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Britanniametall



Britanniametall, auch „Britannium“, ist eine Gruppe von Hartzinn-Legierungen mit ins bläuliche neigender, silberweißer Färbung. Das Zinn ist mit Antimon legiert, meist zusammen mit Kupfer, zusätzlich auch mit Nickel, Blei und Bismut.

Britanniametall wird je nach Definition teils von Pewter unterschieden, teils wird Britanniametall als Sonderfall von Pewter betrachtet (mit Britanniametall als der härteren Legierung mit mehr Antimon, wenig bzw. keinem Blei). Im deutschsprachigen Raum wurde gar (siehe: Richter) Pewter dem Britanniametall (als Hartzinn aus Großbritannien) zugeordnet.

Als Britanniametall im weitesten Sinne können alle Legierungen bezeichnet werden, die zwischen 65 und 97 % Zinn, 1 bis 24 % Antimon und 1 bis 5 % Kupfer und Wismut enthalten. Als Britanniametall oder Vickers White Metal beschrieben wird eine Legierung aus 93 % Zinn, 5 % Antimon und 2 % Kupfer (Encyclopedia Britannica). Vielfach geeignet für den Guss erwiesen hat sich eine Legierung aus 90% Zinn und 10% Antimon, da sie die Gussformen auch beim Abkühlen gut ausfüllt. Diese wird ebenfalls in Quellen als Britanniametall bezeichnet.

Das Britanniametall ist aufgrund der Legierung mit Antimon wesentlich spröder und härter als Zinn, was mechanische Bearbeitung und Politur erlaubt. Sie ist jedoch nicht wesentlich fester. Der Bruch ist feinkörnig.

Es wird vornehmlich für Gussstücke verwendet, darunter u.a. Zinngerät, Ziergegenstände, Knöpfe, Lagermetall, Druckplatten. Sie wird z. B. zur Herstellung der berühmten Statuette, dem Oscar verwendet.

Aufgrund der Sprödigkeit eignen sich nur die Legierungen mit höherer Zinnkonzentration zum Walzen. Die Zugabe von Blei erhöht die Festigkeit, ohne im gleichen Masse wie Antimon die Duktilität zu verringern. Auch sind die Gießeigenschaften besser. Allerdings verlieren diese Gegenstände schnell an Glanz, sind grauer und für Lebensmittel nicht verwendbar.

Es gibt verschiedene Legierungen, die (nach Richter*) dem Britanniametall zugerechnet werden, u.a.:

  • Löffelmetall, englisches: Zinn 82%, Antimon 16%, Kupfer 2%.
  • Löffelmetall, deutsches: Zinn 72%, Antimon 24%, Kupfer 4%.
  • Pewter für Kannen: Zinn 81%, Antimon 6%, Kupfer 6%, Blei (!)7%.
  • Queens-Metall für Kannen: Zinn 89%, Antimon 7%, Kupfer 2%, Wismut 2%.
  • Tutaniametall: Zinn 86%, Antimon 10%, Kupfer 3%, Blei 1%.

Inhaltsverzeichnis

Herstellung der Schmelze

Erst Aufschmelzen des Kupfers (so vorgesehen), wegen des hohen Schmelzpunktes, dann Zugabe von Zinn, Antimon und reduzieren der Hitze, da die Legierung einen wesentlich geringeren Schmelzpunkt hat.

Gießen

Verwendet wurden vorzugsweise Messingformen, diese wurden vorher gerußt oder mit Blutstein ausgeschlämmt und vorgewärmt, für Sturzguss bis auf Schmelztemperatur.

Langsames Abkühlen ist sinnvoll, wenn z.B. für Glöckchen ein guter Klang gewünscht wird. Zum Abkühlen sollte es eine Stunde im Paraffinbad bei anfangs ca. 230°C verweilen.

Nach dem Guss ist die Oberfläche grauweiß und wird erst durch Polieren glänzend. Eine weitere Veredelungsmöglichkeit ist, die Gussstücke (galvanisch) versilbern.

Britanniametall ist lötbar.

Ähnliche Legierungen

  • Ashberrium (wie engl. Löffelmetall zzgl. 1% Zink, 1% Nickel, 1% Aluminium).
  • Metal argentin (94-97% Zinn, 5-2% Kupfer, ½% Antimon, bzw. 2/3% Wismut)
  • Minofor-Metall (Zinn ca. 66%, Antimon 17-20%, Kupfer 3-4%, Zink ca. 9%, Eisen bis 1%)

Für Zinnfiguren und Ziergegenstände wird auch Lotlegierung (4 Teile Zinn, 3 Teile Blei) verwendet (oft mit ca. 3% Antimon für mehr Härte).

Literatur/Quelle

  • Karl Richter (Hrsg.): Zink, Zinn und Blei. Eine ausführliche Darstellung der Eigenschaften dieser Metalle, ihrer Legiergn untereinander und mit anderen Metallen sowie ihrer Verarbeitg auf physikalischem und chemischem Wege. Für Metallarbeiter und Kunst-Industrielle. (= Chemisch-technische Bibliothek; Bd. 109). 3. Auflage. A. Hartlebens Verlag, Wien und Leipzig 1927
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Britanniametall aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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