Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Stimuvax



Stimuvax® (zuvor als liposomaler Krebs-Impfstoff BLP25 bezeichnet), ist ein therapeutisches Vakzin (Impfstoff) vom Typ MUC1, der in der Onkologie (Krebsmedizin) zur Zeit in der klinischen Phase III gegen den nichtkleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) erprobt wird.

Stimuvax® wurde von der kleinen kanadischen Biotech-Firma Biomira entwickelt. Die Merck KGaA hat die weltweiten Exklusiv-Lizenzrechte außer für Kanada erworben. Dort teilen sich beide Unternehmen die Rechte. Stimuvax® wird in Europa durch Merck KGaA entwickelt, in den USA durch die Merck-Tochtergesellschaft EMD Serono Pharmaceuticals[1].

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

  Stimuvax® ist ein aus 25 Aminosäuren aufgebautes, künstlich hergestelltes Peptid, das zur besseren Wirkstofffreisetzung (Drug Delivery System) am Zielort in ein Liposom verkapselt ist.

Wirkungsmechanismus

Stimuvax® soll eine Immunantwort auf MUC1-exprimierende Tumorzellen induzieren (aktive Immuntherapie). MUC1 ist ein Proteinantigen, welches verstärkt auf häufig vorkommenden Tumoren exprimiert wird, beispielsweise beim Bronchial-, Mamma- oder Kolorektalkarzinom. Die liposomale Hülle erhöht die Erkennungsrate des Krebs-Antigens durch das Immunsystem und erleichtert die Wirkstoffreisetzung am Zielort.
Durch die Impfung kann als Antwort des Immunsystems das Anbinden von cytotoxischen T-Zelle (Killerzellen) an Tumorzellen mit überexpremiertem MUC1 ausgelöst werden. Dadurch kann das Tumorwachstum gehemmt werden.

Klinische Erprobung

Stimuvax® befindet sich noch in der klinischen Erprobung. Am 26. Februar 2007 wurde der erste Patient in die globale Phase-III-Studie START.[2] eingeschlossen. START untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Stimuvax® bei inoperablem, nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) im Stadium III. 2004 erteilte die FDA Stimuvax® den Status des beschleunigten Prüfverfahrens (Fast Track)[1].

Ergebnisse aus der klinischen Erprobung

Im April 2006 wurden finale Daten bezüglich der mittleren Überlebenszeit für die mit dem Impfstoff behandelte Untergruppe der Patienten mit lokoregionalem NSCLC im Stadium IIIB ermittelt. Sie betrug 30,6 Monate, im Vergleich zu 13,3 Monaten für Patienten im selben Stadium, die das Vakzin nicht erhalten hatten[3].

Im September 2007 wurden die Überlebensdaten der Patienten aus dieser Studie veröffentlicht. In der Patienten-Gruppe, die zusätzlich zur besten therapeutischen Unterstützung (BSC=best supportive care) mit Stimuvax behandelt wurde, waren nach drei Jahren mehr als doppelt so viele Patienten noch am Leben, als in der Gruppe mit BSC allein (49% oder 17 Patienten, verglichen mit 27% oder 8 Patienten). Dies entspricht einer Senkung der Mortalität um 45%.[4]

Eine randomisierte doppelblinde plazebokontrollierte und multizentrische Phase-III Studie „START“ (Stimulating Targeted Antigenic Responses to NSCLC) mit über 1.300 Patienten in ca. 30 Ländern, mit dokumentiertem inoperablem NSCLC im Stadium IIIA oder IIIB, schließt sich an die Phase-II-Studie an.[4]

Als Nebenwirkungen wurden in der Phase-II-Studie in erster Linie grippeartige Symptome, Magen-Darm-Beschwerden und Reaktionen an der Impfstelle beobachtet.[4]

Einzelnachweise

  1. a b Frankfurter Allgemeine Zeitung
  2. NSCLC Studie
  3. Mitteilung der Merck KGaA
  4. a b c Pressemitteilung der Merck KGaA: Phase-II-Studie mit therapeutischem Krebsimpfstoff Stimuvax® liefert positive Drei-Jahres-Überlebensdaten für Patienten mit Bronchialkarzinom, vom 5. September 2007


Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Stimuvax aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.