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Gerüstprotein



Ein Gerüstprotein (vom englischen "scaffold protein") ist ein spezifisches Protein, dessen Hauptfunktion die Vermittlung von Proteinkomplexen ist. Gerüstproteine haben in der Regel mehrere Proteindomänen, welche die Bindung an andere Proteine vermitteln. Die Funktion des Proteinkomplexes kann auch über diese Gerüstproteine gesteuert werden, in dem diese Interaktionen kontrolliert werden (z.B. mittels Phosphorylierung).

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Beispiele für Gerüstproteine

Das Gerüstprotein inaD in der von Insektenaugen

Das Protein inaD in den Rhabdomeren von Drosophila ist ein sehr gut untersuchtes Gerüstprotein, von dem aber auch ein Homolog beim Menschen gefunden wurde. Es enthält fünf PDZ-Domänen, welche spezifisch alle beteiligte Proteine der visuellen Signaltransduktion räumlich zusammen bringt (Rhodopsin, Kinasen, Ionenkanäle) und auch am Cytoskelett verankert (über ein Myosin).

Das Protein Titin im Muskel von Wirbeltieren

Titin ist ein sehr großes Protein im Muskel. Die Aufgaben des Titins im Sarkomer sind es, die Myosinfilamente zwischen den Aktinfilamenten zu zentrieren und den kontraktilen Apparat nach der Dehnung zurück zu stellen. Titin dient weiterhin als Gerüstprotein für verschiedene weitere Proteine (Calmodulin, Actinin, etc.), die für die Muskelarbeit unentbehrlich sind. Es besitzt hierfür mehrere SH3-Domänen, Fibronectin-Typ III-Domänen und weitere Domänen.

Literatur

  • C. Montell: Visual transduction in Drosophila.Annu Rev Cell Dev Biol. 1999;15:231-68. PMID 10611962
 
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