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Peyote



Lophophora williamsii
 
Systematik
Unterklasse: Nelkenähnliche (Caryophyllidae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie: Eigentliche Kakteen (Cactoideae)
Gattung: Lophophora
Art: Lophophora williamsii
Wissenschaftlicher Name
Lophophora williamsii
(Lem. ex Salm-Dyck) Coult.

Peyote (Lophophora williamsii), von Nahuatl "peyotl", bezeichnet eine Art der Kakteen (Cactaceae) aus der Gattung Lophophora. Die Pflanze wurde 1840 von Lemaire als Echinocactus williamsii erstbeschrieben. 1859 kombiniert Engelmann die Pflanze zu Anhalonium williamsii um. 1872 wird die Pflanze durch Voss zu Ariocarpus williamsii und 1886 wird sie durch Rümpler wieder zu Anhalonium gestellt. Etwas später, 1891, kombiniert Coulter die Pflanze zu Mammillaria williamsii. 1894 stellt Coulter die Gattung Lophophora auf und ordnet die Pflanze in diese neue Gattung ein. Die Pflanze hat also eine sehr bewegte taxonomische Geschichte hinter sich. Dadurch bedingt existiert eine Vielzahl von Synonymen, die hier nachfolgend aufgeführt werden:

  • Anhalonium williamsii Eng., 1854
  • Echinocactus rapa Fischer et Meyer, 1869
  • Ariocarpus williamsii (Lem.) Voss., 1872
  • Anhalonium williamsii (Lem.) Rümpler, 1886
  • Mammillaria williamsii (Lem.) Coulter, 1891
  • Lophophora lewinii Rusby, 1894
  • Lophophora williamsii lewinii (Henn.) Coulter, 1894
  • Echinocactus lewinii Hennings, 1895
  • Mammillaria lewinii Karsten, 1895
  • Lophophora lewinii Thompson, 1898
  • Echinocactus williamsii "Hylaeid α" pelotinica Sch. K., 1898
  • Echinocactus williamsii "Hylaeid β" v. anhalonica K. Schumann, 1898
  • Echinocactus williamsii var. pelotinica Rouh., 1927
  • Echinocactus williamsii var. anhalonica Rouh., 1927
  • Lophophora caespitosa Krzgr., 1935
  • Lophophora texana Fric ex Roeder, 1935
  • Lophophora williamsii var. decipiens Croizat, 1944
  • Lophophora williamsii var. pentagona Croizat, 1944
  • Lophophora williamsii var. pluricostata Croizat, 1944
  • Lophophora echinata Croizat, 1944
  • Lophophora williamsii var. texana Krzgr., 1961
  • Lophophora lutea var. texana (Fric ex Krzgr.) Backbg., 1961
  • Lophophora williamsii var. echinata Bravo, 1968

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Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Peyotekaktus, der ursprünglich in Mexiko und im Süden der USA heimisch war, entwickelt eine dicke, fleischige Pfahlwurzel und einen flachkugeligen, 5-8 cm hohen sowie 8-10 cm breiten Körper, der in der Natur meist teilweise von Substrat bedeckt ist. An seiner Basis können sich zahlreiche Seitensprosse bilden. Der Stamm zeigt 5-13 flache, scharf längs gefurchte, undeutlich gehöckerte Rippen, auf denen die 1-3 mm breiten Areolen sitzen. Aus diesen erheben sich bei der jungen Pflanze schwache Stacheln, an deren Stelle im Reifezustand pinselartige gelblich weiße Wollbüschel treten. Im Sommer entfalten sich am wolligen Scheitel 1.5 bis 2,5 cm lange weiße bis rosafarbene Blüten. Diese auch als Rauschgiftkaktus bekannte Spezies enthält das halluzinogene Alkaloid Meskalin und wurde von den mexikanischen Ureinwohnern bei religiösen Riten zur Erzeugung von Rauschzuständen verwendet.

