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Hyperphosphatämie



Eine Hyperphosphatämie ist eine Erhöhung des Phosphatspiegels im Blut. Sie zeigt selbst kein spezifisches klinisches Bild, sondern beruht in der Regel auf schweren Grundkrankheiten. Unbehandelt trägt sie zu Komplikationen wie renale Osteodystrophie und sekundärem Hyperparathyroidismus bei.

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Inhaltsverzeichnis

Ätiologie

Häufige Ursache ist eine verminderte Ausscheidung von Phosphat bei Niereninsuffizienz. Eine vermehrte Aufnahme aus der Nahrung tritt beispielsweise bei phosphatreicher Kost (Fleisch) oder einem Vitamin D-Überschuss auf. Weitere Ursachen sind Verlegungen der Harnwege (Urolithiasis) oder Rupturen der Harnblase. Auch bei einer Unterfunktion der Nebenschilddrüse (Hypoparathyreoidismus) oder Nebenniere (Morbus Addison) sowie knochenauflösenden Tumoren kommt es zu einem Anstieg des Phosphatgehalts.

Symptome

Betroffene einer Hyperphosphatämie leiden vor allem an den Symptomen der Grunderkrankung. Die Hyperphosphatämie selbst kann aber auch Beschwerden verursachen. Dazu gehören Juckreiz (Pruritus), eine gerötete Augenbindehaut (Conjunctiva). Gemeinsam mit einer Hyperkalzämie kann eine Hyperphosphatämie zudem die Erregbarkeit der Muskeln und Nerven steigern, sodass es zu einem tetanischen Syndrom mit Fühlstörungen und Krämpfen oder als Steigerung zu einem tetanischen Anfall kommen kann. Bei einem tetanischen Anfall treten Fühlstörungen an Mund, Armen und Händen, selten an den unteren Extremitäten auf. Verkrampfungen der Hände in eine Pfötchenstellung, der Füße zu einem Spitzfuss und des Mundes zu einem Fischmund folgen. Verkrampfungen der Darm- und Blasenmuskulatur führen zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Harndrang. Insbesondere bei Kindern können sich die Stimmbandmuskeln verkrampfen und zu einer lebensbedrohlichen Atemnot führen. Eine Hyperphosphatämie kann zudem gemeinsam mit einer Hyperkalzämie zu Weichteilverkalkungen führen. Es sind Verkalkungen der Augenlinsen, eine sogenannte tetanische Katarakt, Verkalkungen im Gehirn, einem sogenannten Morbus Fahr mit Kopfschmerzen, Bewegungsstörungen, Sprachstörungen und einer langsam sich entwickelnden Demenz, möglich. Bei Kindern können Zahnentwicklungsstörungen und Minderwuchs auftreten.

Therapie

Zur Behandlung können Phosphatbinder wie Calciumcarbonat eingesetzt werden. Eine phosphatarme Kost ist empfehlenswert.

Literatur

H. Renz-Polster, S. Krautzig, J. Braun: Basislehrbuch Innere Medizin. Urban und Fischer-Verlag, 2006, ISBN 978-3-437-44460-9

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hyperphosphatämie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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