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Lipidapherese



Die Lipidapherese ist ein medizinisches Therapieverfahren zur Entfernung von Cholesterin aus dem Blut bei extrem erhöhten Cholesterinwerten. Sie hat sich bei angeborenen Fettstoffwechselstörungen als Ergänzung zur medikamentösen Cholesterinsenkung durchgesetzt und funktioniert so ähnlich wie die Blutwäsche (Dialyse) bei Nierenversagen.

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Das 1985 entwickelte sogenannte H.E.L.P.-Verfahren (Heparin-induzierte Extrakorporale LDL-Präzipitation) zeichnet sich durch eine hohe Effektivität und Selektivität aus. Nach der Auftrennung des Blutes in seine zellulären und plasmatischen Bestandteile wird das Cholesterin, insbesondere LDL-Cholesterin und Lipoprotein(a), durch Ausfällung und Filtration entfernt. Da das H.E.L.P.-Verfahren zusätzlich auch Fibrinogen reduziert, verringert es die Blutviskosität und verbessert so die Durchblutung insbesondere in den feinen Kapillargefäßen. In langjährigen klinischen Untersuchungen wurde die Wirksamkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die gute Verträglichkeit nachgewiesen. Wegen seiner durchblutungsfördernden Wirkung wird die H.E.L.P.-Therapie seit einiger Zeit auch bei der Behandlung des akuten Hörsturzes eingesetzt.

Seit 1996 gibt es ferner das sogenannte Vollblutverfahren (DALI, Direct Adsorption of Lipoproteins), bei welchem, anders als beim H.E.L.P.-System, die Entfernung des Cholesterins durch Anhaften an der negativ geladenen Oberfläche eines Trägermaterials erfolgt. Da keine vorherige Auftrennung in Blutzellen und Plasma erforderlich ist, wird der Aufwand etwas verringert bei ähnlich hoher Effektivität und Selektivität in der Reduktion der zu entfernenden Blutbestandteile LDL-Cholesterin und Lipoprotein(a). Fibrinogen wird nur zu einem kleinen Teil entfernt. Bei gleichzeitiger Einnahme von blutdrucksenkenden ACE-Hemmern kann es zu Nebenwirkungen kommen.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Lipidapherese aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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