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Northern Blot



Der Northern Blot ist eine molekularbiologische Methode zur Übertragung (Blotten) der in der Gelelektrophorese aufgetrennten RNA auf eine Membran (Diazobenzyloxymethyl-(DBM)-Papier oder unter bestimmten Bedingungen Nitrocellulose oder Nylon). Auf der Membran ist die spezifische Markierung von RNA-Sequenzen durch die Hybridisierung mit komplementären Gensonden möglich.

Der Name Northern Blot geht zurück auf die ältere Southern Blot Methode, in der DNA statt RNA geblottet wird. Der Name ist eine Allusion, da die Himmelsrichtungen nichts mit dem Verfahren zu tun haben. Die Northern Blot Methode wurde von J.C. Alwine et al.[1] für Diazobenzyloxymethyl-(DBM)-Papier eingeführt, und von P.S. Thomas[2] wie im einfacheren Southern Blot auf Nitrocellulose umgestellt.

Anwendung

Die Methode des Northern Blotting wird zum Beispiel verwendet um die für ein Protein kodierende mRNA eines Mutanten Organismus mit der eines "normalen" Organismus zu vergleichen. Ein entsprechender Versuch könnte folgendermaßen aussehen:

Um eine Mutante eines Organismus zu untersuchen, sprich das für das fehlende oder nicht funktionale Protein kodierende Gen zu untersuchen, bedient man sich einer Methode die Northern Blotting genannt wird. Hierzu nimmt man das passende Gewebe, in dem das Protein vorkommt, bzw. vorkommen müsste, sowohl vom Mutanten, als auch vom normalen Individuum (als Kontrolle) und schließt die Zellen in einer an Detergens hoch konzentrierten Lösung auf, die die Nucleasen inaktiviert, damit diese die Nukleinsäuren nicht angreifen können. Nachdem die überflüssigen Proteine komplett denaturiert, durch wiederholte Phenolextraktionen stark abgereichert sowie auch kleinere Moleküle durch Fällung in Alkohol entfernt wurden, werden RNA und DNA durch ihre unterschiedlichen Löslichkeiten in Alkohol voneinander getrennt. Verunreinigungen von DNA können nun z.B. durch das hochspezifische Enzym DNase abgebaut werden. mRNAs werden durch Zurückhalten an einer chromatographischen Säule, die spezifisch die Poly(A)-Schwänze der mRNAs bindet, entfernt. Jetzt werden zunächst die intakten und gereinigten mRNA-Moleküle aus mutierten und aus normalem Gewebe durch Gelelektrophorese getrennt. Damit die RNA-Moleküle für DNA-Sonden zugänglich werden, überträgt (blottet) man das Bandenmuster der fraktionierten mRNA auf ein Blatt Nitrocellulosepapier. Diese Membran inkubiert man in einer Lösung die eine markierte DNA-Sonde enthält, deren Sequenz einem Abschnitt des Protein-Gens bzw. der mRNA entspricht. Die RNA-Moleküle, die auf der Membran mit der markierten Sonde hybridisieren, werden nun autoradiographisch oder chemisch nachgewiesen. Die Größe der RNA-Moleküle in jeder Bande kann durch Vergleich mit RNA-Molekülen bekannter Größe (RNA-Standards) , die man parallel zu den experimentellen Proben laufen lässt, bestimmt werden. Nun kann man erkennen, ob und in wie fern sich die für das Protein kodierende m-RNA des Mutanten von der des normalen Individuums unterscheidet.

Literatur

  1. Alwine J.C., Kemp D.J., Stark G.R. (1977): Method for detection of specific RNAs in agarose gels by transfer to diazobenzyloxymethyl-paper and hybridization with DNA probes. In: Proc. Natl. Acad. Sci. U. S. A., Bd. 74, S. 5350-5354. PMID 414220
  2. Thomas, P.S. (1980): Hybridization of denatured RNA and small DNA fragments transferred to nitrocellulose. In: Proc. Natl. Acad. Sci. U. S. A., Bd. 77, S. 5201-5205. PMID 6159641

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Northern_Blot aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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