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Soxhlet-Aufsatz



 

Ein spezieller Aufsatz zur kontinuierlichen Extraktion bei Siedehitze aus festen Stoffen ist der Soxhlet-Aufsatz.

Vorgehensweise

Das zu extrahierende Material befindet sich in der Extraktionshülse (üblicherweise ein kurzes, einseitig offenes Cellulose-Rohr), welche in den Soxleth-Aufsatz eingesetzt wird. Im Kolben unter dem Soxleth-Aufsatz wird ein Lösungsmittel zum Sieden gebracht, dessen Dämpfe durch das so genannte Dampfrohr (in der Grafik das größere Rohr rechts) aufsteigen, im Kühler darüber kondensieren und so in die Extraktionshülse gelangen. Dort löst das Lösungsmittel den gewünschten Stoff aus dem Träger heraus.

Durch weiter zutropfendes Lösungsmittel steigt der Flüssigkeitsspiegel in dem Soxleth-Aufsatz, bis er die Höhe der Biegung des dünnen Röhrchens erreicht hat. Auf Grund der dann auftretenden Saugheberwirkung wird die Flüssigkeit mit dem Extrakt in den darunter liegenden Kolben mit dem Lösungsmittel überführt. Dann wird die Extraktionskammer erneut mit Lösungsmittel gefüllt und der Zyklus beginnt von neuem.

Der Soxhlet-Apparat hat seinen Namen von Professor Franz von Soxhlet (1848-1926, München), der damit den Fettgehalt von getrockneten Lebensmitteln bestimmte. Franz von Soxhlet arbeitete vorwiegend an der Analyse von Milchfett, wobei für die Extraktion mit dem Soxhlet-Apparat zuerst Trockenmilch hergestellt wurde, um das dabei störende Wasser zu entfernen.

Der Soxhlet-Apparat ist unter anderem verwendbar zur Bestimmung des Fettgehaltes von Lebensmitteln und Futtermitteln. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Soxhlet in der Kinderpflege zur Bestimmung des Fettgehaltes von Trockenmilch eingesetzt, er taucht deshalb zu dieser Zeit in der Kinderliteratur auf, zum Beispiel bei Agnes Sapper.

Andere Schreibweisen: Soxhlett, Soxleth

 
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