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Pilkington



  Pilkington plc ist ein britisches Unternehmen, das seit 1826 im Bereich der Glasherstellung und -verarbeitung tätig ist. Es war bis 1970 in Privatbesitz und ist seither eine Aktiengesellschaft. Die Aktien werden an der Börse in London gehandelt.

Den Durchbruch erreichte das Unternehmen mit der Erfindung des Floatglas-Prozesses, bei dem das ca. 1.000 °C heiße Glas über eine mit flüssigem Zinn gefüllte Wanne geleitet wird. Dadurch war es erstmals möglich, Glastafeln mit hochpräzisen planparallelen Oberflächen zu erzeugen, die ohne vorheriges Schleifen und Polieren eine störungsfreie Optik aufweisen. Dies war gegenüber dem vorher üblichen maschinenengezogenen Glas eine revolutionäre Neuerung.

Diese Erfindung war der Beginn eines kontinuierlichen Wachstums. Heute beschäftigt Pilkington weltweit 24.000 Mitarbeiter und setzt mit seinen Produkten etwa 3 Mrd. GBP um. Die Umsätze werden je zur Hälfte mit Automobil- und Bauglas erzielt.

Der Stammsitz des Unternehmens ist das mittelenglische St. Helens (zwischen Manchester und Liverpool).

Seit 2002 steht Stuart Chambers als Chairman und CEO dem Unternehmen vor.

Im März 2006 empfahl der Vorstand der Pilkington plc den Aktionären, ein von dem japanischen Glashersteller NSG (Nippon Sheet Glass, Tochtergesellschaft des Sumitomo-Konzerns) ausgesprochenes Übernahmeangebot anzunehmen. Am 19. April 2006 haben die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung diesem Vorschlag zugestimmt.

Die deutschen Pilkington-Tochterunternehmen konzentrieren sich auf die Herstellung von Floatglas Optifloat (in den Werken Gladbeck und Weiherhammer), von veredelten Halbzeugen und Profilbauglas Profilit (Bauglasindustrie GmbH, Schmelz) sowie auf die Produktion von Brandschutzglas (Pyrostop und Pyrodur). Eine Innovation stellt das Glas Pilkington Activ dar. Es verfügt über selbstreinigende Eigenschaften, die durch eine spezielle Beschichtung auf der Außenseite hervorgerufen werden. Im Automobilbereich ist Pilkington einer der weltgrössten Hersteller, sowohl für die Erstausrüstung (OEM) als auch für die Ersatzteilversorgung (AGR).

Die Standorte in Deutschland sind: Gelsenkirchen, Gladbeck, Weiherhammer, Schmelz, Witten, Aken, Braunschweig und Wesel sowie drei Verkaufsbüros in Neu-Isenburg (nahe Frankfurt), Stuttgart und München.

In Österreich hat das Unternehmen einen Standort in Graz. Die Österreichzentrale der Pilkington Austria GmbH liegt in Bischofshofen.

In der Schweiz ist Pilkington vertreten in Wikon, Thun und Münchenbuchsee. In Wikon und Thun wird hauptsächlich Isolierglas produziert und in Münchenbuchsee werden Brandschutzglas und Ganzglasanlagen hergestellt.

Aktuelle Firmenentwicklungen

Im November 2007 verhängte die Europäische Union durch EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gegen das Unternehmen eine Geldstrafe von 140 Millionen Euro. Pilkington war an einem internationalen Kartell mit den Unternehmen Guardian aus den Vereinigten Staaten, Asahi aus Japan und Saint Gobain aus Frankreich beteiligt, die illegale Preisabsprachen getroffen hatten. [1]

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pilkington aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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