienische Tankstellennetz mit über 22.000 Verkaufspunkte das grösste in Europa, beim durchschnittlichen Treibstoffverkauf pro Tankstelle allerdings nur an fünfter Stelle unter den EU-15 Ländern. In Bezug auf Self Service Tankstellen und bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten beim Tanken liegt Italien gar an letzter Stelle.

Interessenkonflikt des Staates

Mit einer Quote von 30,3% ist der italienische Staat weiterhin grösster Einzelaktionär von Eni, gleichzeitig ist Eni der grösste Tankstellennetz-Betreiber und Gasversorger des Landes. Dies führt zwangsläufig zu einem heiklen Interessenkonflikt, da der Staat auf der einen Seite als Aktionär ein unternehmerisches Interesse an einer Gewinnmaximierung von Eni hat, zugleich als Staat für eine faire Treibstoff- und Gasversorgung des Landes besorgt sein muss. Dies umso mehr, weil Gas die mit Abstand meistverwendete Energiequelle in den italienischen Küchen ist. Dem italienischen Staat wird deshalb immer wieder vorgeworfen, Eni de facto als versteckte Steuereinnahmequelle zu missbrauchen. So sind dem italienischen Staat 2006 alleine an Dividenden auf seinem 30,3-prozentigen Aktienanteil € 1,423 Mrd. zugeflossen und weitere € 832 Mio aus Quellensteuern auf den an die anderen Aktionäre ausbezahlten Dividenden.

Preisabsprachen unter den Chloropren-Kautschuk-Herstellern

2007 hat die Europäische Kommission gegen die Konzerne Bayer, Denka, DuPont, Dow Chemical, Eni und Tosoh eine Geldbuße von insgesamt 243,2 Mio. Euro verhängt, weil sie sich an einem Chloropren-Kautschuk-Kartell beteiligt haben. Diese hatten sich laut Kommission zwischen 1993 und 2002 den Markt für Chloropren-Kautschuk untereinander aufgeteilt und Preisvereinbarungen getroffen. Den mit Abstand größten Teil der Kartellbuße wurde Bayer auferlegt, welche eine Kartellstrafe von 201 Mio. Euro hätte zahlen müssen. Dank der 2002 eingeführten Kronzeugenregelung wurde allerdings Bayer die gesamte Geldbuße erlassen, obwohl der Konzern bereits früher an ähnlichen Zuwiderhandlungen beteiligt war und somit ohne Kronzeugenregelung mit einer erhöhten Kartellstrafe hätte rechnen müssen. Nach Berücksichtigung der aufgrund der Kronzeugenregelung gewährten Ermäßigungen entfiel der größte Teil der Geldbuße mit 132,1 Mio. Euro auf Eni, welche neben Bayer bereits in früheren Kommissionsentscheidungen wegen Kartellaktivitäten mit Geldbußen belegt wurde. Von der restlichen Geldbuße entfielen 59,2 Mio. Euro auf DuPont, davon 48,6 Mio. Euro auf Dow (beide 25% Ermäßigung), 47 Mio. Euro auf Denka und 4,8 Mio. Euro auf Tosoh (50% Ermäßigung).

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Eni aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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