Die wirksame Dosis für Meskalin beträgt zwischen 0,3 und 0,5 g (entspricht ungefähr 25 g des getrockneten Peyote) und hält je nach Dosis 6 bis 12 Stunden an.     Die höheren Konzentrationen der Alkaloide werden aber erst in den älteren Kakteen erreicht, da der Kaktus 20 bis 30 Jahre braucht, um richtig auszuwachsen. Dann erreicht er einen Durchmesser von 15 bis 25 cm. Die Art ist wie alle Kakteen geschützt, es besteht ein Einfuhr- oder Handelsverbot für Wildpflanzen (CITES). In Deutschland ist der Peyote auch bekannt unter dem Namen "Schnapskopf".  

Geschichte

  Bereits mittelamerikanische Grabfiguren aus der Zeit um 200 vor unserer Zeitrechnung beweisen die Verwendung des psychotropen Kaktus in der "amerikanischen Antike". Der Peyote spielte schon vor der Eroberung Mexikos durch die Spanier eine Rolle im Kult der mexikanischen Einwohner, da bereits Fray Bernardino de Sahagún in seinem Geschichtswerk davon berichtet. In Mexiko durch den Einfluss der christlichen Missionare allmählich durch den Agavenschnaps Tequila ersetzt, spielte er Anfang des 20. Jahrhunderts dort nur noch bei den Huicholes und den Tarahumara eine Rolle, doch fand ein um den Genuss von Peyote kreisender Ritus interessanterweise ab 1870 bei den Indianerstämmen Nordamerikas, die den Peyote bis dahin nicht gekannt hatten, weite Verbreitung. Die 1914 gegründete Native American Church stellt trotz Verboten in vielen US-Bundesstaaten das Peyote-Ritual in den Mittelpunkt ihrer Identität. Inzwischen wurde für die religiöse Gruppe eine Sonderregel festgelegt, die es den Gläubigen erlaubt, den Kaktus, wie auch das darin enthaltene Meskalin, zu besitzen und zu konsumieren.

Berühmt wurden die romanhaften Erlebnisse des US-amerikanischen Anthropologen Carlos Castaneda mit seinem Medizinmann-Guru Don Juan Matus.

Der Peyote wurde in vielen botanischen Gärten Europas wegen zahlreicher Diebstähle aus den Schausammlungen genommen oder ist nur hinter Glas zu sehen.

Psychoaktive Wirkung

Trotz der Vielzahl von psychotropen alkaloidalen Inhaltsstoffen des Peyote-Kaktus (respektive innerhalb des oberirdischen Teils), die kurioser Weise keinen signifikanten Wirkungseffekt auf die menschliche Psyche haben, jedoch umso stärker den Sympathikus nachhaltig beeinflussen, tritt zunächst Übelkeit vor dem eigentlichen Rausch ein.

Der orale Konsum geht oft mit Übelkeit und häufig auch Erbrechen einher. Es erfolgt nach spätestens 75 Minuten ein ungeheurer Schub von veränderter Persönlichkeitswahrnehmung mit einer intensiven Geruchs-/Hör- und vor allem Farbwahrnehmung.

Erfahrene Peyotisten behaupten oft, dass tiefliegende, hauptsächlich negative Erinnerungen zum Vorschein treten, die so erst bearbeitet und überwunden werden können. Psychisch labile Persönlichkeiten sind mit dieser Erfahrung oft überfordert und können im schlimmsten Fall anhaltende Psychosen oder Angstneurosen davontragen.

Rechtliche Aspekte

In der Schweiz ist der Peyote als Betäubungsmittel eingestuft. Der Besitz ist illegal. [1]

Weitere Namen von Peyote

Natürlich gibt es viele Unterschiede in der Aussprache und Variationen in der Schreibweise so z.B. "Peyote" oder "Peyotle" einschließlich "Pejote", "Pellote", "Peote", "Peori", "Peyot", "Pezote" und "Piotle". Aber viele Indianerstämme, die Peyote benutzen, haben auch eigene Namen für ihn, in ihrer Sprache. Doch sie nutzen teilweise das Wort Peyote auch noch nebenbei. Einige dieser Stämme und ihre Namen sind:  

Comanche - wokowi oder wohoki Cora - huatari
Delaware - biisung Huichol - hícouri, híkuli, hícori, jícori und xícori
Kickapoo - pee-yot Kiowa - seni
Mescalero - ho Navajo - azee
Omaha - makan Opata - pe jori
Otomi - beyo Taos - walena
Tepehuane - kamba oder kamaba Wichita - nezats
Winnebago - hunka

