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Reaktordruckbehälter



 

In einem Kernkraftwerk ist der Reaktordruckbehälter (RDB) der Behälter, in dem sich der Wärme erzeugende Reaktorkern mit den Brennelementen befindet. Er ist eine von mehreren Barrieren, die das Austreten radioaktiver Stoffe verhindern sollen. Weitere Barrieren sind:

Der Reaktordruckbehälter eines modernen Leichtwasserreaktors ist ein zylindrischer Stahlbehälter mit halbkugelförmigen Boden und Deckel, der mit den Rohrleitungen für das Kühlmittel verbunden ist. Bei einem Druckwasserreaktor (z. B. Neckarwestheim-II) hat er eine Höhe von etwa 12 m und einen Innendurchmesser von etwa 5 m. Seine Wandstärke beträgt 25 cm. Bei Siedewasserreaktoren sind die Reaktordruckbehälter konzeptbedingt noch größer. Zum Brennelementwechsel und für Wartungsarbeiten wird der obere Deckel abgehoben. Der Deckel ist mit zahlreichen vorgespannten Schraubbolzen und Muttern mit dem Druckbehälterunterteil verbunden. Als Dichtungen werden in der Regel zwei O-Ringe aus Silber verwendet.

Der Reaktordruckbehälter enthält insbesondere den Reaktorkern mit den uranhaltigen Brennelementen sowie die als "Kernbauteile" bezeichneten Strukturen, welche die Brennelemente an ihrem vorgesehenen Platz fixieren (oberes und unteres Kerngitter, Brennelementkästen, etc.).

Bei einem Siedewasserreaktor enthält der Reaktordruckbehälter außerdem einen Wasserabscheider/Dampftrockner, der Wassertröpfchen - welche die Turbine beschädigen könnten - aus dem erzeugten Dampf abscheidet und im RDB zurückhält.

Der Reaktordruckbehälter befindet sich mitsamt einem ihn radial umgebenden, rund zwei Meter dicken Stahlbetonzylinder, der als Strahlungsabschirmung dient (biologischer Schild), im Innern des Sicherheitsbehälters.

 
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