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Zinkvitriol



Als Zinkvitriol, ZnSO4 (auch als schwefelsaures Zinkoxid, weißer Vitriol, Kupferrauch, weißer Galitzenstein, Augenstein, als Mineral Goslarit) bezeichnet man ein Zersetzungsprodukt von Zinkblende (Sphalerit, Schwefelzink ZnS), das in Oxidationszonen sulfidischer Buntmetall-Erzlagerstätten und in Bergwerken solcher Erzlagerstätten auftritt.

Herstellung

Man gewinnt Zinkvitriol durch Lösen von Zink in verdünnter Schwefelsäure und Verdampfen der mit Chlor behandelten und zur Abscheidung von Eisen und Mangan mit Zinkoxid digerierten Lösung zur Kristallisation.

Als Nebenprodukt erhält man Zinkvitriol bei der Herstellung von Wasserstoff aus Zink und Schwefelsäure. Im Großen wird es hergestellt, indem man Zinkblende oder blendehaltige Blei- und Kupfererze röstet und das Röstgut, welches bei einem gewissen Grade der Röstung Zink im Wesentlichen in Form von Zinkoxid enthält, mit Wasser und verdünnter Schwefelsäure auslaugt.

Man beseitigt einen Gehalt der Lauge an Eisenvitriol durch längeres Erhitzen an der Luft und einen Kupfergehalt durch Einlegen von metallischem Zink, fällt auch wohl Eisen und Mangan durch Chlorkalk und verdampft zur Kristallisation. Das kristallisierte Salz wird geschmolzen, bis zum Erkalten gerührt und dann in Formen geschlagen, so dass eine dem Hutzucker ähnliche Masse entsteht.

Eigenschaften

Zinkvitriol bildet farblose Kristalle mit 7 Molekülen Kristallwasser vom spezifischen Gew. 1,95, schmeckt herb metallisch, ist giftig, löst sich kaum in Alkohol, leicht in Wasser, und zwar lösen 100 Teile Wasser bei 0 °C: 41,3 10°: 48,36, 20°: 53,0, 30°: 58,5, 50°: 66,9, 100°: 95,6 Teile wasserfreies Salz. Es verwittert oberflächlich an der Luft durch Verlust des Kristallwassers, schmilzt leicht im Kristallwasser, verliert ein Molekül Kristallwasser schon bei 40°, bei 70° liegt nur noch ein Kristallwassermolekül vor, wird bei gelindem Glühen (über 240 °C) wasserfrei und zersetzt sich bei höherer Temperatur (über 600 °C) in Schwefeldioxid, Sauerstoff und Zink bzw. Zinkoxid.

Verwendung

Man benutzt Zinkvitriol

  • in der Kattundruckerei,
  • zum Konservieren von Holz und Häuten,
  • im Gemisch mit unterchlorigsaurem Baryt zum Bleichen des Papiers,
  • als Flammenschutzmittel,
  • als Zusatz zu Firnis, um das Öl schnell trocknend zu machen,
  • bei der Feuerversilberung,
  • zum Desinfizieren,
  • zur Bereitung von Sauerstoff, rauchender Schwefelsäure, Eisglas, Zinkpräparaten, gemischten Zinkfarben (durch Glühen mit Eisenvitriol, salpetersaurem Kobaltoxydul, Manganoxid, Kupferoxid, Nickeloxydul etc.),
  • als Arzneimittel, äußerlich besonders zu Augenwasser und gegen Tripper.
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zinkvitriol aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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