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Haarfarbe (Pigment)



Die Haarfarbe eines Menschen hängt von der Menge der Pigmente Eumelanin und Phäomelanin ab, die in der Faserschicht der Haare enthalten sind. Fehlen die Pigmente komplett, sind die Haare bleich. Dies ist der Fall bei Menschen, die unter Albinismus leiden.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Entstehung der natürlichen Haarfarbe eines Menschen

Die Melanine werden von Melanozyten produziert. Es handelt sich dabei um Zellen, die in den Haarfollikeln sitzen. Sie wandeln körpereigene Aminosäuren in verschiedene Arten des Farbpigmentes Melanin um, die für die Farbpalette bei menschlichem Haar sorgen.

  • Eumelanin ist ein Schwarz-Braun-Pigment. Es entscheidet vor allem darüber, wie tief die Farbe des Haares ist. In braunem und schwarzem Haar kommt es in erkennbaren Körnchen vor.
  • Das Phäomelanin ist ein Rot-Pigment. Es ist in hellblondem, blondem und rotem Haar in größeren Mengen enthalten. Dieses Pigment ist wesentlich kleiner als Eumelanin. Die Struktur ist ebenfalls feiner.

Je nach Mischungsverhältnis dieser beiden Pigmenttypen entstehen die beim Menschen bekannten Farbvariationen. Alle dazwischenliegenden Haarschattierungen, wie beispielsweise brünett (franz. brunet = bräunlich, franz. brun = braun), rotbraun oder rotblond, entstehen aus unterschiedlichen Mischungsverhältnissen der beiden Melanintypen. Die natürliche Haarfarbe eines Menschen kann mittels Haarfärbung verändert werden.

Ob die Haarfarbe kräftig leuchtet oder matt erscheint, hängt nicht von den Farbpigmenten ab, sondern von den farblosen Schuppenzellen der Haaroberfläche. Stehen die Schuppen dieser Schicht ab, wirkt die Farbe des Haares matt und stumpf. Liegen die Schuppen an, leuchtet die Farbe kräftig. Welche Farbe die Haare besitzen, ob sie glatt oder lockig sind, dick oder dünn, und wann die ersten grauen Haare kommen, ist genetisch bedingt.

Ergrauen des menschlichen Haares

Haare ergrauen nicht plötzlich, sondern langsam Schritt für Schritt. Der Grund für das Ergrauen ist, dass der Körper im Alter oder aufgrund bestimmter Erkrankungen keine ausreichenden Mengen der Aminosäure Tyrosin produziert, welches für die Melaninproduktion essenziell ist. Das fehlende Melanin wird durch Einlagerung von Luftbläschen in den Haarschaft ersetzt. Solche Haare erscheinen für das menschliche Auge grau bis weiß.

Im Schnitt leben Haare drei bis sieben Jahre, dann fallen sie aus und ein neues Haar wächst an dieser Stelle. Nach und nach werden die schwarzen, blonden, braunen oder roten Haare immer weniger, die grauen Haare dafür immer mehr. Haare an den Schläfen haben eine kürzere Lebensdauer, genau wie Barthaare. Deshalb ergrauen die meisten Menschen hier zuerst.

Eine aktuelle Untersuchung ergab, dass sterbende Stammzellen die Ursache für die Ergrauung sind. US-Forscher wiesen im Tierversuch nach, dass Haare grau werden, wenn die Zahl bestimmter Stammzellen in der Haut abnimmt. Diese verwandeln sich normalerweise in die Melanozyten, die für die Produktion der Farbstoffe im Haar verantwortlich sind, so berichtet "Science-Online" (12/2004).

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Haarfarbe_(Pigment) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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