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Streptomycin



Strukturformel
Bezeichnungen
Freiname Streptomycin
IUPAC-Name 5-(2,4-Diguanidino-3,5,6-trihydroxy- cyclohexoxy)-4-[4,5-dihydroxy- 6-(hydroxymethyl)- 3-methylamino- tetrahydropyran-2-yl]oxy- 3-hydroxy-2-methyl- tetrahydrofuran- 3-carbaldehyd
Summenformel C21H39N7O12
CAS-Nummer 57-92-1
Chemisch-physikalische Daten
Molare Masse 581,574 g/mol
Schmelzpunkt 12°C
Siedepunkt

Streptomycin ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum, welches von zahlreichen Streptomyceten gebildet wird.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Geschichte

Erstmals wurde Streptomycin am 19. Oktober 1943 von Albert Schatz an der Rutgers University isoliert. Den Nobelpreis für Medizin 1952 erhielt jedoch sein Professor Selman Abraham Waksman, der die Ehre für die Entdeckung durch seinen Studenten für sich beanspruchte.

Eine große Bedeutung erlangte Streptomycin, da es das erste Antibiotikum gegen Tuberkulose darstellte.

Wirkung

Streptomycin zeigt ein breites Wirkungsspektrum, wobei vor allem gram-negative Erreger geschädigt werden. Indem es die 30S-Untereinheit der prokaryontischen 70S-Ribosomen hemmt, kann die Aminoacyl-tRNA nicht mehr an die Akzeptorstelle binden. Dementsprechend wird die gesamte Translation und in Folge eine Bakterienvermehrung unterbunden.

Resistenzen beruhen auf veränderten Ribosomenbindungsstellen. Dann kann Streptomycin sogar als Kohlenstoffquelle genutzt werden und fördert somit Wachstum und Vermehrung resistenter Keime.

Bei längerer Einnahme können Schäden am Gehör und den Nieren entstehen (Ototoxizität, Nephrotoxizität).

Aufgrund seiner geringen therapeutischen Breite bei gleichzeitig rascher Resistenzentwicklung ist Streptomycin nur bei Tuberkulose und wenigen speziellen Infektionen (Streptokokken- bzw. Enterokokken-Endokarditis, Brucellose und Tularämie) und nur als Kombinationstherapie angezeigt. Es wird (als Sulfatsalz) in Form parenteraler Trockenpulverformulierungen angewendet.

Synthese

An der Biosynthese der Verbindung sind zahlreiche Enzyme beteiligt, welche ausgehend von Glucose zunächst die Monosaccharide einzeln modifizieren, bis zunächst eine Verknüpfung zum Disaccharid erfolgt und anschließend das Trisaccharid gebildet wird. Die erhaltene Vorstufe wird nach erfolgter Ausschleusung durch Dephosphorylierung mittels extrazellulärer Phosphatase in die aktive Form überführt.

Auf Grund der Komplexität der chemischen Struktur kommt wirtschaftlich nur die biotechnologische Herstellung in Frage. Diese erfolgt mit Streptomyces griseus-Stämmen, wobei eine Ausbeute von mehr als 10 Gramm pro Liter zu erwarten ist (bei einer Laufzeit des Fermenter von 120 Stunden und entsprechenden Optimierungen).

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Streptomycin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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