Tarahumara - vorwiegend híkuli, aber auch híkori, híkoli, jíkuri, jícoli, houanamé, híkuli wanamé, híkuli walúla saelíami und joutouri


Es sind noch zahlose weitere Namen bekannt z.B.: Cactus pudding, Challot (weit verbreiteter Name in Starr County, Texas), devil's root (Teufels Wurzel), diabolic root (teuflische Wurzel), Dry Whiskey, Dumpling cactus, Indian Dope, raíz diabólica (Teufels Wurzel), tuna de tierra (Erd Kaktus), turnip cactus und white mule. In den späten 70er Jahren des 20. Jahrhunderts bekam er von vielen Drogenkonsumenten in den USA den Namen "moon" (Mond), "the bad seed" (der böse Samen) oder "P".

Falscher Peyote

Ein ähnlicher, ebenfalls psychoaktiver Kaktus (Ariocarpus retusus) wird besonders häufig und auch in Botanikbüchern als "Falscher Peyote" bezeichnet. Der Name Falscher Peyote findet aber bei den Indios auch Verwendung für rund 20 bis 30 verschiedene andere Kakteen.

Andere Arten, welche als Peyote bekannt sind.

        Zwei Faktoren führten dazu, daß verschiedenste Pflanzen unter den Name Peyote bekannt sind. Da wären erst einmal ein ähnliches Aussehen und das gleiche Verbreitungsgebiet und zweitens ein vergleichbarer physiologischer Effekt, wie er für medizinische und religiöse Rituale Anwendung fand. Viele Pflanzen, die auch Peyote genannt werden, besitzen beide dieser Charaktere, zu ihnen gehören:

  • Ariocarpus fissuratus Welcher meistens "living rock" oder "chautle" genannt wird, aber er ist auch unter den Namen "peyote cimarrôn" bekannt.
  • Ariocarpus kotschoubeyanus Eigentlich wird er "Pezuna de venado" oder "pata de venado" genannt.
  • Ariocarpus retusus Normalerweise wird er "chautle" oder "chaute" genannt
  • Astrophytum asterias Er hat eine verblüffend Ähnlichkeit mit der Gattung Lophophora.
  • Astrophytum capricorne Wird eigentlich "biznaga de estropajo" genannt
  • Astrophytum myriostigma Bekannt als "Peyote cimarrôn", "mitra", "birrete de obispo", bishop's cap, bishop's miter und Bischofshut oder Mütze
  • Aztekium ritterii Ein andere kleiner globoser Kaktus welcher an Lophophora erinnert
  • Mammillaria(Dolichothele) longimamma Manchmal wird er "peyotillo" genannt.
  • Mammillaria(Solisia) pectinifera
  • Obregonia denegrii
  • Pelecyphora aselliformis Meist "peyotillo" genannt und wird auch als solcher auf Indianer Märkten verkauft. Er enthält ähnliche Alkaloide wie Lophophora inklusive kleiner Mengen an Meskalin.
  • Strombocactus disciformis Erinnert von der Erscheinung an Lophophora und kommt im gleichen Gebiet wie Lophophora diffusa vor.
  • Turbinicarpus pseudo pectinata

Siehe auch

Literatur

  • Kaktusy special - Die Gattung Lophophora
  • Markus Berger: Psychoaktive Kakteen. 2003 ISBN 3-930-44261-2
  • Jochen Gartz: Halluzinogene in historischen Schriften- Eine Anthologie von 1913- 1968. Nachtschatten-Verlag, Solothurn 1999
  • Adam Gottlieb: Peyote und andere psychoaktive Kakteen. 2000 ISBN 3-907-08066-1
  • Grym, Rudolf: Die Gattung Lophophora, Bratislava 1997, ISBN 8-085-44111-X
  • Dr. Christian von Sehrwald: Auf den Spuren der Götter - Peyote und die Ethnien Nordwestmexikos unter besonderer Berücksichtigung des Zeremonialzyklus der Huichol-Indianer, Nachtschatten-Verlag, Solothurn 2005 ISBN 978-3-03788-113-2
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Peyote aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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