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Italienische Stunden



Italienische Stunden, auch Große Uhr, gelegentlich auch böhmische Stunden, bezeichnet die nach ihrem Herkunftsland Italien benannte Einteilung des Tages in 24 gleich lange, ohne Unterbrechung fortlaufende Stunden. Tagesbeginn bzw. Tagesende (0 Uhr bzw. 24 Uhr) war jeweils bei Sonnenuntergang, in manchen Regionen eine halbe Stunde später.

Zahlreiche Uhren in Italien, darunter der Markusdom von Venedig besitzen Uhren mit 24-Stunden-Zählung.

Grundlagen

Die italienische Stundenteilung steht im Gegensatz zu den Babylonischen oder griechischen Stunden, die von Sonnenaufgang gezählt wurden.

Diese Stundenzählung besaß den Vorteil, dass jeder sehen konnte, wieviele Stunden er noch bei Tageslicht arbeiten konnte, bevor „der Tag“ zu Ende war.

Beispiel: In Lugano ging die Sonne im Dezember zur 14. Stunde auf und erreichte zur 19. Stunde ihren höchsten Stand, im Juni hingegen ging die Sonne zur 7. Stunde auf und erreichte zur 15. Stunde ihren höchsten Stand. Der Sonnenuntergang lag aber zu jeder Jahreszeit stets am Ende der 24. Stunde.

Geschichte

Diese Stundenteilung leitet sich aus der islamischen Zeitrechnung ab, wo as erste Gebet des Tages (maghrib) wurde zwischen Sonnenuntergang und dem Ende der Dämmerung gesprochen. Es hat vermutlich über die venitianischen Handelsleute Eingang gefunden.

Im 14. Jahrhundert wurde diese ursprünglich zumeist nur auf norditalienischen Sonnenuhren gebräuchliche Einteilung des Tages auf die aufkommenden Räderuhren mit einem 24-Stunden-Zifferblatt übertragen. Die Nachtstunden von 0 bis etwa 7 Uhr bleiben auf den Zifferblättern frei.

Bald war dieses System in Italien weit verbreitet und wurde bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts genutzt. Auch im Polen und Böhmen wurde diese Stundenzählung bis ins 17. Jahrhundert verwendet. Ab dem 16. Jahrhundert wurde diese Teilung dann zunehmend von der heute gebräuchlichen Einteilung in 2 × 12 Stunden (kleine Uhr, bürgerliche Stunden) abgelöst.

Erhalten hat sich die große Uhr als durchlaufende 24-Stunden-Teilung aber insbesondere als astronomische Stunde (mit Beginn um Mitternacht), wo sich die Vormittags/Nachmittags-Rechnung störend auswirkt, sondern mit dem Stundenwinkel eine gleichmässige Skala in Gebrauch ist.

Siehe auch

  • Temporale Stunden, römische Uhr – Einteilung in gleich viele, aber ungleich lange Stunden von Sonnenauf- bis Untergang
  • Julianisches Datum – die in der Astronomie noch heute übliche Zählung von 24 Stunden ab mittag
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Italienische_Stunden aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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